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Sport

Turn-Affäre: Viel Unterstützung für Frehse

Um weiter bei der Übungsleiterin trainieren zu können, sammeln die Athletinnen jetzt Geld. Ein prominenter Kollege fordert den Rücktritt der Verbandsspitze.

Im Januar 2017 wurden Sophie Scheder und Gabriele Frehse als sächsische Sportlerin und Trainerin des Jahres 2016 geehrt. Auch vier Jahre später ist das Verhältnis der beiden herzlich.
Im Januar 2017 wurden Sophie Scheder und Gabriele Frehse als sächsische Sportlerin und Trainerin des Jahres 2016 geehrt. Auch vier Jahre später ist das Verhältnis der beiden herzlich. © Archiv: Robert Michael

Berlin. Nach der Entlassung ihrer Turn-Trainerin Gabriele Frehse haben die drei Chemnitzer Olympia-Kandidatinnen Sophie Scheder, Emma Malewski und Lisa Zimmermann eine Spendenaktion gestartet. "Bitte unterstützen Sie uns bei der Finanzierung unserer Trainerin, damit wir unseren Traum von Olympia verwirklichen können", schreiben die Turnerinnen in einem Aufruf auf einer Crowdfunding-Seite im Internet.

Bei der am vergangenen Freitag gestarteten Aktion kamen bis zum Freitagnachmittag durch 146 Spender 24.835 Euro zusammen. Damit war die Zielsumme von 20.000 Euro bereits übertroffen. Dabei hat das Trio des TuS Chemnitz-Altendorf prominente Unterstützung bekommen: Wolfgang Hambüchen, Vater und Trainer von Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen, gehört mit zu den Spendern.

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Hambüchen-Vater: Verbandsspitze kollektiv unfähig

Zudem solidarisierte sich der Erfolgstrainer in einem Kommentar mit Gabriele Frehse und forderte den Rücktritt von Verantwortlichen im Deutschen Turner-Bund (DTB). "Ich fordere das gesamte Präsidium des DTB, den Sportdirektor und die Cheftrainerin wegen kollektiver Unfähigkeit zum sofortigen Rücktritt auf", sagte Hambüchen. Nur so könne weiterer Schaden von der "wunderschönen Sportart Kunstturnen" abgewendet werden.

Rund ein Dutzend ehemaliger Schützlinge von Gabriele Frehse mit der früheren Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer an der Spitze werfen der Trainerin vor, sie schikaniert, ihnen Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Der Olympiastützpunkt (OSP) Sachsen hatte der Trainerin, die die Vorwürfe bestritten hat, am vorigen Dienstag gekündigt.

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Dagegen will Frehse juristisch vorgehen. Er wünsche ihr, schrieb Wolfgang Hambüchen, "von ganzem Herzen, dass Du alle gegen Dich gerichteten Angriffe mit hoch erhobenen Kopf abwehren kannst, Deine tollen Mädels optimal für die nächsten Wettkämpfe vorbereitest". (dpa)

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