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Biathlon-WM: Frauen-Staffel holt Silber

Nach dem enttäuschenden WM-Start feiern die DSV-Damen ihre erste Medaille. Die Männer verpassen dagegen das Podium.

Das deutsche Team mit Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß (v.l.n.r.) jubelt im Ziel über den zweiten Platz.
Das deutsche Team mit Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß (v.l.n.r.) jubelt im Ziel über den zweiten Platz. © dpa/Sven Hoppe

Die deutsche Frauen-Staffel hat bei der Biathlon-WM in Pokljuka Silber gewonnen. Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß mussten sich über die 4x6km nur Titelverteidiger Norwegen geschlagen geben.

Für die deutschen Frauen, die im Weltcup in diesem Winter bereits dreimal auf dem Podest gestanden hatten, war es bei den Titelkämpfen auf der Hochebene in Slowenien nach vielen Enttäuschungen und knappen Entscheidungen die erste Medaille. Norwegen, das den dritten Staffel-WM-Titel in Serie holte, lag nach elf Nachladern 8,8 Sekunden vor dem Quartett des Deutschen Skiverbandes (0+5).

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"Zweites Leben wiedergekommen"

Preuß als Schlussläuferin hatte nach einem furiosen Zielsprint 0,4 Sekunden Vorsprung vor der Ukraine (0+7). "Ich habe es auch nicht mehr geglaubt. Aber mein zweites Leben ist wiedergekommen. Das war echt cool. Es ist ein richtig schönes Gefühl und tut uns allen extrem gut", sagte Preuß im ZDF.

Die deutsche Männer-Staffel hat dagegen nach einem unglaublichen Einbruch von Startläufer Erik Lesser die ersehnte Medaille klar verpasst. Lesser, Roman Rees, Arnd Peiffer und Benedikt Doll mussten sich bei der WM in Pokljuka mit dem enttäuschenden siebten Platz zufrieden geben. Es war das zweitschlechteste WM-Ergebnis für ein DSV-Quartett seit der Wiedervereinigung nach Rang zwölf 2001.

Weltmeister über die 4x7,5km wurde Norwegen. Das Team um Johannes Thingnes Bö (0+8) triumphierte deutlich mit 33,1 Sekunden Vorsprung vor Olympiasieger Schweden (0+7) und Russland (0+5/+50,9). Peiffer und Co. (0+4) hatten 1:43,2 Minuten Rückstand.

Schon nach Startläufer Lesser waren die Medaillenträume der DSV-Athleten, die in dieser Saison im Weltcup zweimal auf dem Podest gestanden hatten, ausgeträumt. Der 32-Jährige leistete sich drei Nachlader, konnte vor allem aber auf der Strecke überhaupt nicht mithalten. Als 20. übergab Lesser mit 1:23 Minuten Rückstand auf Rees.

"Noch nicht erlebt"

"Die letzte Runde ging gar nichts mehr. Eine wirkliche Erklärung habe ich nicht", sagte DSV-Arzt Jan Wüstenfeld dem ZDF. Nach dem Zieleinlauf war Lesser zusammengebrochen, Betreuer hatten ihm aufhelfen müssen. Lesser gehe es aber soweit gut, so Wüstenfeld. Einen Einbruch in dem Ausmaß habe er "noch nicht erlebt", sagte Rees. Lesser habe schon "beim Einlaufen nicht gut ausgesehen. Das tut mir leid für Erik", sagte Peiffer.

Danach nutzten auch gute Leistungen von Rees und Peiffer, die am Schießstand fehlerfrei blieben, sowie von Doll (ein Nachlader) nichts mehr. Bei den letzten drei Großereignissen hatte das DSV-Quartett immer eine Medaille geholt. Der letzte WM-Titel gelang 2015 in Kontiolahti.

Die WM wird am Sonntag mit den Massenstartrennen der Frauen über 12,5 km (12.30) und der Männer über 15 km (15.15 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) abgeschlossen. Bisher hat das DSV-Team zweimal Silber geholt. Neben der Staffel der Frauen war Peiffer im Einzel erfolgreich.

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