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Warum Dresden nicht aufsteigen darf

Der Eishockey-Zweitligist hat die geforderte knappe Million Euro hinterlegt, aber eine wichtige Mail vergessen. Oder doch nicht? Eine Posse, die nicht lustig ist.

Für Trainer Andreas Brockmann 

und die Eislöwen fällt nach jetzigem Stand eine wichtige Motivation für die neue Saison weg: Aufsteigen können die Dresdner aus formalen Gründen nicht.
Für Trainer Andreas Brockmann und die Eislöwen fällt nach jetzigem Stand eine wichtige Motivation für die neue Saison weg: Aufsteigen können die Dresdner aus formalen Gründen nicht. © Archiv: Ronald Bonß

Dresden. Die alte Saison ist kaum beendet, da gibt es um die neue Spielzeit bereits Turbulenzen. Es geht um den anvisierten Aufstieg von Eishockey-Zweitligist Dresdner Eislöwen.

Dafür hat der Verein beim Ligabüro der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) fristgemäß zum 24. Mai die Bürgschaft in Höhe von 816.000 Euro hinterlegt. Die Summe ist die Voraussetzung, um einen sportlichen Aufstieg in die höchste deutsche Eishockey-Liga überhaupt zu ermöglichen.

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Die DEL teilte allerdings am 2. Juni mit, dass nur die Löwen Frankfurt und die Bietigheim Steelers die nötigen Unterlagen für einen Aufstieg 2022/23 ordnungsgemäß und fristgerecht abgegeben haben – mit Betonung auf fristgerecht. Denn das dazugehörige formlose Antragsformular der Eislöwen, das die Aufstiegsabsicht bekräftigt, ist laut Ligaverband zu spät angekommen.

Maik Walsdorf, kaufmännischer Eislöwen-Geschäftsführer, erklärt dazu: „Per E-Mail habe ich es am 18. Mai versendet. Postalisch ging der Antrag wegen eines Problems beim Versand erst am 27. Mai zu. Das ist der Knackpunkt.“

Das lässt viele Fragen offen. Unter anderem die, weshalb die DEL bei solch wichtigem Mail-Verkehr keine automatische Eingangsbestätigung verschickt bzw. eingestellt hat? „Ich weiß nicht, ob das die DEL so handhabt. Falls nicht, sollte man darüber nachdenken“, erklärt Walsdorf schriftlich auf SZ-Nachfrage und richtet aus, mit den Lizenzunterlagen für die neue DEL2-Saison beschäftigt zu sein. Die Eislöwen erwägen den Gang vors Schiedsgericht. Denn den Mailausgang kann der Verein belegen, nur den Eingang bei der DEL eben nicht.

Die Liga lässt keine Nachfragen zu

Das Ligabüro teilte dem Zweitligisten lediglich mit, dass die virtuelle Post nicht angekommen bzw. auffindbar sei. Weshalb sich die DEL am Stichtag 24. Mai nicht noch mal in Dresden nach dem Antrag erkundigt hat, lässt das Ligabüro ebenso unbeantwortet wie die anderen SZ-Nachfragen. Stattdessen heißt es allgemein: „Die von den Clubs vorgelegten Unterlagen wurden von der Kanzlei Bird&Bird auf Inhalt und Form überprüft und zwei DEL2-Clubs haben die vertraglich festgelegten Anforderungen nach Ansicht von Bird&Bird nicht erfüllt. Allgemein bekannt ist, dass am 24.5. Fristablauf war. Zu den betroffenen Clubs geben wir keine weitere Auskunft.“

Auch Walsdorf findet die Informationspolitik der Liga befremdlich: „Warum die DEL nicht nach dem fehlenden Papier bei uns nachgefragt hat, kann nur die DEL beantworten“, meint er.

Das bietet Raum für Spekulationen, wer an dieser vertrackten Lage nun schuld hat. Die Eislöwen, weil sie sich nicht sorgfältiger über den Eingang ihrer Post erkundigt haben? Oder das Ligabüro, das beim Verein nicht nach dem Schriftstück gefragt hatte, sondern mit einer Pressemitteilung vollendete Tatsachen schuf?

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Nachdem die DEL den Dresdner Eishockey-Zweitligisten nicht für einen möglichen Aufstieg berücksichtigt, zeigt sich Geschäftsführer Maik Walsdorf verwundert.

Walsdorf räumt zumindest ein: „Das ärgert uns selbst am meisten, vor allem gegenüber unseren Bürgen, Sponsoren, Unterstützern, unseren Spielern und natürlich unseren Fans“. Vielleicht lässt die Einsilbigkeit des Ligabüros aber darauf schließen, dass das letzte Wort in dem Fall noch nicht gesprochen ist.

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