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Wie ein Kater der wichtigsten DSC-Volleyballerin hilft

Die Schweizerin Maja Storck ist beim deutschen Meister unverzichtbar. Doch die 22-Jährige braucht manchmal tierische Hilfe.

Von Alexander Hiller
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Eine Schmuseinheit: Maja Storck mit Kater Kiwi.
Eine Schmuseinheit: Maja Storck mit Kater Kiwi. © privat

Dresden. Die Bezeichnung wird ihrer Figur nicht gerecht, beschreibt die Rolle von Maja Storck aber bestens. Bei den Volleyballerinnen des deutschen Meisters Dresdner SC ist sie so etwas wie das Kraftwerk. Die Hauptaufgabe der 22-Jährigen ist es, mit wuchtigen Angriffsschlägen möglichst viele Punkte beizusteuern.

Dazu sind immer wieder Sprünge am Netz erforderlich, fast wie ein Flummi bewegt sich Storck auf dem Spielfeld. In der vergangenen Saison hat sie in den entscheidenden Play-off-Spielen auf diese unnachahmliche Art durchschnittlich 25 Punkte pro Partie erzielt und großen Anteil am Meistertitel. Und das gleich in ihrem ersten Jahr beim DSC.

Nun kehrte die Schweizer Nationalspielerin allerdings mit einem Negativerlebnis zur Saisonvorbereitung nach Dresden zurück. Die Europameisterschaft ist nicht so gelaufen wie gewünscht, die Schweiz schied bereits in der Gruppenphase aus. „An sich ist es immer cool, dass wir uns für die EM überhaupt qualifiziert haben, das ist in der Schweiz nicht selbstverständlich“, erklärt Storck.

Längst mehr als Führungs- und Stammspielerin

In der Weltrangliste liegt die Schweiz lediglich auf Platz 67, beispielsweise noch hinter Marokko und Sri Lanka. Doch nur dabei zu sein ist zumindest Storck nicht genug. „Wir haben uns ein bisschen mehr vorgenommen, waren noch nicht so weit, um unser Level gegen die Top-Nationen abzurufen. Das war ein bisschen frustrierend und enttäuschend, aber auch lehrreich“, sagt die gebürtige Baslerin. Sie ist eine von nur zwei Nationalspielerinnen, die im Ausland spielen – und spätestens nach ihrer starken Saison in Dresden auch europäische Top-Klubs auf sich aufmerksam gemacht haben dürfte.

Direkt bestätigen will sie das nicht. „Klar gab es über meinen Agenten Theo Hofland Anfragen, aber ich habe mich von Grund auf dafür entschieden, mindestens noch eine Saison in Dresden zu bleiben. Für mich ist das Wichtigste, was jetzt läuft, und nicht, was nach dieser Saison kommt“, sagt Storck, zuletzt als wertvollste Bundesliga-Spielerin ausgezeichnet.

Und was jetzt läuft, wird auch in dieser Saison beim DSC wieder viel mit ihr zu tun haben, dafür muss man kein Hellseher sein. Auf den Schultern der nur 1,84 Meter großen, aber sprunggewaltigen Angreiferin wird wieder viel Verantwortung lasten, auch wenn es mit Rückkehrerin Kristina Kicka nun eine sehr starke Alternative auf der Position gibt. „Ich habe den Anspruch, an die Leistung der vergangenen Saison anzuknüpfen. Doch ich weiß auch, dass es vielleicht nicht so funktioniert, wie man es erwartet, wenn man sich selbst zu viel Druck auferlegt“, erklärt Storck.

Beim DSC ist sie längst mehr als Führungs- und Stammspielerin, sondern auch abseits des Spielfeldes für das mannschaftliche Gefüge sehr wichtig. Die Schweizerin ist extrem kommunikativ.

Wuchtige Angriffsschläge sind das Markenzeichen von Maja Storck.
Wuchtige Angriffsschläge sind das Markenzeichen von Maja Storck. © kairospress

In ihrer Freizeit kocht sie gern, wovon mitunter auch die Mitspielerinnen profitieren. „Ich probiere viel aus. Vergangene Saison habe ich viel mit Lena (Stigrot, die nach Rom wechselte/Anm. d. A.) ) gemacht, einen Raclette-Abend gab es auch mal“, erzählt die Tochter einer Polin und eines Schweizers und erklärt lachend: „Als ich noch in der Schweiz gespielt habe, hat meine Mama hin und wieder für das ganze Team gekocht.“

Storck ist ohnehin nicht gern allein. Ein Gefühl, gegen das man als im Ausland tätige Profisportlerin auch mal ankämpfen muss. Doch sie hat eine Lösung namens Kiwi gefunden. „Mein Kater ist den Sommer über zu Hause bei meinen Eltern in Basel, jetzt ist er wieder mit mir in Dresden, eine echte Travel-Cat“, sagt Storck, und sie erzählt vom Alltag mit ihrem anschmiegsamen Mitbewohner. „Mir hat das viel gebracht, wieder eine Katze zu haben. Da ist jemand da, wenn man abends nach Hause kommt. Das ist einfach schön, wenn er so bei mir liegt, während ich schlafe. Wenn man Familie und den Freund lange nicht sieht, ist man nicht ganz so einsam“, sagt sie. Ihr Freund Tim Knöpfli steht als Profivolleyballer weiterhin in Luzern unter Vertrag. Da ist ein Treffen während der Saison kaum drin.

"Wir wollen zeigen, was wir drauf haben"

Nichtsdestotrotz fühlt sich Storck in Dresden gut aufgehoben und umsorgt. „Das ist ein Umfeld, in dem ich mich wohlfühlen kann. Ich glaube, dass wir als Team wachsen werden. Da werde ich meine Rolle einnehmen und ausbauen“, sagt sie.

Was das am Ende für den DSC heißt, der als Titelverteidiger diesmal zusätzlich im Fokus steht, vermag niemand zu sagen. Immerhin kommt mit der Champions League eine große Herausforderung dazu. „Wir nehmen uns natürlich vor, wieder um den Meistertitel zu kämpfen, auch um den Pokal. Und in der Champions League sind wir nicht nur zum Mitspielen dabei. Wir wollen zeigen, was wir drauf haben“, sagt Storck.