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Die gesundheitlichen Corona-Folgen für Sportler

Eishockey-Profi Janik Möser spielt nach einer Entzündung seines Herzmuskels zwar wieder, doch ein Kernproblem bleibt.

Wegen seiner Corona-Infektion wurde das „Return to play“-Programm entwickelt: der Wolfsburger Eishockey-Profi Janik Möser.
Wegen seiner Corona-Infektion wurde das „Return to play“-Programm entwickelt: der Wolfsburger Eishockey-Profi Janik Möser. © dpa/Helge Landmann

Von Sebastian Stiekel

Was die Folgen der Corona-Pandemie angeht, hat die Eishockey-Mannschaft der Grizzlys Wolfsburg beinahe jede Erfahrung durch. Ihr Verteidiger Janik Möser ist der bislang bekannteste deutsche Sportler, bei dem eine Covid-19-Erkrankung auch zu Herzproblemen führte. Nachdem Anfang Februar zwei andere Spieler positiv getestet wurden, musste das gesamte Team in Quarantäne.

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Am Montagabend begann mit dem 4:3 gegen Tabellenführer Bremerhaven ein straffes Nachholprogramm mit fünf DEL-Spielen in nur zehn Tagen. Und einer derjenigen, der sich nach drei Monaten Pause über jede Minute auf dem Eis freut, ist der wieder gesundgeschriebene Möser. „Das ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte der 25-Jährige dem NDR.

Allein: Ein Kernproblem des Leistungssports in der Corona-Zeit ist mit seiner Genesung noch nicht behoben. Mösers Herzmuskelentzündung hat dem Sport zwar ein warnendes Beispiel beschert, aber längst noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. „Wir wissen noch viel zu wenig darüber, welche Langzeitfolgen das Virus für jemanden hat, der positiv getestet wurde“, sagt der Wolfsburger Mannschaftsarzt Axel Gänsslen.

Datenbank soll Fälle sammeln

Der Mediziner hat als Reaktion auf den Fall Möser einen Leitfaden entwickelt, wie man Spieler nach einer Corona-Infektion wieder in den Trainings- und Spielbetrieb integrieren soll. Dieses „Return to Play“-Programm gibt vereinfacht gesagt vor, wie lange ein positiv getesteter Spieler pausieren sollte und welche Nachuntersuchungen sein müssen, um möglichst keine Folgeerkrankung zu übersehen.

„Das Feedback aus den Vereinen ist positiv, weil alle erst einmal froh sind, dass wir überhaupt etwas in der Hand haben“, sagt Gänsslen. Für die Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist dieser Leitfaden längst verbindlich. Mediziner aus dem Handball und dem Basketball waren an seiner Ausarbeitung zumindest beteiligt. Als nächsten Schritt hält Gänsslen für wichtig: „Eine Datenbank, in der Fälle von positiv getesteten Leistungssportlern gesammelt werden.“ Es gebe in den verschiedenen Sportarten zwar Stützpunkte, „an denen viele Daten zusammenkommen. Aber wir sind weit davon entfernt, generelle Aussagen machen zu können. Was uns fehlt, ist eine einheitliche Dokumentation.“

Die Universität Tübingen hat bereits während der ersten Corona-Welle mit ihrer Studie „Covid 19 und Sport“ begonnen, bei der positiv getestete Leistungssportler und negativ getestete Leistungssportler verglichen werden, um die Langzeitfolgen einer Infektion zu untersuchen. Gänsslen nahm Kontakt zu den Betreibern der Studie auf und fragte, „ob sich Spieler aus der DEL daran beteiligen können. Sie haben ein Interesse daran, das ist in der Liga bekannt.“

Eine Frage des Geldes

Solange gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen, muss jede Sportart den möglichen Langzeitfolgen aber auf ihre Weise vorbeugen. Und das ist auch eine Frage des Geldes. Bei den Bundesliga-Fußballern des VfL Wolfsburg gab es kurz vor und kurz nach Weihnachten insgesamt fünf Corona-Fälle mit völlig unterschiedlichen Verläufen. Der Franzose Maxence Lacroix etwa hat seit seiner Quarantäne nur ein Spiel verpasst. Sein Landsmann Jerome Roussillon dagegen zeigte so starke Symptome, dass er erst sieben Wochen nach seinem positiven Test zum ersten Mal wieder zum Spieltagskader gehörte.

Der Unterschied zwischen Fußball und Eishockey ist: „Es gibt auch im Eishockey Vereine mit einem großen medizinischen Netzwerk. Ein Verein aus der Fußball-Bundesliga hat trotzdem ganz andere Bedingungen“, sagte Gänsslen. „Die sind im medizinischen Bereich teilweise mit Geräten ausgestattet, die sich im Eishockey kein Klub leisten kann.“

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Ohne komplette Trainingswoche „mit allen Belastungsspitzen“ (Glasner) kehrt beim VfL kein Corona-Fall mehr in ein Bundesliga-Stadion zurück. Das ist auch die Grundidee des Eishockey-Programms. (dpa)

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