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Eislöwen-Coach redet Klartext vor dem Saisonstart

Viele Tests, viele Niederlagen. Richtig rund läuft es bei Dresdens Eishockeyspielern nicht. Trainer Rico Rossi bleibt gelassen, auch was die neuen Corona-Regeln betrifft.

Die Eishockey-Zweitliga-Saison hat noch nicht begonnen. Da steht Rico Rossi als Eislöwen-Trainer schon in der Kritik.
Die Eishockey-Zweitliga-Saison hat noch nicht begonnen. Da steht Rico Rossi als Eislöwen-Trainer schon in der Kritik. © Matthias Rietschel

Dresden. Eine Woche vor dem geplanten Saisonstart der Deutschen Eishockey-Liga 2 ist die Außenwirkung der Dresdner Eislöwen nicht die beste. Die vergangenen vier Testpartien haben sie verloren. Am Freitag, 19.30 Uhr, steht das letzte Vorbereitungsspiel in der heimischen Arena an. Gegen Crimmitschau sind nochmals maximal 999 Zuschauer zugelassen, ehe aufgrund der neuen Corona-Verordnung der Bundesregierung auch die Anhänger des Zweitligisten zu Hause bleiben müssen – vorerst nur im November. Trainer Rico Rossi (55) spricht im SZ-Interview auch darüber – und über frühe Zweifel an ihm.

Herr Rossi, viele Fans sorgen sich aufgrund der zahlreichen Testspielniederlagen eine Woche vor dem DEL-2-Start um die Form der Eislöwen. Sie auch?

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Der Eishockey-Torhüter hängt die Schlittschuhe an den Nagel.

Ich sorge mich über die Ergebnisse, nicht über die Form. Die Mannschaft ist mit ihrer Arbeit auf dem richtigen Weg, mit ihrer Laufbereitschaft und Leidenschaft. Natürlich brauchen wir jetzt Ergebnisse.

Trifft es Sie persönlich, dass speziell auf Social-Media-Seiten teilweise jetzt schon daran gezweifelt wird, dass Sie der richtige Eislöwen-Coach sind?

Nein, das macht mir nichts. Ich lese kein Social Media.

Worauf liegen Ihre Prioritäten vor den beiden abschließenden Tests am Freitag daheim gegen Crimmitschau und am Sonntag in Bayreuth?

Ganz oben steht bei mir, dass wir in unserem Plan bleiben, unseren Weg gehen – und natürlich, dass wir, wie gesagt, irgendwie ein ordentliches Ergebnis erzielen. Aber wir werden noch ausprobieren.

Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der in der Vorsaison gescholtenen Abwehr?

Ja, das habe ich bereits in der Mannschaft gesehen. Defensiv sind wir bereit und fähig, ordentlich zu stehen. Natürlich kostet uns das einige Kraft und Energie für unsere Angriffsarbeit. Aber das kommt.

Wie bewerten Sie generell die Vorbereitungsphase Ihrer Mannschaft?

Das kommt darauf an, wie man Leistungen bewertet: nur ergebnisorientiert, oder berücksichtigt man die Entwicklung? Über die Ergebnisse bin ich natürlich nicht zufrieden, aber über die Entwicklung schon – vor allem die unserer jungen Spieler.

Ihr Team ist also nächste Woche in der richtigen Zweitligaform?

Ja, auf jeden Fall.

Gibt es Einzelspieler, die Ihren Ansprüchen derzeit nicht gerecht werden?

Nein. Wir liegen alle im Plan. Natürlich müssen sich unsere Leistungsträger steigern – aber das werden sie.

Haben Sie bereits vor den abschließenden zwei Testspielen Ihre Reihen für den Ligastart sortiert?

Im Kopf ja, auf dem Papier noch nicht. Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir entscheiden müssen, welche Reihen spielen.

Sie wollten während oder nach der Testphase Ihren Kapitän auswählen. Ist das bereits passiert?

Es sind immer noch die gleichen Kandidaten wie vorher. Da hat sich nichts geändert. Ich werde das Kapitänsamt in den zwei Spielen noch rotieren lassen.

Wo sehen Sie selbst noch die größten Baustellen?

In unserem Pass-Spiel und dem Verhalten in der Endzone, also vor dem gegnerischen Torhüter, im Offensivbereich. Auf der Torhüterposition sind wir hingegen schon sehr gut, defensiv allgemein.

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Jeder ist enttäuscht, dass unsere Fans diesen Sport nicht genießen können. Aber unsere Mannschaft ist auch froh und glücklich, dass wir überhaupt wieder spielen dürfen.

Das Gespräch führte Alexander Hiller.

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