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Der Handball-Bundestrainer gibt sein Debüt

Alfred Gislason wartet wegen Corona seit gut einem Jahr auf sein erstes Spiel im neuen Amt. Jetzt soll es tatsächlich stattfinden.

Die Hand am Ball: Bundestrainer Alfred Gislason.
Die Hand am Ball: Bundestrainer Alfred Gislason. © dpa/Julian Stratenschulte

Von Christoph Stukenbrock

Düsseldorf. Alfred Gislason war um Normalität bemüht. Videoschulung am Morgen, anschließend scheuchte der Bundestrainer seine Handballer beinahe zwei Stunden durch die Halle im Sportpark Niederheid in Düsseldorf. „Alfred war sehr motiviert nach langer Zeit und ist mit vollem Ehrgeiz ins Training gestartet“, sagte Torhüter Johannes Bitter. Am Dienstagabend war dann auch die drohende Absage des EM-Qualifikationsspiels gegen Bosnien-Herzegowina, seiner monatelang ersehnten Premiere mit der deutschen Auswahl, vom Tisch. Der europäische Verband bestätigte den Termin am Donnerstag in Düsseldorf. Davor hatte der Gegner aufgrund vieler coronabedingter Ausfälle eine Verlegung der Partie beantragt.

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Die deutsche Mannschaft brachte das lange Zittern auch zum Schmunzeln. Sonst bekäme man von den Gedanken „irgendwann Kopfschmerzen“, sagte Bitter. „Wer Alfred kennt, der weiß, dass er mit einer großen Portion Selbstironie ausgestattet ist und darüber schon auch Späße macht.“ Bob Hanning war überzeugt, dass Gislason sich von der Unsicherheit nicht aus der Ruhe bringen lasse. „Es ist keine einfache Situation für Alfred. Wir hätten uns alle etwas anderes gewünscht“, sagte der DHB-Vizepräsident. „Aber wenn einer mit schwierigen Situationen umgehen kann, dann er.“ Das Szenario rund um Gislason und das deutsche Team erinnerte in Zügen an den Klassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Gislason wäre demnach die Filmfigur Phil Connors, wunderbar gespielt von Bill Murray, der in eine sonderbare Zeitschleife gerät und denselben Tag immer wieder aufs Neue erlebt. Denn schon einmal bereitete Gislason seine Spieler, es war im März, auf sein vermeintliches Länderspiel-Debüt vor, schon einmal hing die Partie coronabedingt am seidenen Faden, ehe die niederländische Regierung ihr Team wenige Stunden vor dem Anpfiff nach Hause beorderte.

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