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"Von Dresden hoffentlich ein Signal für Deutschland"

Dresden sorgt für das nächste Novum: Die Eislöwen veranstalten das bundesweit erste Eishockey-Turnier mit Fans. Der Trainer sagt, warum das so wichtig ist.

Er dirigiert seine Mannschaft auch beim Teamfoto. Eislöwen-Trainer Rico Rossi gibt Anweisungen beim Medientag in dieser Woche im Pillnitzer Schlosspark.
Er dirigiert seine Mannschaft auch beim Teamfoto. Eislöwen-Trainer Rico Rossi gibt Anweisungen beim Medientag in dieser Woche im Pillnitzer Schlosspark. © Matthias Rietschel

Dresden. Dresden erlebt am Wochenende das bundesweit erste Eishockey-Turnier mit Publikum nach der Corona-Zwangspause. An beiden Tagen dürfen jeweils 1.800 Zuschauer in die Halle. Das städtische Gesundheitsamt bestätigte das Hygienekonzept. Die Fans müssen am Einlass einen vorher ausgefüllten Gesundheitsbogen abgeben und außerdem immer einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Im Interview spricht Eislöwen-Trainer Rico Rossi über die Bedeutung dieses Wettbewerbs, an dem auch Weißwasser sowie die beiden deutschen Topteams aus München und Berlin teilnehmen, und eine Saisonvorbereitung unter Corona-Auflagen.

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Herr Rossi, welche Rolle spielt das Turnier für Ihre Mannschaft?

Das wird eine große Herausforderung für uns und die Lausitzer Füchse. Berlin und München sind ja nicht nur Spitzenklubs in der Deutschen Eishockey-Liga, sondern auch europäische Topteams. Beide spielen immerhin in der Champions League.

Wie wichtig sind Spiele gegen solche erstklassigen Vereine?

Sie sind wichtig für alle Mannschaften. Hoffentlich können wir ein Zeichen setzen, dass es mit dem Eishockey weitergeht und wir unsere Saison auf einem gesunden, sicheren Weg spielen dürfen. Die Ergebnisse sind zweitrangig. Wir müssen erst mal ein Team formen, das Charakter zeigt.

Wie ist das Training angelaufen?

Alle machen einen super Job. Doch die Wahrheit liegt im Spiel. Ich bin zufrieden mit dem Einsatz der Jungs. Sie zeigen eine hohe Laufbereitschaft. Das gefällt mir.

Was ist in der Saisonvorbereitung unter Corona-Auflagen anders als sonst?

Jeder hat in der Kabine sein Handtuch und seine Wasserflasche. Ich mache in meinem kleinen Raum keine großen Meetings. Sauna und Whirlpool bleiben dicht. Wir kommen in die Halle, machen unsere Arbeit und gehen wieder heim. Teambildende Maßnahmen brauchen wir nicht. Wir haben zwölf Jungs behalten und 21 Profis.

Wie schwer ist es angesichts vieler Ungewissheiten, das Team zu motivieren?

Das war im Juli schwerer als jetzt. Damals kam die erste Verlegung der Saison vom 11. September auf den 2. Oktober. Dadurch verschoben wir den Trainingsstart. Dann folgte die zweite Verlegung. Also mussten wir noch mal verschieben. Jetzt bereiten wir uns auf den Auftakt am 6. November vor. Nach dem Wochenende haben wir Videomaterial von den ersten Spielen, mit dem wir im Training arbeiten können.

Was haben Sie in der Auszeit gemacht?

Das war die längste Pause in meiner Karriere als Spieler und Trainer, und ich bin seit 1989 im Geschäft. Ich war länger zu Hause in Kanada und habe viel Zeit mit meinen Eltern verbracht. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal im August noch in meiner Heimat gewesen bin. Ich habe die Zeit mit meiner Familie genossen und doch irgendwann das Gefühl bekommen, dass mir das Eishockey fehlt.

Womit haben Sie sich abgelenkt?

Ich habe zwei- bis dreimal pro Woche mit meiner Mutter und meinem Vater gekocht. Das ist meine Leidenschaft.

Wie sehr fürchten Sie eine erneute Verlegung des Auftakts oder eine Absage?

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Saison pünktlich anfangen. Alles andere können wir sowieso nicht ändern. Darauf haben wir null Einfluss. Wir wollen unbedingt spielen. Dafür trainieren wir doch. Ich sehe Licht am Ende des Tunnels.

Sie spielen vor so viel Publikum wie in keinem anderen Bundesland. Was sagen Sie zu Sachsens Vorreiterrolle?

Ich bin sehr froh und glücklich, in dieser Region arbeiten zu können. Sachsen hat die Situation gut im Griff. Hoffentlich geht von diesem Wochenende in Dresden ein Signal für das deutsche Eishockey aus.

Wie wichtig sind Fans fürs Eishockey?

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Sie sind das A und O für uns. Wir leben für sie und von ihnen. Die Zuschauer puschen uns und sind auch wirtschaftlich wichtig. Wir verdienen unser Geld mit Eishockey. Das Thema Gehaltsverzicht haben wir natürlich auch diskutiert und einen Weg gefunden, dass alle auf Gehalt verzichten. Das ist der Deal. Den haben wir durchgezogen, und jeder hat ihn akzeptiert. Das Management hat da einen super Job gemacht. Jetzt fokussieren wir uns aufs Eishockeyspielen.

Das Interview führte Maik Schwert.

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