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Neue Assistenten für DSC-Coach Waibl

Der deutsche Volleyballmeister bei den Frauen lässt sich die Vergrößerung seines Trainerstabs etwas kosten. Und wie steht es um den Kader der Dresdnerinnen?

Max Filip (l.) wird beim Dresdner SC bei den Spielen sekundenschnell alle relevanten Daten erfassen. Damit soll er Cheftrainer Alexander Waibl weiterhelfen.
Max Filip (l.) wird beim Dresdner SC bei den Spielen sekundenschnell alle relevanten Daten erfassen. Damit soll er Cheftrainer Alexander Waibl weiterhelfen. © Arvid Müller

Dresden. Auf der Trainerbank ist der Dresdner SC nun komplett. Am Mittwoch stellte der Verein einen neuen Scout-Co-Trainer vor. Um den 28-jährigen Max Filip vom Ligakonkurrenten USC Münster aus einem laufenden Vertrag zunächst für zwei Jahre loszueisen, überwies der Volleyball-Meister eine kleine Ablösesumme.

Neben Chefcoach Alexander Waibl bilden nun der als neuer Assistent verpflichtete Bart Janssen und Filip sowie Athletiktrainer Łukasz Zarębkiewicz den Trainerstab. Zum sogenannten Staff gehören auch Mannschaftsarzt Dr. Tino Lorenz und ein neuer Physiotherapeut.

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Das Team ums Team steht also, aber wie steht es um den Kader? Immerhin haben sich sechs Profis aus dem Meisterteam verabschiedet. Die US-Amerikanerinnen Morgan Hentz und Naya Crittenden sowie Lina-Marie Lieb erhielten keine neuen Angebote, um den Verbleib der Leistungsträgerinnen und Nationalspielerinnen Camilla Weitzel (Chieri/Italien) und Lena Stigrot (Ausland/kein neuer Klub bekannt) kämpfte der Verein trotz aufgebesserter Angebote vergebens. Libero Lenka Dürr beendete ihre Karriere.

Die wertvollste Spielerin bleibt

Trotz der teilweise schmerzhaften Abgänge ist der Kader für die kommende Spielzeit beinahe komplett, nur noch eine Stelle im Mittelblock unbesetzt. Wer künftig neben Monique Strubbe und Morgan Gates spielt, soll nächste Woche verkündet werden. Offen ist, wie stark dieses umstrukturierte DSC-Team sein wird. Immerhin konnte der Champions-League-Starter mit Maja Storck die wertvollste Spielerin der Bundesliga in Dresden halten – trotz internationaler Angebote.

Und um Nationalmannschafts-Kapitän Jenifer Janiska – deren Zweijahresvertrag läuft bis 2022 – wird Waibl nicht nur in der Bundesliga beneidet. Die 27-Jährige, die wegen Rückenproblemen von der Nations League abreiste, aber zur EM-Vorbereitung wieder zur Auswahl stoßen soll, war im Play-off-Finale gegen Stuttgart die Spielerin für die entscheidenden Punkte.

Beiden wird wieder eine Führungsrolle zukommen, obwohl der DSC auch auf der Liberoposition wieder erstklassig besetzt ist – und das gleich doppelt. Die Neuzugänge Linda Bock (20) und Sophie Dreblow (22) sind jung und enorm entwicklungsfähig, zudem gehören sie dem deutschen Auswahlkader an. Da gibt es eine interessante Parallele zum neuen Co-Trainer Filip: Auch Bock stand in Münster bis 2022 unter Vertrag – hatte aber eine Ausstiegsklausel. Der DSC forcierte die Auflösung mit einer niedrigen fünfstelligen Ablöse.

Auf der Diagonalposition jetzt variabler

Auf der oftmals spielentscheidenden Diagonalposition ist das Waibl-Team mit Maja Storck und Rückkehrerin Kristina Kicka in Summe stärker, variabler und tiefer aufgestellt als im Meisterjahr. Die 29-jährige Kicka, die unter ihrem Mädchennamen Mikhailenko bereits von 2013 bis 2016 in Dresden spielte, gilt als beinahe gleichwertige Alternative zu Storck. Bei Naya Crittenden traf das nicht zu – auch aufgrund einer langen Schulterverletzung.

Ob der DSC im Außenangriff stärker aufgestellt ist, muss sich erst noch zeigen. Der Abgang der bisherigen Spielführerin Stigrot wiegt schwer. Dennoch hat Waibl vier Profis für diese Position im Aufgebot, von denen normalerweise zwei in der Stammformation stehen. Das waren im Meisterjahr oft Janiska und Stigrot.

Neben Janiska gehören zum Quartett nun noch Emma Cyris (20) sowie die beiden Neuzugängen Jacqueline Quade (23) sowie Sina Stöckmann (19). Im Zuspiel gibt es keine Veränderungen – aber enormes Potenzial. Jenna Gray (23) und Top-Talent Sarah Straube (19) gelten zu den besten ihres Fachs.

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