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Durch die Hintertür: Dresdner Eislöwen wollen in erste Liga

Selbst als Meister der DEL2 dürfte Dresden nicht aufsteigen. Der Zweitligist baut deshalb vor - und plant den Weg nach oben durch ein Schlupfloch.

Von Alexander Hiller
 3 Min.
In dieser Saison spielen die Eislöwen so erfolgreich wie lange nicht. Das Ziel des Zweitligisten ist klar: Aufstieg in die DEL - vielleicht schon früher als eigentlich geplant.
In dieser Saison spielen die Eislöwen so erfolgreich wie lange nicht. Das Ziel des Zweitligisten ist klar: Aufstieg in die DEL - vielleicht schon früher als eigentlich geplant. © Archiv: Jürgen Lösel

Dresden. Der erste Anlauf war auf skurrile Art gescheitert. Nun öffnen die Dresdner Eislöwen eine andere Tür in Richtung Eishockey-Oberhaus. Die Sachsen werden sich zum Stichtag 15. Februar 2022 als möglicher wirtschaftlicher Nachrücker für die DEL bewerben. „Ja, wir werden die Bewerbung einreichen“, unterstreicht der kaufmännische Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf.

Das heißt im Klartext: Sollte ein Erstligist die finanziellen Voraussetzungen für die höchste Spielklasse nicht mehr erfüllen können, stünde ein Zweitligist, der sich nicht sportlich als Meister qualifiziert, für den Aufstieg bereit. Denn einen sportlichen Aufsteiger aus der DEL2 soll es erneut geben. „Wir wünschen keinem Eishockey-Team eine finanzielle Notlage, die zum Rückzug aus der DEL führen würde. Das oberste Ziel bleibt es, die sportliche Qualifikation zu schaffen“, sagt Walsdorf.

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Corona verursacht Schieflage in der DEL

Das allerdings könnte problematisch werden. In der ersten Liga ist die Tabelle durch viele Corona-Fälle in derartige Schieflage geraten, dass mehrere Klubs auf eine Aussetzung der Abstiegsregelung drängen - was auch Auswirkungen auf die erst in der vergangenen Saison wieder eingeführte Aufstiegsregelung haben könnte. Die Kölner Haie haben beispielsweise bereits 39 Spiele der Normalrunde absolviert, Augsburg und Straubing jeweils erst 31.

Die Eislöwen hingegen sind als Tabellenzweiter der DEL2 von eigenen Coronafällen und damit einhergehenden Quarantänen bislang verschont geblieben und spielen eine außergewöhnlich starke Normalrunde. 2,1 Punkte verbucht die Mannschaft von Trainer Andreas Brockmann bisher im Durchschnitt in jeder Partie. „Wir sind es unseren Sponsoren und Partnern, aber auch unserer Mannschaft und den Fans schuldig Ziele und Visionen zu haben. Das Ziel, DEL zu spielen, haben wir weiterhin und die infrastrukturellen Maßnahmen dafür wurden auf den Weg gebracht“, erklärt Walsdorf.

Arbeitet an den Voraussetzungen für die DEL-Lizenz: Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf.
Arbeitet an den Voraussetzungen für die DEL-Lizenz: Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf. © Archiv: Matthias Rietschel

Im Sommer wurden beispielsweise DEL-taugliche Flexbanden eingebaut. Zeitnah soll durch Umbauten die Zuschauerkapazität der Energieverbund-Arena von 4.400 auf 4.750 erweitert und ein Videowürfel über der Eisfläche installiert werden. Die Gesamtsumme der Investitionen soll nach Auskunft von Dresdens Sportbürgermeister Peter Lames im einstelligen Millionenbereich bleiben. „Diese Grenze sollte man vernünftigerweise nicht überschreiten“, sagte der Politiker.

Allerdings hatten die Eislöwen den ersten bürokratischen Akt zum Aufstieg in die DEL verpatzt – zumindest nach Interpretation des Ligabüros. Zwar hatten die Elbestädter im vergangenen Sommer die fällige Bürgschaft in Höhe von 816.000 Euro hinterlegt, die DEL teilte jedoch am 2. Juni mit, dass nur die Löwen Frankfurt und die Bietigheim Steelers die nötigen Unterlagen für einen Aufstieg 2022/23 ordnungsgemäß und fristgerecht abgegeben haben – mit Betonung auf fristgerecht. Denn das dazugehörige formlose Antragsformular der Eislöwen, das die Aufstiegsabsicht bekräftigt, ist laut Ligaverband zu spät angekommen.

Eislöwen hoffen auf zeitnahe Entscheidung

Eben jenes Schreiben will Walsdorf per Mail am 18. Mai aber an die DEL versendet haben – den Ausgang könne er belegen. Die Mail ist im Ligabüro allerdings nicht angekommen oder unauffindbar. „Postalisch ging der Antrag wegen eines Problems beim Versand erst am 27. Mai zu. Das ist der Knackpunkt“, teilte der Eislöwen-Geschäftsführer damals mit.

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Der Klub wollte gar ein Schiedsgericht einschalten. Und offenbar ist der Streit noch immer nicht vom Tisch. „In diesem Fall sind wir weiterhin in den Diskussionen und hoffen, zeitnah eine finale Entscheidung zu finden“, erklärt Walsdorf auf Nachfrage von Sächsische.de.

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