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Der Profit-Fußball hat die Fans ausgetrickst

sächsische.de-Sportchef Tino Meyer hat zu den Querelen rund um Champions und Super League eine ganz eigene Meinung.

Real Madrids Präsident Florentino Pérez sieht die Zukunft seines Vereins ohne Super League gefährdet. Sächsische.de-Sportchef Tino Meyer traut dem Bauunternehmer eine andere Rolle zu.
Real Madrids Präsident Florentino Pérez sieht die Zukunft seines Vereins ohne Super League gefährdet. Sächsische.de-Sportchef Tino Meyer traut dem Bauunternehmer eine andere Rolle zu. © Manu Fernandez/AP/dpa - Kombo: SZ-Bildstelle

Verschwörungstheorien sind angesagter denn je, gerade jetzt in diesen aufgeregten, unsicheren Zeiten. Ebenso grundsätzlich gilt: Im Milliardengeschäft Profifußball ist alles möglich. Wirklich alles wie eine WM im Winter 2022 im schwerreichen Katar, weil es dort im Sommer zu warm ist. Oder die Europameisterschaftsendrunde mit 24 Mannschaften, damit jedes zweite Land des Kontinents mitspielen und vor allem mitverdienen kann.

Die Liste ließe sich problemlos verlängern. Absurd klingende, finanziell dafür umso lukrativere Beispiele liefern Verbände, aber auch Vereine inzwischen regelmäßig. Dass die europäische Uefa mit den Initiatoren der zu Wochenbeginn verkündeten und keine zwei Tage später bereits gescheiterten Super League gemeinsame Sache gemacht haben könnte, würde perfekt dazu passen.

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Tatsächlich klingt es gar nicht abwegig: Real Madrids für seine verrückten, oft realitätsentrückten Vorschläge bekannter Präsident Florentino Perez wird vorgeschickt mit der Super League, dazu im Schlepptau elf weitere mehrheitlich von Investoren gelenkte Topklubs. Unter dem Motto: Mal sehen, was passiert; entschuldigen kann man sich danach ja immer noch. Der Aufschrei der Fans ist erwartungsgemäß riesig, auch die Verbände Fifa und Uefa geben sich empört.

Und während sich alle Welt über den Untergang des traditionellen Fußballs ereifert, wird die nicht minder umstrittene Reform der Champions League beschlossen, die noch mehr Spiele und damit noch mehr Einnahmen garantieren. Mitspielen dürfen jetzt 36 statt bislang 32 Mannschaften, dass einer der Topklubs, darunter alle zwölf Super-League-Kandidaten, mal nicht dabei sein könnte, ist nahezu ausgeschlossen. Eingeführt wird zur neuen Saison zudem ein dritter Europapokalwettbewerb, damit auch die kleinen Großen im Milliardengeschäft neue Finanzquellen erschließen können.

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Um es ganz klar zu sagen: Die Verhinderung der Super League dürfen die Fans gerne als ihren Erfolg feiern, der den Einfluss des Großkapitals und die weiter fortschreitende Kommerzialisierung des Profit-Fußballs aber nicht bremst. Im Gegenteil, man könnte auch sagen, die Fans sind auf den großen Bluff des großen Fußballs schlichtweg reingefallen.

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