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Sport

Die Eislöwen vor einem ungewissen Start

Der Dresdner Zweitligist konnte in der Vorbereitung sportlich nicht überzeugen. Mehr Sorgen bereitet die Corona-Krise.

Eislöwen-Trainer Rico Rossi blickt trotz aller Probleme zuversichtlich auf die neue Saison.
Eislöwen-Trainer Rico Rossi blickt trotz aller Probleme zuversichtlich auf die neue Saison. © Matthias Rietschel

Dresden. Ein Erfolgserlebnis wäre nicht schlecht gewesen: vor der neuen Saison und vor den eigenen Fans. Zum letzten Heimspiel der Dresdner Eislöwen in der Vorbereitung waren trotz steigender Corona-Infektionszahlen noch mal 851 Zuschauer in der Halle. Sie sahen am Freitagabend ein Torefestival – allerdings trafen die Eispiraten aus Crimmitschau bei ihrem 6:5-Sieg einmal mehr. Mit dem gleichen Ergebnis beim selben Gegner hatte für die Dresdner eine Niederlagenserie im Nord-Ost-Pokal begonnen.

In Weißwasser (1:4), gegen Rostock (2:3) und Bayreuth (1:3), wo sie am Sonntagabend auch ihr letztes Testspiel für die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit 3:4 verloren – die Dresdner konnten nicht gewinnen. Es ist jedoch schwierig, allein aus den Ergebnissen auf die Aussichten für die Mannschaft von Trainer Rico Rossi zu schließen – allein schon angesichts der außergewöhnlichen Umstände durch die Corona-Krise.

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Den ursprünglich für den 2. Oktober geplanten Auftakt hatten die DEL-2-Klubs verschoben in der Hoffnung, später überall vor Publikum spielen zu können. Nun soll die Saison trotz der neuen Corona-Maßnahmen am Freitag anfangen – und das bis mindestens Ende des Monats vor leeren Rängen. „Für alle ist die aktuelle Situation keine einfache“, sagt DEL-2-Geschäftsführer René Rudorisch. „Wir sind in erster Linie froh, dass der Spielbetrieb im Profisport erhalten werden kann, und sehen den Start als wichtig an – im Sinne der Sportart, aber vor allem auch für unsere zahlreichen Spieler und Familien.“ Das sei angesichts der Abhängigkeit von Zuschauereinnahmen keine Selbstverständlichkeit. Er erhofft sich außerdem die nötige finanzielle Hilfe vonseiten der Politik über 2020 hinaus.

Der Plan, in dieser Saison nach 14 Jahren den Auf- und Abstieg zwischen erster und zweiter Liga im deutschen Eishockey wieder einzuführen, wird wegen der Corona-Krise zunächst nur einseitig umgesetzt, das heißt: Es soll keinen Absteiger aus der DEL geben, der Sieger der DEL 2 dürfte dennoch aufsteigen. Für die Eislöwen kommt das jedoch nicht infrage. Sie verzichteten bereits im Frühjahr darauf, die dafür nötige Bürgschaft in Höhe von 816.000 Euro zu hinterlegen. Die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten seien wegen der Pandemie zu groß, erklärte Maik Walsdorf, kaufmännischer Geschäftsführer der Eislöwen.

Sachsenderby gegen Lausitzer Füchse ohne Fans

Ob es sportlich reichen würde, ist zumindest fraglich. Als einziger Erfolg gelang ein 8:1 gegen Riessersee beim So-geht-sächsisch-Cup am 3. Oktober. Anschließend folgten bloß noch Niederlagen. „Am Ende fehlt wieder das Erfolgserlebnis“, sagte Eislöwen-Trainer Rico Rossi nach dem 3:4 in Bayreuth. „Wir schaffen es nicht, uns auch zu belohnen. Es wartet noch viel Arbeit.“

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Genauso enttäuscht reagiert der Italo-Kanadier auf die nun wieder verschärften Corona-Regeln. Die Fans seien das A und O. „Wir leben für die Zuschauer und von ihnen. Sie puschen uns und sind auch wirtschaftlich wichtig. Wir verdienen unser Geld mit Eishockey.“ Alle würden auf Gehalt verzichten und müssten sich jetzt aufs Spielen fokussieren. Sie seien auch glücklich, spielen zu dürfen. Das unterscheidet die DEL 2 von der DEL. In der ersten Liga gibt es noch nicht mal einen Termin für den Beginn der neuen Saison.

Die Dresdner starten am Freitag in Kaufbeuren in die zweite Liga und empfangen am Sonntag die Lausitzer Füchse aus Weißwasser, was finanziell besonders schmerzlich ist, denn die Sachsenderbys sind immer ausverkauft gewesen.

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