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Corona bremst den Sport in Sachsen aus

Der Sport in Sachsen ist wieder auf Touren gekommen. Doch die zeitweilige Zwangspause hat in den Vereinen Spuren hinterlassen.

Der Landessportbund befürchtet wegen der Corona-Krise einen Mitgliederschwund
Der Landessportbund befürchtet wegen der Corona-Krise einen Mitgliederschwund © Symbolfoto: dpa

Leipzig/Dresden. Das Coronavirus hat auch die Sportler in Sachsen ausgebremst. "Wir rechnen am Ende des Jahres mit einem Rückgang bei der Mitgliederzahl, zumindest wird das Wachstum der vergangenen Jahre vermutlich gestoppt werden", sagte der Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen, Christian Dahms, in Leipzig bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Verbänden und Vereinen. 

Zwar sei der Sportbetrieb in den Vereinen wieder angelaufen. Es sei aber noch nicht bekannt, ob und wie viele Sportler oder Sportgruppen wegen Corona aufgegeben haben. Im Landessportbund Sachsen sind aktuell rund 675.000 Mitglieder in mehr als 4.400 Sportvereinen organisiert. Vor fünf Jahren waren es 623.482 Mitglieder.

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Der Generalsekretärs des Landessportbundes Sachsen, Christian Dahms.
Der Generalsekretärs des Landessportbundes Sachsen, Christian Dahms. © Landessportbund Sachsen

Laut Dahms sind unter anderem der Pferdesport, die Gesundheits- und Rehabilitationssportvereine und auch Teamsportarten wie Fußball, Handball, Volleyball oder Eishockey, die mit Einnahmen aus Eintrittsgeldern planen, von den Auswirkungen betroffen.

Beim Pferdesport erwirtschaften die Vereine einen Teil der nicht unerheblichen Kosten für den Unterhalt der Pferde und deren Stallungen, für Futter, Pflege, den Hufschmied, die ärztliche Betreuung der Tiere sowie die Bezahlung der Reitlehrer durch Reitstunden und -kurse. Wegen des Infektionsschutzes seien Mitte März die Kurse und damit Einnahmen schlagartig weggefallen, die Kosten hingegen seien geblieben, sagte die Geschäftsführerin des Landesverbandes Pferdesport Sachsen, Susann Krönert.

Einige Vereine seien deswegen vermutlich in Schwierigkeiten. Dennoch: Bisher habe sich beim Verband kein Verein abgemeldet. Hilfesuchende Vereine seien beraten worden und ihnen sei geholfen worden. Während der Sommerferien seien die Ferienfreizeiten für Kinder und auch der Reitschulbetrieb wieder angelaufen. Und im Herbst stünden noch einige Reitturniere auf dem Programm. "Wir sind vermutlich mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Krönert. Im Landesverband sind nach eigenen Angaben 304 Vereine mit fast 12.000 Mitgliedern sowie 102 pferdehaltende Einrichtungen organisiert.

Beim SC DHfK Leipzig mussten alle rund 70 festangestellten Mitarbeiter von Trainern bis zur Geschäftsstelle kurzarbeiten. "Aber wir mussten niemanden entlassen. Das ist ein Erfolg", sagte der Generalsekretär des Clubs, Alexander Schlenzig. Auch die etwa 6500 Mitglieder hätten dem Verein die Treue gehalten. Einzig beim Kinderschwimmen hätten einige Teilnehmer ihre Verträge auslaufen lassen. "Die hätten wir gern länger gehalten." Vor allem im Gesundheits- und Rehabereich, wo auch Behandlungen auf Rezept angeboten werden, sei die Lage wirtschaftlich schwierig gewesen.

Die Sportler selbst hätten schon bald wieder trainiert. Ein schwerer Schlag sei jedoch die Verschiebung der Olympischen Spiele von Tokio auf nächstes Jahr gewesen. Nun fehlten die mit Medaillengewinnen verbundenen Einnahmen, die auch dem Nachwuchsbereich zugutegekommen wären. Die hätte es gegeben, ist Schlenzig überzeugt. "Die Sportler des SC DHfK haben bisher bei allen Olympischen Spielen, an denen sie teilgenommen haben, Medaillen geholt." Zudem wirke sich die Verschiebung nachteilig auf die Motivation der Sportler aus. Sollten die Spiele noch ganz abgesagt werden, seien die Folgen vor allem für den Spitzensportbereich noch nicht abzusehen, sagte Schlenzig.

Einen geringen, aber doch bemerkbaren Rückgang an Mitgliedern hat es in den vergangenen Monaten beim Radebeuler Ballspiel-Club 1908 vor allem bei den Jüngsten gegeben. "Wir können nur vermuten, woran das liegen könnte", sagte Vereinssprecher Felix Gärtner. Möglicherweise hätten die Kinder während der Trainingspause festgestellt, dass sie sich auch ohne Fußball gut in der Freizeit beschäftigen könnten oder Sport ihnen doch nicht so wichtig sei.

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