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Rösch sorgt sich um Biathlon-Nachwuchs

Nach der enttäuschenden WM mahnt der 37-Jährige eine "größere Nachbesprechung" und eine bessere Förderung nachrückender Athleten an.

Staffel-Olympiasieger 2006 und Ex-Trainer in Altenberg: der Ex-Biathlet Michael Rösch.
Staffel-Olympiasieger 2006 und Ex-Trainer in Altenberg: der Ex-Biathlet Michael Rösch. © Archiv: dpa/Robert Michael

Altenberg. Staffel-Olympiasieger Michael Rösch sorgt sich um die Zukunft des deutschen Biathlonsports. Die Nachwuchslücke mache ihm "etwas Angst", sagte der 37-Jährige bei Sport1: "Wir haben an sich zwar Nachwuchs mit Potenzial, aber vielleicht ist in der Vergangenheit ein bisschen was bei der Förderung versäumt worden, dass Talente nicht rechtzeitig in den Weltcup gebracht worden sind, um dort zu wachsen."

Die Nachwuchsproblematik werde durch die Coronakrise zusätzlich verschärft. Die Trainingssituation sei derzeit "ganz schlimm", sagte der Goldmedaillengewinner von Turin 2006: "Bei uns im Verein dürfen nur die Kadersportler trainieren, dann ist das Schulsystem mit den Internaten natürlich beeinträchtigt. Da brennt's lichterloh, es entstehen riesige Lücken - und es wird eine Mammutaufgabe, das organisatorisch aufzuholen."

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Rösch weiß wovon er spricht. Von Mai 2019 an war er ein gutes Jahr lang als Stützpunkttrainer in seinem Heimatort Altenberg für eine siebenköpfige Juniorengruppe von 18- bis 20-Jährigen verantwortlich.

Rösch von Lessers Comeback überzeugt

Auch die enttäuschende Biathlon-WM in Pokljuka/Slowenien mit dem historischen Tiefstwert von nur zwei Medaillen erfordere eine "größere Nachbesprechung", findet Rösch.

Mit seinem ehemaligen Teamkollegen Erik Lesser habe er bei dessen Einbruch in der Staffel sehr gelitten. "Ich habe das auch schon erlebt", sagte der Sachse: "Du hast zwei Betonfüße, zwei Betonbeine und zwei Betonarme. Du kannst nichts mehr machen."

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Nur knapp ein Jahr arbeitete der Staffel-Olympiasieger am Stützpunkt in Altenberg, dabei hatte seine Einstellung für Wirbel gesorgt. Ein Nachfolger wird gesucht.

Er habe bereits Kontakt zum wortlos von der WM abgereisten Lesser aufgenommen. "Es geht ihm gut. Er hat schon jetzt seinen Humor wieder und mir bei WhatsApp mit einem lockeren Spruch geantwortet", sagte Rösch. Andeutungen über ein Karriereende habe Lesser ihm gegenüber nicht gemacht. "Ich bin sicher, er kommt zurück - und stärker denn je", sagte der dreimalige WM-Dritte. (sid)

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