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Gericht entscheidet: Eislöwen dürfen nicht aufsteigen

Die Kölner Richter geben der DEL Recht. Warum der Geschäftsführer der Dresdner im Amt bleiben darf und welche Auswirkungen auf die Play-offs drohen.

Von Alexander Hiller
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Räumt einen schweren Fehler ein, soll aber weiter den eingeschlagenen Weg der Eislöwen mitgehen: Maik Walsdorf, der kaufmännische Geschäftsführer der Dresdner.
Räumt einen schweren Fehler ein, soll aber weiter den eingeschlagenen Weg der Eislöwen mitgehen: Maik Walsdorf, der kaufmännische Geschäftsführer der Dresdner. © Archiv: Ronald Bonß

Dresden. Die Eislöwen dürfen im Fall des sportlichen Meistertitels in der DEL2 nicht in die Eliteliga DEL aufsteigen. Das ist das Ergebnis eines Verfahrens vor einem Schiedsgericht am Landgericht Köln am Dienstag.

Die Dresdner hatten im Mai 2021 zwar die für einen Aufstieg nötige Bürgschaft in Höhe von 816.000 Euro hinterlegt, über die fristgerechte Übermittlung – Fristablauf war der 24. Mai 2021 – eines formlosen Antrages gab es allerdings Streit.

Den Antrag hatten die Eislöwen sowohl per Mail, als auch per Post ans Liga-Büro der DEL versandt. „Postalisch ging der Antrag wegen eines Problems beim Versand erst am 27. Mai zu“, erklärte damals Maik Walsdorf, kaufmännischer Eislöwen-Geschäftsführer. Er beharrte jedoch darauf, die entsprechende Mail bereits am 18. Mai verschickt zu haben.

Bei der DEL ist die Mailzuschrift aber offenbar nicht angekommen. Deshalb pochte die DEL vor dem Schiedsgericht darauf, dass die Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht wurden. Die Eislöwen argumentierten, dass der Antrag formfrei sei und deshalb keine zwingende Schriftform erfordert. Nach einer zweistündigen Verhandlung vor dem Schiedsgericht und einem von der DEL abgelehnten Vergleich entschieden die Richter gegen die Eislöwen.

Geschäftsführer Walsdorf räumt Versäumnis ein

„Die Gefühlslage war und ist natürlich ernüchternd, zumal wir im Verlauf der Verhandlung ein gutes Gefühl vermittelt bekamen, sagte Walsdorf und ergänzt: „Dass die Stimmung nach dem von der DEL abgelehnten Vergleichsangebot so kippte, ist enttäuschend. Am Ende liegt es in meiner Verantwortung, dass alle nötigen Papiere und Anträge rechtzeitig im Ligabüro eintreffen. Dass dies nicht der Fall war, dafür entschuldige ich mich bei unseren Gesellschaftern und trage die Konsequenzen.“

Bernd Nickel, Präsident des Eissportclub Dresden und damit Hauptgesellschafter, betont jedoch: „Maik Walsdorf steht nicht zur Disposition. Es gibt keinerlei Gründe, die uns veranlassen, dass wir hier eine Veränderung anstreben sollten. Natürlich ist das Ergebnis für uns alle enttäuschend, aber Menschen machen Fehler. Dennoch werden wir nicht einreißen, was in den vergangenen Monaten und Jahren aufgebaut und erreicht wurde. Diesen Weg werden wir weiter gemeinsam gehen.“

Die Eislöwen, die als Tabellenzweiter der Normalrunde und damit sportlich so potent wie noch nie kommende Woche in die Play-offs starten, haben sich aber als wirtschaftlicher Nachrücker für die DEL beworben, sollte sich ein Erstligist aus finanziellen Erwägungen zurückziehen. Walsdorf hatte die Mannschaft am Mittwoch von der Niederlage vor dem Schiedsgericht informiert. Dem Vernehmen nach habe das Team um Kapitän Jordan Knackstedt kämpferisch auf die negative Nachricht reagiert. (ald)