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Bleibt die Kapitänin dem Dresdner SC treu?

DSC-Volleyballprofi Jennifer Janiska sagt, was sie sich vom neuen Bundestrainer erhofft und erklärt ihre besondere Beziehung zu Schwerin.

Von Alexander Hiller
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Voll fokussiert: DSC-Spielführerin Jennifer Janiska.
Voll fokussiert: DSC-Spielführerin Jennifer Janiska. © Archiv: Matthias Rietschel

Dresden. Sie hat eine besondere Beziehung zu Schwerin: Jennifer Janiska, Spielführerin des Dresdner SC, betrachtet Mecklenburgs Landeshauptstadt als ihre Heimat. Dort hat sie fünf Jahre gespielt, ihr Mann Daniel lebt in der gemeinsamen Wohnung. Die 27-jährige spricht vorm Topspiel am Freitag über Privates, die Fan-Rückkehr und ihre Anforderungen an den neuen Bundestrainer.

Frau Janiska, in der vergangenen Saison startete der DSC als hoffnungsvolle, aber unkonstant spielende Mannschaft und wurde am Ende deutscher Meister. Sehen Sie Parallelen?

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Ich konnte in der vergangenen Saison nicht abschätzen, wohin unsere Entwicklung führen kann, da waren wir zeitig aus dem Pokal geflogen, hatten nur ein Spiel im Europapokal, konnten uns ganz auf die Liga konzentrieren. Jetzt sind wir noch in allen Wettbewerben vertreten, haben in der Champions League noch eine Reise nach Russland vor uns, wir stehen im Pokalfinale. Wir wissen, dass wir noch zu oft zwischen Hochs und Tiefs schwanken. Die Liga wird auch konstanter und besser, jeder klaut dem anderen Punkte. Wenn man nicht aufpasst, steht man schnell mal auf Platz fünf oder sechs. Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Das müssen wir als junges Team lernen, dass wir uns diese leichten Fehler, diese Kleinigkeiten, nicht erlauben können.

Ist es möglicherweise gefährlich für Ihr junges, unerfahrenes Team, dass der DSC noch in drei Wettbewerben spielt?

Gefährlich hört sich so negativ an. Dass wir noch in allen Wettbewerben vertreten sind, ist ja erfreulich. Ich glaube, wir müssen die Erfahrung sammeln, immer konstant zu spielen und diese Kleinigkeiten zu vermeiden. Der Trainingsplan ist aber auf die nächsten Höhepunkte ausgerichtet – die Champions-League-Spiele und das Pokalfinale am 6. März. Daran führt kein Weg vorbei, erst danach denken wir über die Liga und die Play-offs nach.

Ist das Spiel jetzt gegen Ihren Ex-Verein dennoch etwas Besonderes für Sie?

Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es für mich nichts Besonderes wäre. Aber die emotionale Herausforderung ist jetzt für mich in den letzten Partien gegen Schwerin schon kleiner geworden. Für uns als Team ist das ein nächster Schritt auf dem Weg, unseren Rhythmus zu verbessern. Wir wollen nach der 2:3-Niederlage zuletzt gegen Wiesbaden auch eine Antwort zeigen.

Ist Schwerin noch Ihre Heimat?

Gefühlt ja, irgendwann werde ich da mit meinem Mann zusammenleben.

War es für Sie als Ehepaar in Fernbeziehung in dieser Zeit der Einschränkungen schwieriger, sich zu sehen?

Die Sache ist schon, dass wir darauf geachtet haben, mit dem Auto zueinander zu fahren, Zugreisen und damit Kontakte zu vermeiden. Theoretisch sind wir ja ein Haushalt (lacht). Ich war allerdings zuletzt im Oktober in Schwerin, Daniel ist aber gerade hier in Dresden. Es ist bis Ende März wenig Zeit und Puffer bei uns, mein Mann versucht schon, mich häufig zu besuchen.

Ihr Vertrag beim DSC läuft zum Saisonende aus. Der Klub hat bei seinen Führungsspielerinnen gern sehr zeitig Planungssicherheit. Haben Sie für sich schon eine Entscheidung getroffen?

Gute Frage, nächste Frage (lacht). Die Zeit wird auf jeden Fall kommen. Wir haben jetzt aber wichtige Spiele vor uns, ich denke besonders ans Pokalfinale. Da vorher eine Entscheidung zu treffen, ist mir zu früh. Mir ist es wichtig, mich voll und ganz auf den Sport zu fokussieren. Alles andere nebenher würde mich ablenken.

Mit dem Schweriner SC kommt auch der mittlerweile ehemalige Bundestrainer Felix Koslowski nach Dresden. Seinen Nachfolger will der Verband in den kommenden 14 Tagen präsentieren. Was wünschen Sie sich Auswahl-Kapitänin vom neuen Bundestrainer?

Ich hoffe natürlich, dass ein neuer, frischer Wind reinkommt, aber das ist ja grundsätzlich immer so, wenn es einen Trainerwechsel gibt. Motivation und Einstellung werden da noch mal gepusht, weil man eben nicht weiß, was erwartet wird. Ich hoffe, dass der neue Bundestrainer seine Fühler etwas weiter ausstreckt und mal etwas Neues probiert, anders an Sachen heranzugehen. Ich hoffe auf einen Anfang bei null, nachdem alles aufgearbeitet worden ist.

Der Verband schließt eine neuerliche Variante in Doppelfunktion als deutscher Vereins- und als Bundestrainer nahezu aus. Sie auch?

Die Entscheidung obliegt grundsätzlich dem Verband. Mir geht es hauptsächlich darum, dass ein Trainer ausgewählt wird, der zu uns als Mannschaft passt und uns zukünftig weiterbringt.

Gegen Schwerin sind erstmals seit Dezember wieder Zuschauer bei einem Heimspiel dabei. Wie bewerten Sie das?

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Wieder ist es ein Fünfsatzspiel, doch diesmal der DSC der Verlierer. Und noch eine schlechte Nachricht gibt es für die Volleyballerinnen des Meisters.

Das ist mega. Ich freue mich über jeden Besucher. Selbst wenn nur zehn Offizielle dabei sein können, merken wir das als Team. Keine Frage, dass ich mir noch mehr wünschen würde. Wir brauchen diese Unterstützung. Es ist schon eine riesige Umstellung, ob Zuschauer dabei sind oder nicht.

Das Gespräch führte Alexander Hiller.

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