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Wie eine Randsportart ums Überleben kämpft

Vor einem Jahr waren noch Zuschauer beim "Cup of Dresden" erlaubt. Diesmal senden die Synchroneiskunstläufer aus Sachsen ein einmaliges Event in die Welt.

Im vergangenen Jahr war der Cup of Dresden eines der letzten Events mit Zuschauern. Am Samstag gibt es eine ganz andere Variante davon.
Im vergangenen Jahr war der Cup of Dresden eines der letzten Events mit Zuschauern. Am Samstag gibt es eine ganz andere Variante davon. © Gaehler

Dresden. Nichts geht mehr im sogenannten Randsport. Wirklich? In Dresden kämpft man dagegen an – und das in einer Szene, die bestenfalls Sportkennern bekannt ist. Der „Cup of Dresden“ gehörte im vergangenen Jahr zu den europaweit größten Veranstaltungen überhaupt im Synchroneiskunstlauf. Der Teamwettbewerb der bis zu 16-köpfigen Formationen ist nach wie vor nichtolympisch – ein Antrag zur Aufnahme ins Olympische Programm wurde zuletzt 2015 abgelehnt.

Was jedoch nicht daran rührt, dass die Sportart weiter stetig wächst. Im Vorjahr waren immerhin 1.500 Sportler nach Dresden gekommen, sorgten mit 3.000 Übernachtungen auch für einen wirtschaftlichen Faktor. Die dritte Auflage hätte am 13./14. März steigen sollen. „Uns war bereits im November klar, dass eine Neuauflage im März 2021 schwierig werden würde, also haben wir unsere volle Kraft in eine andere Idee gesteckt“, sagt Claudia Gallwitz aus dem Organisations-Team des Cup of Dresden. Und der Einfall der Protagonisten aus Sachsen führt zu einer Weltpremiere.

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Auch ein Männerteam ist dabei

Am Samstag senden die Dresdner aus dem Kongresszentrum einen achtstündigen und moderierten Live-Stream. „Wir haben weltweit Teams angeschrieben, uns Videos zu schicken, wie sie mit der Corona-Pandemie umgehen, wie ihr Alltag aussieht, was so trainiert wird“, erläutert Gallwitz. Das weltweite Echo über Facebook und Instagram war überwältigend. Insgesamt 105 Videoschnipsel landeten bei den Dresdnern – aus den USA, Kananda, Finnland, Schweden, Russland oder England.

„Wir mussten sogar Teams ablehnen“, berichtet Gallwitz. Die Kurzfilme sind thematisch buntgemischt. Das einzige Männerteam, die „Riverbulls“ aus Finnland, hatten eine ziemlich skurrile und trinkfeste Idee, mehr will Gallwitz nicht verraten. „Auch beim Thema Corona gab es unterschiedliche Ansätze. Eine Formation hat, um Berührungen zu vermeiden, Fliegenklatschen als Verbindung eingesetzt, das fand ich ganz witzig“, sagt die Organisatorin. Die Vize-Weltmeister und Junioren-Weltmeister schickten ebenfalls Beiträge ein.

Vor einem Jahr sahen 10.000 Menschen zu

Acht Stunden Filmmaterial sind dabei zusammengekommen – die der Dresdner Eislauf-Club als einmaligen Livestream am Samstag in zwei Blöcken senden wird. Von 10 bis 13.40 Uhr und von 14.30 bis 19 Uhr. Eine Weltpremiere – bei der die Welt tatsächlich nach Dresden schaut, zumindest die globale Synchroneiskunstlauf-Szene. Beim letztjährigen „Cup of Dresden“ verfolgten in Hochzeiten 10.000 Menschen den Livestream. Mit zumindest ähnlichen Klickzahlen rechnen die Dresdner wieder.

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Die Idee, dass sich eine weltweite Sportfamilie in solch einem virtuellen Event gemeinsam darstellen kann, soll „ein Hoffnungsschimmer in diesen Zeiten sein“, wie es Gallwitz formuliert. In Dresden ruht die Sportart seit November. Der kostenlose Livestream unter dem Motto „Together Once“ wird von den Sachsen und einer professionellen Moderatorin begleitet. Ein Spendenbutton auf der Internetplattform könnte die Ausgaben deckeln. „Das muss man sich wie eine große Show vorstellen“, sagt Gallwitz. Drei Liveschalten nach Holland, Kroatien und Salzburg sind geplant.

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