Sport
Merken

Deutsche Handballer besiegen Russland

Das gute Ende eines ungewöhnlichen Turniers: Mit einem Erfolg gegen Russland verabschieden sich die deutschen Handballer von der EM in der Slowakei.

 3 Min.
Teilen
Folgen
Deutschlands Paul Drux (l) versucht sich am Kreis durchzusetzen.
Deutschlands Paul Drux (l) versucht sich am Kreis durchzusetzen. © dpa

Bratislava. Deutschlands schwer dezimierte Handballer verlassen die vom Corona-Chaos geprägte Europameisterschaft mit einem Erfolgserlebnis. Dank einer kämpferisch starken Leistung setzte sich die auf 13 Spieler zusammengeschrumpfte DHB-Auswahl am Dienstagabend mit 30:29 (16:12) gegen Russland durch. Kapitän Johannes Golla, Tobias Reichmann und Patrick Zieker waren in Bratislava mit je fünf Toren bester Werfer der deutschen Mannschaft, die schon vor der Partie keine Chance mehr auf den Einzug ins Halbfinale des Turniers in der Slowakei und Ungarn gehabt hatte. Stattdessen tritt Bundestrainer Alfred Gislason mit seinen verbliebenen Schützlingen nun am Mittwochmorgen die Heimreise per Charterflug in Richtung Frankfurt an.

Etliche seiner Akteure hatten schon vorher das Teamhotel in der slowakischen Hauptstadt verlassen. Für das abschließende Turnierspiel war der ohnehin schon dezimierte Kader der DHB-Auswahl nochmals kleiner geworden. 16 Spieler darf Bundestrainer Alfred Gislason bei den EM-Spielen eigentlich in sein Aufgebot berufen, immerhin 14 waren diesmal eingeplant - doch dann verzichtete der Isländer kurzfristig auch noch auf Hendrik Wagner. Der Rückraumspieler hatte nach seiner Corona-Infektion und mehrtägiger Quarantäne am vergangenen Sonntag gegen Schweden zwar sein Turnier-Debüt gegeben, nach wenigen Minuten aber über Atemprobleme geklagt.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Kuriose EM

So standen diesmal nur 13 Akteure im deutschen Kader, so wenige wie nie zuvor bei dieser kuriosen EM. Nicht mal eine richtige Abwehr konnte Gislason aufbieten, weil nach den positiven Corona-Tests von Patrick Wiencek und Simon Ernst nur noch Golla als Defensivspezialist übrig geblieben war. Dennoch erwischte die DHB-Auswahl einen guten Start ins Spiel, was auch am starken Torhüter Daniel Rebmann lag. Der nachnominierte Turnier-Debütant von Frisch Auf Göppingen durfte erstmals bei der EM von Beginn an ran und überzeugte mit zahlreichen Paraden. Deutschland lag schnell mit vier Toren in Front.

Aber wer kann Gislasons Mannschaft die anschließenden Fehler verdenken? Vom ursprünglichen Kader, mit dem der Isländer die Reise zur EM angetreten hatte, sind nur Julian Köster, Philipp Weber, Lukas Zerbe und Golla vom Virus verschont geblieben - insgesamt 15 Spieler hatte es dagegen erwischt. Auch deshalb fehlte es der DHB-Auswahl an Automatismen. Anstatt die Führung zu verwalten, unterliefen im Angriff immer wieder Fehler. Vor allem Weber fiel durch zahlreiche Fehlwürfe auf, auch andere erfahrene Akteure wie Tobias Reichmann oder Fabian Wiede vergaben teils beste Chancen. Aber Gislason blieb am Seitenrand diesmal gelassen.

Weiterführende Artikel

Deutschlands Handballer verpassen EM-Halbfinale

Deutschlands Handballer verpassen EM-Halbfinale

Überraschung verschenkt, Medaillentraum geplatzt: Deutschlands corona-geplagte Handballer scheiden bei der EM in der Vorrunde aus.

Warum Dresdens Handballer ihren Top-Influencer behalten

Warum Dresdens Handballer ihren Top-Influencer behalten

Nils Kretschmer galt beim HC Elbflorenz schon als ausgemustert. Nun wurde sein Vertrag wieder verlängert. Die Zahl seiner Follower hat sich fast verdreifacht.

Deutsche Handballer siegreich gegen Polen

Deutsche Handballer siegreich gegen Polen

Nach den vielen coronabedingten Ausfällen haben die deutschen Handballer eine erstaunliche Trotzreaktion gezeigt. Gegen Polen gelingt der dritte Sieg im dritten Spiel.

Anstatt an den Defiziten seiner Mannschaft zu verzweifeln, übte sich der 62-Jährige in seinen Auszeiten in Geduld. Was hätte er auch fordern sollen? Wegen des chronischen Mangels an Abwehrspielern musste unter anderem der 21-jährige Köster vom Zweitligisten VfL Gummersbach im Deckungszentrum aushelfen, in der Offensive fehlte es irgendwann an der Ausdauer. Dennoch reichte es am Ende zum Erfolg. Per Kempa-Trick erzielte Zieker den Siegtreffer. (dpa)

Mehr zum Thema Sport