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Bevor der Ball wieder ruht

Am Montag wird der Vereinssport für einen Monat heruntergefahren. Was geht am Wochenende noch in und um Weißwaser? Und was ist mit den Profis? Ein Überblick.

Nicht schon wieder: Vereinssportler müssen mit dem gemeinsamen Training und den Wettkämpfen aussetzen.
Nicht schon wieder: Vereinssportler müssen mit dem gemeinsamen Training und den Wettkämpfen aussetzen. © dpa-Zentralbild

Als eine „äußerst schmerzhafte Entscheidung“ bezeichnete Ulrich Franzen, der Chef des Landessportbundes Sachsen (LSB), die Maßnahme, den Amateur- und Breitensport ab Montag für einen Monat ruhen zu lassen. „Da es jedoch eine gesellschaftliche Notwendigkeit zur radikalen Kontaktreduzierung gibt, wird natürlich auch der organisierte Sport den gesetzlichen Auflagen Folge leisten müssen. Wir appellieren deswegen schweren Herzens an unsere Mitgliedsorganisationen: Bitte werdet eurer Verantwortung gerecht und stellt den Vereinssport für den angegebenen Zeitraum erneut ein!“, so Franzens Appell. Gleichzeitig äußerte LSB-Generalsekretär Christian Dahms heftige Kritik. Er forderte die sächsische Landesregierung auf, die Durchführung des Vereinssports weiter zu ermöglichen.
Am Wochenende darf auf jeden Fall noch einmal gespielt, gerannt, gekämpft werden. Dann bleibt die Hoffnung, dass der Vereinssport ab Dezember wieder möglich ist. Die Herausforderung ist gewaltig, für die Vereine, für die Spielplaner und natürlich die Sportler, bei denen die Saison zum Teil gerade erst begonnen hatte.

Fußball

Der Spielbetrieb soll am  Wochenende weitgehend planmäßig ablaufen. Noch am Mittwoch hatte sich Jürgen Heinrich, Präsident des Fußballverbandes Oberlausitz, optimistisch gezeigt, draußen weiterhin spielen zu können. Man müsse die Entscheidung akzeptieren, sagte er am Donnerstag. An die Vereine im Kreis ist die Empfehlung gegangen, in Eigenregie und gegebenenfalls in Absprache mit dem Gegner zu entscheiden, ob man die Punktspiele am Wochenende noch austragen wolle. Absagen seien unkompliziert möglich.

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Bereits Anfang Oktober hatte der Verband die Hallenkreismeisterschaften ersatzlos abgesagt. Das schaffe im Terminplan viel Raum, um die Spiele der kommenden Wochen dann hoffentlich nachzuholen, erklärt Jürgen Heinrich.

In der Oberliga rollt vorerst nur noch einmal der Ball. Der FC Oberlausitz betritt mit der 230 Kilometer weiten Auswärtsfahrt nach Zorbau im Burgenlandkreis fußballerisches Neuland. Der gastgebende Verein mit den gleichen Farben „Blau und Weiß“, die er sogar im Namen trägt, stieg nach der abgebrochenen Vorsaison als Tabellenzweiter der Verbandsliga Sachsen-Anhalt auf, da der Erste (Romonta Amsdorf) auf das Aufstiegsrecht verzichtete. Aktuell liegt Zorbau zwar nur auf Platz zwölf, hat aber mit Rot-Weiß Erfurt und Grimma schon zwei Teams aus dem oberen Tabellendrittel bezwungen. Auf jeden Fall wird auf FCO-Seite der bisher beste Saisontorschütze Tom Keil wegen seiner gelb-roten Karte aus dem Grimma-Spiel fehlen.

Auch in der Landesliga wird noch einmal gespielt. Die Kreisvertreter haben jeweils noch ein Heimspiel vor der erneuten Zwangspause. Eintracht Niesky könnte allenfalls der Regen einen Strich durch die Rechnung machen, heißt es aus dem Verein. Der neue Kunstrasen ist noch nicht bereit. Wenn gespielt wird, sind am Sonnabend 100 Zuschauer gegen Rabenstein zugelassen.

