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Handballer verpassen WM-Gruppensieg

Im letzten WM-Vorrundenspiel unterliegt das deutsche Team gegen Ungarn knapp. Der Leipziger Spielmacher Philipp Weber spricht von einem "Scheißgefühl."

Drei Sekunden vor Schluss den entscheidenden Gegentreffer kassiert: Bundestrainer Alfred Gislason ist enttäuscht.
Drei Sekunden vor Schluss den entscheidenden Gegentreffer kassiert: Bundestrainer Alfred Gislason ist enttäuscht. © dpa/Sascha Klahn

Von Christoph Stukenbrock und Moritz Löhr

Gizeh. Nach dem bitteren WM-Dämpfer sank Alfred Gislason auf einen blauen Stuhl und blickte ins Nichts. Seine Schreie hatten den Bundestrainer der deutschen Handballer im Vorrunden-Krimi gegen Ungarn fast die Stimme gekostet - letztlich waren sie umsonst. "Schade, dass es nicht für uns gereicht hat", sagte der heisere Isländer nach dem 28:29 (14:15) gegen den EM-Neunten.

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Durch die erste Niederlage in Gislasons noch kurzer DHB-Laufbahn verspielte Deutschland eine optimale Ausbeute für den Kampf um das anvisierte WM-Viertelfinale. "Es ist extrem bitter, wie das am Ende gelaufen ist. Wir sind über die Emotion gekommen, haben auch unsere Stärken ausgespielt, waren aber dann ein paarmal zu oft zu weit weg", sagte Spielmacher Philipp Weber im ZDF. Sein Fazit: "Das ist jetzt schon ein Scheißgefühl."

Auch sieben Tore von Linksaußen Marcel Schiller reichten beim Geisterspiel in der Hassan-Moustafa-Halle in Gizeh nicht zum Sieg für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) - trotz einer "Riesenmoral", wie Kapitän Uwe Gensheimer hervorhob. Das deutsche Team startet am Donnerstag mit 2:2 Punkten gegen Europameister Spanien in die Hauptrunde.

Schiedsrichter bringen Spiel ins Stocken

Auch die weiteren Gegner in der nächsten Turnierphase sind hochkarätig: Das DHB-Team trifft außerdem auf Brasilien (Samstag) sowie Polen (Montag). Die beiden Erstplatzierten der Hauptrundengruppe I qualifizieren sich für das Viertelfinale - zugleich das erklärte Ziel der deutschen Mannschaft. "Wir müssen in der Hauptrunde einen deutlich besseren Innenblock hinbekommen", sagte Gislason.

Die DHB-Auswahl bestritt am Dienstagabend ihre erst zweite WM-Partie. Das eigentlich für Sonntag geplante zweite Vorrundenspiel gegen Kap Verde war coronabedingt abgesagt und für Deutschland gewertet worden. Das Auftaktmatch gegen Uruguay hatte das DHB-Team deutlich für sich entschieden (43:14).

Das DHB-Team tat sich in einem sehr intensiven Spiel gegen Ungarn schwer. Das kleinlich pfeifende kroatische Schiedsrichter-Gespann verteilte auf beiden Seiten viele Zwei-Minuten-Strafen, was den Spielfluss etwas ins Stocken brachte. Ungarn kam damit besser zurecht.

Abwehrzentrale funktioniert nicht

Der 2,04 Meter große Kreisläufer Bence Banhidi kam immer wieder frei zum Wurf, deutsche Ballverluste resultierten stets in ungarischen Gegenstößen. Beim 6:10 (17.) nahm Gislason die erste Auszeit und monierte: "Wir kriegen nicht genug Zugriff in der Abwehr. Wir haben ein, zwei Bälle verloren, die wir nicht verlieren dürfen. Wir müssen die Chancen besser nutzen."

Auch in der Folge funktionierte die deutsche Abwehrzentrale aus Johannes Golla und Sebastian Firnhaber überhaupt nicht, im eigenen Angriff war der Respekt vor der aggressiven Defensive der Magyaren zu groß. Mit der ersten Parade von Johannes Bitter, der für Wolff zwischen die Pfosten rückte, begann dann die bis dato beste deutsche Phase.

Vom 10:15 (26.) kämpfte sich Deutschland mit einem 4:0-Lauf auf einen Treffer heran. "Wir sind Gott sei Dank noch mal rangekommen, das gibt Hoffnung", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Pause. Nach dem Wechsel glich Deutschland zwar sofort aus, lief anschließend aber wieder einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher.

Jetzt geht es nach Kairo

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Denn im Angriff ließ das deutsche Team klarste Chancen liegen. Immerhin: Die Deckung klappte etwas besser. Uwe Gensheimer stand wie Paul Drux nun mit auf dem Feld und wirkte bei einer hochspannenden Schlussphase mit, vor allem Drux drückte dem Spiel in der Schlussphase seinen Stempel auf.

Vor dem Hauptrunden-Start wechselt das DHB-Team die Unterkunft. Aus dem Mena House am Fuße der Pyramiden von Gizeh geht es am Mittwoch um 10 Uhr Ortszeit ins 70 Kilometer östlich gelegene Al Masa Hotel in Kairo. (sid)

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