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Corona-Fälle treffen alle Dresdner Top-Vereine

Wenn die Infektionszahlen in der Stadt weiter steigen, hat das vor allem weitreichende finanzielle Folgen. Nicht nur für Dynamo.

Solche Lücken gibt es normalerweise nicht bei Dynamo. Doch was ist in diesen Zeiten schon normal?
Solche Lücken gibt es normalerweise nicht bei Dynamo. Doch was ist in diesen Zeiten schon normal? © dpa/Robert Michael

Dresden. Die Entscheidung kam über Nacht, die Konsequenzen sind hart – selbst für einen finanziell an sich gut aufgestellten Verein wie den Fußball-Drittligisten Dynamo. Statt der weit mehr als 10.000 Zuschauer durften zum Ost-Duell gegen Magdeburg am Samstag nur 999 zahlende Besucher ins Rudolf-Harbig-Stadion. Den Ausschlag dafür gaben die sprunghaft gestiegenen Corona-Infektionszahlen.

In den bisherigen Hygiene- und Sicherheitskonzepten der sächsischen Profiteams liegt der ausschlaggebende Inzidenzwert bei 20 Neu-Infektionen je 100.000 Einwohner als Mittelwert für die vergangenen sieben Tage. Am Sonntag betrug dieser Wert für Dresden exakt 23,168 – Tendenz täglich weiter steigend. Das hat auch für die anderen Top-Vereine der Stadt weitreichende Folgen – allerdings unterschiedliche.

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Die Lage bei den DSC-Volleyballerinnen

Der Pokalsieger konnte bislang für die bevorstehenden Heimspiele in der gerade erst gestarteten Bundesliga-Saison mit einer Zuschauerzahl von bis zu 1.176 planen, rund 3.000 fasst die Margon-Arena insgesamt. Allerdings sind die 1.176 Tickets nur bei optimalem Buchungsverhalten der Fans abrufbar – wenn es jeweils ausschließlich Zehner-Buchungsgruppen, sogenannte Infektionsgemeinschaften, gibt. Die genannte Zahl aber ist nun erst einmal hinfällig. Nach der aktuellen Corona-Verordnung im Freistaat Sachsen, die vorerst bis zum 2. November gültig ist, sind Events mit mehr als 1.000 Zuschauern nicht mehr gestattet.

Der DSC kann im ersten Heimspiel am 24. Oktober gegen Münster vor maximal 999 Zuschauern spielen. „Grundsätzlich ist diese Abstufung für uns wirtschaftlich nicht so immens. Dennoch ist nicht sicher, ob wir das Konzept am 24. Oktober auch so anwenden können. Die Lage ist jetzt noch unklarer und unsicherer“, erklärt DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann.

Die 33-Jährige hatte zuletzt bereits erklärt, dass eine Saison mit eingeschränkter Zuschauerkapazität wirtschaftlich nicht durchzuhalten sei. „Unser ohnehin reger Austausch mit dem Gesundheitsamt wird sich noch intensiveren“, sagt sie.

Lenka Dürr (links) und Lena Stigrot vom DSC spielen künftig Volleyball vor weniger Publikum.
Lenka Dürr (links) und Lena Stigrot vom DSC spielen künftig Volleyball vor weniger Publikum. © dpa/Sebastian Kahnert

So sieht es bei den Dresdner Eislöwen aus

Auch den Eishockey-Zweitligisten trifft die neue Verordnung, zumal die wirtschaftlichen Einbußen für viele Vereine existenziell sind und derzeit nur durch zeitlich begrenzte öffentliche Darlehen oder Förderprogramme abgefedert werden.

Das vom Gesundheitsamt Dresden abgesegnete Hygiene- und Sicherheitskonzept hätte den Dresdner Eislöwen bei Heimspielen bis zu 1.800 Besucher in der Energieverbund-Arena gestattet. Beim „So geht sächsisch.-Cup“ am vergangenen Wochenende kamen am Samstag 1.408 und am Sonntag 1.012 Besucher. Nun können auch die Eislöwen ebenfalls lediglich mit 999 Fans planen. Allerdings startet die DEL-2-Saison erst am 6. November. Bis dahin könnte es wieder eine neue, angepasste Corona-Verordnung im Freistaat geben, die im schlechtesten Fall zu weiteren Beschränkungen führt.

Torwart Riku Helenius und Kevin Lavallee haben noch ein bisschen Zeit bis zum Saisonauftakt.
Torwart Riku Helenius und Kevin Lavallee haben noch ein bisschen Zeit bis zum Saisonauftakt. © Matthias Rietschel

Die Situation bei den Elbflorenz-Handballern

Der Handball-Zweitligist liegt mit seiner bislang genehmigten Zuschauerzahl von 956 Besuchern in der Ballsporthalle ohnehin bereits unter der 1.000er-Marke für Großveranstaltungen. Normalerweise passen bis zu 2.581 Zuschauer in die Halle. „Die steigende Inzidenzzahl für Dresden betrifft uns damit erst einmal nicht, zumindest nicht direkt“, sagt HC-Manager Karsten Wöhler und bekräftigt: „Ich gehe davon aus, dass wir zu unserem ersten Heimspiel die derzeit mögliche Maximalanzahl in die Halle lassen dürfen.“

Nach dem geglückten Saisonstart mit dem 27:21-Sieg in Coburg tritt der HC Elbflorenz am nächsten Freitag bei TuS N-Lübbecke an, bevor das Team von Trainer Rico Göde zum ersten Heimspiel lädt. Das steigt am 21. Oktober ausgerechnet gegen den EHV Aue. Die Partie war in der vergangenen Saison lange ausverkauft, ehe der coronabedingte Saisonabbruch das Sachsen-Derby doch noch verhinderte.

In der Ballsportarena bleiben viele Plätze gesperrt und die Handballer unter der 1.000er-Marke.
In der Ballsportarena bleiben viele Plätze gesperrt und die Handballer unter der 1.000er-Marke. © Jürgen Lösel

Der Stand bei den Basketballern der Dresden Titans

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Für den Basketball-Drittligisten gilt als zweiter großer regelmäßiger Nutzer der Margon-Arena das Gleiche wie für die DSC-Volleyballerinnen. Mehr als 999 Zuschauer dürfen nach derzeitigen Bedingungen nicht hinein. Dabei vermeldeten die Titans erst am Mittwoch, dass beim Heimdebüt in der 2. Bundesliga Pro B am 17. Oktober bis zu 1.193 Menschen in die Halle kommen dürfen. Doch das Beispiel der Dynamo-Fußballer, die für das Magdeburg-Spiel schon mehr als 10.000 Tickets verkauft hatten, zeigt: In diesen Tagen sind solche Meldungen mit großer Vorsicht zu genießen.

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