Neusalza-Spremberg empfängt am Sonntag den SSV Markranstädt. Die Gastgeber möchten mit einem positiven Erlebnis in die lange Pause gehen. Sie konnten immerhin am vergangenen Wochenende beim FC Blau-Weiß Leipzig ihre Negativserie von fünf Liganiederlagen in Folge beenden. (mit lb, gs)

Eishockey

Keine Zuschauer, aber es wird gespielt. Das ist der Stand der Dinge bei der DEL 2 und den Lausitzer Füchsen. „Wir sind in erster Linie froh, dass der Spielbetrieb im Profisport erhalten werden kann, sagte DEL 2-Geschäftsführer René Rudorisch. Insofern gelte der Beschluss, dass die Hauptrunde am 6. November startet. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach bekräftigt das: Man habe sich dazu bekannt, auf jeden Fall zu spielen. Man müsse die Zeit ohne Zuschauer akzeptieren. Immerhin besteht die Möglichkeit, die Spiele auf Sprade.tv im Livestream zu verfolgen. An den Einnahmen aus den Buchungen sind die Clubs direkt beteiligt. Angesichts der angespannten Lage wurden die Preise bei Sprade erhöht: 9,90 Euro statt zuletzt 6,50 Euro kostet jetzt ein Einzelspiel, das 26er-Paket gibt es für 205 Euro.

Bei den Spielern setzen die Lausitzer Füchse auf Eigenverantwortung, sich vor einer Infektion zu schützen, besonders abgeschirmt werde der Kader nicht, erläutert Rohrbach. Ein Corona-Test am Dienstag beim gesamten Kader sei negativ ausgefallen.
Stattfinden, sogar mit Zuschauern, kann am Sonntag das Spiel der Füchse im Nordost-Pokal bei den Rostock Piranhas.

Auch Tornado Niesky bestreitet am Wochenende noch zwei Spiele. Dann aber ist bis Ende des Monats Schluss. Die Vereine der Regionalliga haben sich in einer Videokonferenz geeinigt, den Spielbetrieb der Liga ab dem 2. November bis zum 30. November offiziell zu unterbrechen. Der Modus der Saison bleibt unverändert bei einer Einfachrunde mit anschließenden Play-offs. Wie auf der Fanpage der Tornados im Internet bekannt gegeben wurde, wird Sprade.tv das Kreisderby zwischen den Lausitzer Jungfüchsen und Tornado Niesky am Freitagabend ab 20 Uhr live im Internet zeigen. Chef-Kommentator des Abends soll Christian Rösler sein, der bis 2018 bei den Tornados spielte.

Handball

Das anstehende Pokalwochenende soll laut Spielplan noch ausgetragen werden. Ein besonderes Highlight ist dabei das Derby der Männer von Stahl Rietschen gegen Koweg Görlitz. Stand Donnerstag werde die Partie mit dem entsprechenden Hygienekonzept stattfinden, sagte Rietschens Handball-Abteilungsleiter Heiko Hentschel. Das heißt 50 Zuschauer dürfen rein, Gästefans sollen keine kommen. An den Eintrittspreisen von drei Euro wurde trotz des höheren Aufwands und der geringeren Kapazität nichts geändert. Hentschel akzeptiert die Saisonpause, die sich auch im Handball an das Wochenende anschließt, zeigt sich aber kritisch. Vor allem im Kinderbereich sei das zu kurz gedacht. Die Kinder, sagt er, sehen sich ohnehin den ganzen Tag in der Schule. Und könnten den Sport gut gebrauchen, um einmal pro Woche Corona aus dem Kopf zu bekommen.
Wie es im Handball im Dezember weitergeht, richte sich nach den weiteren gesetzlichen Regelungen, die im November durch Bund und Länder beschlossen werden, führt der Handballverband Sachsen aus. Man werde zu gegebener Zeit über Weiteres informieren.

Ringen

Besonders hart trifft es die Sportart Ringen, die nur drin und nur mit engem Körperkontakt durchgeführt werden kann. Hier wurde die Saison in Regionalliga und Landesliga komplett abgebrochen. Betroffen sind davon auch die Ringer aus Weißwasser. „Aufgrund der verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist ein von Verantwortung gekennzeichneter Sportbetrieb im Ringen in den besonders betroffenen Regionen nicht mehr möglich“, bestätigen gleichlautend Präsident und Vizepräsident des Ringer-Verbandes Sachsen die Absage bereits zu Beginn der Woche. „Die nicht mehr gegebene Wirtschaftlichkeit und die Gefährdung der Athleten, die ja in der Mehrzahl ganz normal im Arbeitsprozess stehen, sind gewichtige Gründe für diese Entscheidung, aber auch den vielen fleißigen Helfern sind die verschärften Hygienemaßnahmen nicht mehr zuzumuten“, ergänzt Landesligareferent Henning Tröger.

Somit entfallen auch alle weiteren Kämpfe der Mannschaft des SV „Grün-Weiß“ Weißwasser. Der Verein möchte sich bei allen Unterstützern und Fans des Vereins sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern für ihre Treue und Einsatzbereitschaft auch in dieser außergewöhnlichen Saison bedanken. Die Lausitzer unterlagen in ihren beiden ausgetragenen Kämpfen trotz guter Leistungen den favorisierten Teams aus Greiz und Thalheim und beenden somit die Saison in ihrer Staffel auf Rang drei. (pp)

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