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Herrmann hadert mit dem Schießen

Zu viele Fehler kosten die Oberwiesenthalerin beim Biathlon-Sprint in Oberhof erneut ein gutes Ergebnis. Beste Deutsche wird Franziska Preuß, aber ...

Beim zweiten Sprint von Oberhof schoss Denise Herrmann dreimal daneben. Zuviel - trotz einer sehr guten Laufleistung,
Beim zweiten Sprint von Oberhof schoss Denise Herrmann dreimal daneben. Zuviel - trotz einer sehr guten Laufleistung, © dpa/Martin Schutt

Von Thomas Wolfer

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Oberhof. In der Loipe fand Denise Herrmann zurück zu alter Form, doch ihre Schießschwäche verhinderte beim Biathlon-Weltcup in Oberhof erneut ein Top-Resultat. "Man darf im Wettkampf nicht zaubern wollen. Das will ich gerade - und das geht oft schief", sagte die Ex-Weltmeisterin nach Platz 15 im Sprint am Donnerstag.

Mit drei Strafrunden hatte die Sächsin beim sechsten Saisonsieg von Tiril Eckhoff mit über einer Minute Rückstand keine Chance. Die Norwegerin setzte sich souverän vor den ebenfalls fehlerfreien Dorothea Wierer aus Italien und Lisa Theresa Hauser aus Österreich durch. Beste Deutsche war die starke Franziska Preuß (1 Fehler) als Sechste.

In Medaillenform präsentieren sich die erfolgsverwöhnten deutschen Frauen vier Wochen vor der WM in Pokljuka dennoch nicht. Was nichts an der Zufriedenheit von Preuß änderte: "Ich bin richtig zufrieden mit heute. Jetzt schaue ich, dass ich so weitermache. Das war der Schritt in die richtige Richtung", sagte die Bayerin Preuß, der knapp 21 Sekunden auf Rang drei fehlten. Weniger glücklich konnte Herrmann sein.

Nach dem Schießen zusätzliche Sekunden verloren

Auch die zweitbeste Laufzeit nur 2,8 Sekunden hinter Eckhoff tröstete die 32-Jährige nur bedingt über ihre Patzer hinweg. "Das Laufen hat sich richtig gut angefühlt", sagte Herrmann und ergänzte gleich: "Stehend hatte ich so viele Gedanken. Ich bekomme es nicht hin, mich auf das Nötigste zu fokussieren."

Zwei Fehler leistete sie sich im Stehendanschlag, einen beim Liegendenschießen. "Das ist sehr, sehr unbefriedigend", sagte die ehemalige Langläuferin. Zusätzlich verhedderte sie sich auch noch mit ihrer Uhr beim Aufsetzen des Gewehrs und verlor nach Problemen mit dem Magazin zusätzlich wertvolle Sekunden. Wie sie aus dieser Krise wieder herauskommen will? "Man muss sich Erfolgserlebnisse schaffen, damit man wieder Selbstbewusstsein zurückerlangt", sagte sie.

Einen knappen Monat vor dem Beginn der WM in Pokljuka/Slowenien (10. bis 21. Februar) wird Deutschlands Nummer eins, die den Angriff auf den Sieg im Gesamtweltcup früh aufgeben muss, aber noch nicht nervös.

Ihre Form passe immerhin wieder, "aber das Schießen noch nicht", sagte Herrmann. "Ich versuche, ein bestehendes System anzuwenden, das gelingt mir gerade unter der Belastung stehend gerade nicht so ganz." Zwei Rennen im Thüringer Wald und die WM-Generalprobe in der kommenden Woche in Antholz bleiben noch, um sich zu verbessern.

Warten auf erlösenden Podestplatz

Die deutschen Frauen warten derweil weiterhin auf den erlösenden ersten Podestplatz des neuen Jahres. Während Preuß diesen ohne Strafrunde am Rennsteig vielleicht schon eingefahren hätte, machten auch andere Ergebnisse ein wenig Hoffnung.

Einen Tag nach dem dritten Rang von Arnd Peiffer im Männer-Sprint war Janina Hettich (0 Fehler) auf Platz 13 die zweitbeste Deutsche. Knapp dahinter schaffte es Maren Hammerschmidt ohne Schießfehler auf Platz 17. Vanessa Hinz (1) als 30. und Anna Weidel (3) als 80. landeten weiter hinten.

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