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Sport

Der Kampf der Boxer um eine gute Quote

Die ARD steigt nach sechs Jahren Abstinenz am Samstag wieder in die Liveübertragung eines Profikampfabends ein. Das liegt auch am Protagonisten.

Dominic Bösel verteidigt seinen WBA-WM-Gürtel.
Dominic Bösel verteidigt seinen WBA-WM-Gürtel. © dpa/Axel Heimken

Dresden. Die Rückkehr soll möglichst spektakulär werden. Es ist ein Comeback im doppelten Sinn. In der Magdeburger Getec-Arena steigt am Samstag während der Corona-Pandemie der erste Profiboxabend in Deutschland unter dem Hallendach – mit Zuschauern. 2.000 Besucher dürfen unter strengen Auflagen rein.

Und, das ist der zweite Rückkehr-Aspekt: All jene, die gern Karten gehabt hätten, aber keine bekommen haben, dürfen dennoch live dabei sein – in der ersten Reihe gewissermaßen. Nach sechs Jahren Abstinenz überträgt die ARD wieder einen Profiboxabend live ab 23.15 Uhr – was sicherlich auch viel mit dem Protagonisten vom veranstaltenden Boxstall SES aus Magdeburg zu tun hat. Dominic Bösel, den viele Experten für den legitimen Nachfolger von Box-Gentleman Henry Maske halten, verteidigt seinen WBA-Weltmeistergürtel im Halbschwergewicht (Maskes Gewichtsklasse) gegen seinen Landsmann Robin Krasniqi. Der 33-Jährige ist allerdings nur Ersatzmann, denn der eigentliche Bösel-Herausforderer Zac Dunn kommt derzeit aus Melbourne nicht weg. Auch das sind neue Realitäten.

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„Das ist für uns ein Ritterschlag, in der ARD boxen zu dürfen. Das zeigt auch, dass der MDR für uns und mit uns einen guten Job gemacht hat“, sagt SES-Chef Ulf Steinforth. Dessen Boxstall hat bis Ende 2020 noch einen TV-Vertrag mit dem MDR. Das Engagement der ARD ist offenbar erfolgs-, also quotenabhängig, muss aber, ginge es nach Steinforth, keine einmalige Sache sein. „Es gibt diese Verabredung für einen Kampf. Wenn wir und der Junge alles richtig machen, ist die logische Konsequenz, dass es weitergeht“, sagt Steinforth und lobt sein Aushängeschild: „Dominic ist ein Kerl aus der Region, sportlich und vom Typ her ein toller Boxer.“

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Stolz ist der Promoter auch darauf, dass dank des Gesundheits- und Hygienekonzepts wieder eine beträchtliche Anzahl Boxfans in die Halle dürfen. Theoretisch würde sie knapp 8.000 Besucher fassen. Es bleibt also trotz aller Vorfreude ein Event auf Sparflamme. „Wir halten das vielleicht bis Mitte nächsten Jahres durch. Wenn es so weitergeht, ist das echt katastrophal oder hat für uns Konsequenzen in der Personalpolitik“, mahnt Steinforth. Auf die Veranstaltung von Box-Events will der 53-Jährige dennoch nicht verzichten. „Wir wissen, dass der Sport ganz wichtig für die Bevölkerung der Region ist. Wir brauchen da Leuchttürme und sind einer davon.“

SES-Boss Ulf Steinforth will Boxabende unter Corona-Auflagen veranstalten.
SES-Boss Ulf Steinforth will Boxabende unter Corona-Auflagen veranstalten. © dpa/Timm Schamberger

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