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Stadtsportbund Dresden meldet steigende Zahlen

Gegen den Sachsen-Trend: In Dresden steigt die Zahl der in Vereinen Sport treibenden Menschen wieder. Nachholbedarf gibt es dennoch.

Von Alexander Hiller
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Speziell im Fußball, aber auch im Klettern, Schwimmen und Tennis boomen die Mitgliedszahlen in Dresdner Vereinen.
Speziell im Fußball, aber auch im Klettern, Schwimmen und Tennis boomen die Mitgliedszahlen in Dresdner Vereinen. ©  Archiv: dpa/Robert Michael

Dresden. Vor wenigen Tagen verkündete der Landessportbund Sachsen noch dramatische Zahlen. In den vergangenen beiden Jahren, so vermeldete es die Dachorganisation des Sports in Sachsen, gab es demnach einen Mitgliederverlust von 26.280 Sportlern und Sportlerinnen. In Dresden dagegen deutet sich eine Trendwende an.

Der Stadtsportbund (SSB) Dresden veröffentlichte am Montag die aktuellen Mitgliederzahlen - und die steigen wieder, wenn auch nur leicht. Derzeit sind 109.241 Menschen in Sportvereinen der Stadt organisiert. Das sind 165 mehr Mitglieder als im Vorjahr. Grundlage für die Zahlen sind die Mitgliederstatistiken, die die 396 städtischen Sportvereine bis zum Stichtag am 31. Januar beim SSB vorlegten. Allerdings hat auch Dresden den Vor-Pandemiezustand von 2020 (110.596 Mitglieder) noch nicht ganz erreicht. Mitgliederstärkster Verein ist nach wie vor Dynamo Dresden mit 24.374 Mitgliedern.

Außer in Dresden stiegen nur im Kreissportbund Vogtland die Zahl der Mitglieder leicht an (plus 34). In den übrigen elf Kreis- und Stadtsportbünden des Freistaates sind die Zahlen zunächst weiterhin rückläufig. "Es ist erfreulich, dass trotz der anhaltenden Pandemie samt Einschränkungen und vieler Ungewissheiten der Vereinssport in Dresden sich stabil gehalten hat bzw. sogar einen kleinen Wachstumstrend aufzeigt", sagt SSB-Präsident Lars-Detlef Kluger. "Für mich ist diese Entwicklung ein Zeichen, dass wir die Pandemie nicht nur mit Impfstoff bekämpfen können, sondern auch die Möglichkeiten suchen müssen, die persönliche, natürliche Stärkung des Immunsystems voranzutreiben. Das bietet nun mal der Sport."

SSB-Geschäftsführer Robert Baumgarten präsentierte am Montag die aktuellen Mitgliederzahlen der Dresdner Sportvereine.
SSB-Geschäftsführer Robert Baumgarten präsentierte am Montag die aktuellen Mitgliederzahlen der Dresdner Sportvereine. © Christian Juppe

Der Anstieg bildet sich vor allem im Kinder- und Jugendbereich ab. 814 Nachwuchssportlerinnen und - sportler bis zum Alter von 18 Jahren sind im Vergleich zum Vorjahr hinzugekommen. "Im vergangenen Jahr konnten die Vereine speziell für Kinder weniger Angebote bereithalten, das hat Neuanmeldungen gekostet. Vielleicht ist da ein gewisser Nachholeffekt eingetreten", stellt Kluger fest. Den Gegentrend aus Dresden macht das SSB-Oberhaupt auch an "den guten Rahmenbedingungen für Sporttreibende fest, die es dank Finanzierungen durch Finanzbürgermeister und Stadtrat vor allem im konsumtiven Bereich gibt." Zudem bringe der Eigenbetrieb Sportstätten in Zusammenarbeit mit den Vereinen gute Entwicklungen hervor. "Ich denke das macht das Sporttreiben in Dresden einfacher, als das in anderen Kreisen und Städten der Fall ist."

Zum Vergleich: Der Stadtsportbund Leipzig hat in der Bestandserhebung für das Jahr 2022 als zweitgrößter Stadtsportbund in Sachsen weitere 157 Mitglieder verloren - steht nun bei 94.912 im Sport organisierten Menschen. Der Oberlausitzer KSB vermeldet den größten Mitgliederschwund (-946). "Ich gehe davon aus, dass die Politiker auf Landes- und städtischer Ebene alles dafür tun werden, dass möglichst viel Sport getrieben werden kann - egal, wie sich die Pandemie entwickelt. Und dann", hofft Kluger, "haben wir die Delle überwunden."

Dennoch gebe es auch in Dresden weiterhin Nachholbedarf. Dabei denkt Kluger vor allem an eine erhebliche Anhebung Der Stadtsportbund fordert aufgrund eines von ihm erarbeiteten Positionspapiers nach einer Umfrage unter Dresdner Vereinen ein Budget von zehn Millionen Euro pro Haushaltsjahr an neuen Investitionsmitteln für den Sportstättenbetrieb. Derzeit stehen hierfür allerdings nur 1,8 Millionen Euro pro Haushaltsjahr zur Verfügung.