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Biathleten starten in eine ungewisse Saison

Nach monatelanger Pause sind die deutschen Meisterschaften in Altenberg der erste Wettkampf. Doch wie geht es anschließend weiter?

Vor zwei Jahren war die deutsche Biathlon-Elite das letzte Mal in Altenberg. Für die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann ist es beinahe ein Heimspiel.
Vor zwei Jahren war die deutsche Biathlon-Elite das letzte Mal in Altenberg. Für die Oberwiesenthalerin Denise Herrmann ist es beinahe ein Heimspiel. © dpa/Angelika Warmuth

Altenberg. Biathlon Anfang September? Das ist immer noch gewöhnungsbedürftig, selbst wenn die deutschen Meisterschaften zu diesem frühen Zeitpunkt inzwischen bereits Tradition sind. Mangels Terminen im stressigen Winter werden die nationalen Titelkämpfe im Spätsommer auf Rollerski ausgetragen und dienen so als Qualifikationswettkämpfe fürs Weltcup-Team. Von Freitag bis Sonntag ist wieder Altenberg der Austragungsort. Auch das hat Tradition. Diesmal ist trotzdem alles ein bisschen anders und besonders. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Wettbewerbe und die Saison:

Warum sind die Meisterschaften in Altenberg diesmal so besonders?

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Für die besten deutschen Skijäger ist es der erste Wettkampf seit Mitte März, als die Weltcup-Saison wegen Corona vorzeitig abgebrochen werden musste. Sommer-WM, City-Rennen, Einladungs- und Showveranstaltungen – alles wurde in den vergangenen Monaten aufgrund der Pandemie gestrichen. Es gibt noch eine Besonderheit: Um alle Disziplinen austragen zu können, wird die deutsche Meisterschaft eigentlich auf zwei aufeinanderfolgende Wochenenden und Orte verteilt. Diesmal ist alles auf drei Tage und Altenberg konzentriert. Der Hintergrund: Ursprünglich sollte im August in Ruhpolding die Sommer-WM ausgetragen werden. Die wurde wegen Corona abgesagt, am Fahrplan der deutschen Meisterschaften aber trotzdem festgehalten.

Wer startet im Osterzgebirge? Und wer fehlt?

Olympiasieger Arnd Peiffer, der Olympiadritte Benedikt Doll, Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann, die WM-Zweite Franziska Preuß – das Starterfeld ist mit Medaillen reichlich dekoriert und prominent besetzt. Das macht die Wettkämpfe so attraktiv. Absagen mussten Erik Lesser wegen einer Erkältung sowie Philipp Nawrath, Johannes Kühn, Vanessa Hinz und Karolin Horchler wegen Verletzungen. Nach der vergangenen Saison hatte Nadine Horchler ihre Karriere beendet, die 2017 in Antholz ihren einzigen Weltcup-Sieg feiern konnte. Neben der deutschen Elite und den Junioren treten als Gaststarter auch die Nationalteams aus Tschechien, der Schweiz (nur Männer) und Lettland an.

Dürfen Zuschauer die Rennen live im Stadion verfolgen?

Ja, maximal 1.500 pro Tag. Dies hat das Landratsamt des Kreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge festgelegt. Die Tickets kosten elf und ermäßigt sechs Euro. Sie können online oder an den Vorverkaufsstellen der Region gekauft werden. „Wir bitten ausdrücklich darum, diese Möglichkeiten zu nutzen“, erklärt der Gesamtleiter der Meisterschaften, Eberhard Rösch. Die Kontaktdaten müssen stets hinterlegt werden. An der Tageskasse im Biathlon-Stadion im Zinnwalder Hofmannsloch könnte das zu längeren Wartezeiten führen. Wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, müssen die Zuschauer einen Atemschutz tragen.

Welchen sportlichen Wert haben die Wettbewerbe?

Für die Besten ist die deutsche Meisterschaft eine Standortbestimmung, für die anderen ein wichtiger Qualifikationswettkampf. Bei den Frauen sind Herrmann, Preuß und Hinz aufgrund ihrer Ergebnisse aus dem vergangenen Winter bereits gesetzt. Bei den Männern sind dies Peiffer, Doll, Kühn, Lucas Fratzscher und Philipp Horn. Für die Nationalmannschafts-Lehrgänge im Herbst sind bei den Frauen noch fünf Stellen zu vergeben, bei den Männern vier. Daran teilnehmen möchte auch Justus Strelow aus Schmiedeberg, Sachsens derzeit bester Biathlet. Ob dies klappt, hängt von seinen Ergebnissen in Altenberg ab. Dort hatte der 23-Jährige, der Ende Februar bei der EM Silber in der Mixed-Staffel gewann, bis zu seinem Umzug nach Oberhof trainiert. Nach den Lehrgängen nominieren die Bundestrainer ihre Kader für die ersten Weltcups.

Wie geht es mit der Saison der Biathleten danach weiter?

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Das steht noch nicht fest. Es gibt verschiedene Szenarien. Geplant sind in Deutschland weiterhin drei große Events. Nach der Team Challenge am 28. Dezember im Fußballstadion Auf Schalke stehen im Kalender der Internationalen Biathlon-Union (IBU) die Weltcups vom 7. bis zum 10. Januar 2021 in Oberhof und vom 13. bis zum 17. Januar in Ruhpolding. Ob oder in welcher Form sie ausgetragen werden, hängt vom Infektionsgeschehen und politischen Entscheidungen ab. Nach Oberhof und Ruhpolding kommen jedes Jahr Zehntausende Fans. Dürften sie das diesmal nicht, wäre der wirtschaftliche Schaden immens. Die IBU kündigte für diesen Fall bereits an, die Ausrichter finanziell zu unterstützen. Ausgleichszahlungen flossen bereits Ende der vergangenen Saison für Nove Mesto und Kontiolahti, wo keine Zuschauer in die Stadien und an die Strecken durften. Daneben gibt es ein Szenario mit „alternativem Zeitplan und reduzierten Reisen“, wie es in einer Mitteilung der IBU heißt. Dies würde greifen, „wenn staatliche Beschränkungen solche Änderungen erforderlich“ machen. Konkret würden dann mehrere Weltcups an einem Ort oder in einem Land ausgetragen. Besonders gefährdet scheint derzeit die Weltcup-Station Ende Februar in Peking zu sein. Geplant ist die als Generalprobe für die Olympischen Winterspiele ein Jahr später an gleicher Stelle. Über den Zeitplan für die ersten drei Weltcups – die Saison soll Ende November im finnischen Kontiolahti beginnen – will die IBU Ende September entscheiden.

Zeitplan in Altenberg: Sa., 11 Uhr Sprint Frauen, 14 Uhr Sprint Männer. So., 11 Uhr Verfolgung Frauen, 13.30 Uhr Verfolgung Männer.

Tickets: sind online erhältlich über www.altenberg.de und www.etix.com

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