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Riskanter Saisonstart in Zeiten von Corona

Gleich am zweiten Spieltag trifft Dresden auf Weißwasser. Doch die Brisanz in der Deutschen Eishockey-Liga 2 ergibt sich aus der aktuellen Situation.

Am Sonntag empfangen die Dresdner Eislöwen die Lausitzer Füchse.
Am Sonntag empfangen die Dresdner Eislöwen die Lausitzer Füchse. © dpa/Robert Michael

Dresden/Weißwasser. Es geht tatsächlich los, auch ohne Fans. Die Deutsche Eishockey-Liga 2 eröffnet an diesem Freitag die Saison. Zwei Tage später kommt es in Dresden bereits zum Sachsen-Duell zwischen Eislöwen und Lausitzer Füchsen. Die SZ beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Auftakt.

Warum kann die DEL 2 jetzt in die Saison starten, aber die DEL nicht?

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Die Zweitligisten dürfen – anders als die Erstligisten – mit erheblicher finanzieller Unterstützung der Bundesregierung rechnen. „Wir können hoffen, bis zu 80 Prozent der Ausfälle durch fehlende Zuschauer ersetzt zu bekommen“, sagt Dirk Rohrbach, Geschäftsführer der Lausitzer Füchse. Die Weißwasseraner haben den entsprechenden Antrag gestellt und hoffen zeitnah auf eine Zusage. Ein anderer Zweitligist hat sie nach seiner Kenntnis bereits.

Auch die Eislöwen stellten den Antrag mit einer Summe nahe am Maximalbereich von 800.000 Euro. Die Dresdner befürchten allerdings, dass ihr Darlehen von 187.000 Euro aus dem Paket der Landesregierung angerechnet wird. Mindestens der Großteil der Erstligisten fällt laut Rohrbach aus den Förderbedingungen dieses Konjunkturpakets. Die Verluste in der DEL bei Spielen vor leeren oder nur gering gefüllten Rängen wären deshalb viel höher.

Wie wirken sich die aktuellen Beschränkungen auf die Vereine aus?

Abgesehen von den fehlenden Zuschauereinnahmen haben die Klubs Mehrkosten durch die Umsetzung des Hygienekonzepts wie Umbauten und die Anschaffung von Desinfektionsmittelspendern. Außerdem ist die Unsicherheit groß, ob alle Sponsoren angesichts der Pandemie zu ihren Zusagen stehen können.

Dirk Rohrbach führt die Geschäfte bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser.
Dirk Rohrbach führt die Geschäfte bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser. © Robert Michael

Wie lange halten die Klubs ohne Zuschauer-Einnahmen durch?

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung ist vorerst bis 31. Dezember begrenzt. „Wir hoffen auf eine Verlängerung, weil wir damit rechnen müssen, dass die Pandemie im Januar nicht vorbei ist“, sagt Rohrbach. Sonst werde es schwierig, die Fortsetzung des Spielbetriebes zu finanzieren.

Maik Walsdorf, kaufmännischer Geschäftsführer der Eislöwen, glaubt, dass die Politik aufgrund der Restart-19-Studie der Uni Halle zeitnah wieder Veranstaltungen mit Zuschauern zulässt. „Wir werden nicht mit einer Auslastung von 100 Prozent planen können, aber wir müssen sehr schnell wieder Besucher in die Arenen bekommen. Und wir müssen auf jeden Fall über weitere Hilfen sprechen“, betont er.

Welche Corona-Regeln müssen die Vereine beachten?

Spieler und Trainer mussten vor Saisonbeginn einen Corona-Eingangstest absolvieren. Alle Tests waren negativ. Vorgeschrieben ist weiter nur, dass bei Symptomen getestet werden muss. Die Weißwasseraner und auch Dresdner messen täglich bei allen Spielern und Trainern die Temperatur und fragen nach Symptomen. Gibt es Auffälligkeiten, werden Schnelltests durchgeführt. „Wir haben uns eigenständig auferlegt, über die Saison aller 14 Tage einen Kompletttest zu machen“, erklärt zudem Eislöwen-Berater Marco Stichnoth. „Ich wünsche mir, dass das, was wir in Dresden machen, auch die Liga durchsetzt“, ergänzt Walsdorf.

Maik Walsdorf kümmert sich bei den Dresdner Eislöwen um die kaufmännischen Angelegenheiten.
Maik Walsdorf kümmert sich bei den Dresdner Eislöwen um die kaufmännischen Angelegenheiten. © Ronald Bonß

Wer sind die Favoriten in dieser Saison?

Weißwasser und Dresden sehen als klaren Favoriten die Löwen Frankfurt, die in die DEL aufsteigen wollen. Auch Kassel und Bietigheim werden Chancen eingeräumt.

Welche Ziele haben Lausitzer Füchse und Dresdner Eislöwen?

Wegen der Sondersituation mit Corona und Spielern aus der DEL, die zumindest zeitweise in der DEL 2 mitspielen, ist die Lage noch schwerer einzuschätzen als sonst. Die Lausitzer Füchse hoffen auf Platz acht. In Dresden hält man sich bedeckt. „Wir hängen alle am gleichen kurzen Strick, müssen alle sorgsam mit unserer Gesundheit umgehen. Für uns ist der wichtigere Schritt, dass wir als Mannschaft noch mehr zusammenwachsen. Das ist viel mehr wert, als am Ende Sechster oder Siebenter zu werden. Wir wollen gut durchkommen. Ich bin mir sicher, dass wir eine ordentliche Rolle spielen werden“, sagt Walsdorf.

Gibt es die Spiele im Fernsehen zu sehen?

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Wie gehabt werden die Partien bei Sprade-TV live gestreamt. Allerdings haben sich die Preise verändert. Für die Hauptrunde wurden 9,90 Euro pro Spiel festgelegt. In Absprache mit Sprade-TV geht die Erhöhung direkt an die Klubs als Ausgleich für nicht verkaufte Tickets. Zudem werden sieben Partien auf Magenta-Sport gezeigt, darunter das sächsische Derby am Sonntag.

Marco Stichnoth berät die Dresdner Eislöwen in sportlichen Dingen.
Marco Stichnoth berät die Dresdner Eislöwen in sportlichen Dingen. © Christian Juppe

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