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Die Erkenntnisse der DSC-Kapitänin

Lena Stigrot spricht über das Auf und Ab der deutschen Auswahl bei der Nations League, eine EM-Medaille und ihren neuen Verein. Der Wechsel nach Rom ist nun fix.

Lena Stigrot stand drei Jahre beim DSC unter Vertrag und spielt künftig in Italien.
Lena Stigrot stand drei Jahre beim DSC unter Vertrag und spielt künftig in Italien. ©  Archiv: Ronald Bonss

Dresden. Die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) steckt in einer kurzen Ruhephase zwischen zwei Höhepunkten. Gerade hat das Team mit den drei Dresdnerinnen Camilla Weitzel, Lena Stigrot und Jennifer Janiska ein Mammutprogramm der Nations League absolviert: 15 Spiele in fünf Wochen. Deutschland beendete den Wettbewerb der weltweit 16 besten Teams auf Rang zehn – nach fünf Siegen und zehn Niederlagen.

Nun steht schon fast die Europameisterschaft vor der Tür. Und die wird – ähnlich wie beim Fußball – ein multinationales Turnier. In Serbien, Bulgarien, Kroatien und Rumänien wird vom 18. August bis 4. September gespielt, der weiter schwelenden Pandemie zum Trotz.

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Obwohl es beim Termin fürs Mannschaftsfoto diesmal eher unspektakulär zuging, wollen die Schwarz-Gelben Liga 2 mit mutigem Spiel rocken.

Eine kleine Pause für die Seele

„Wir hatten wenig Pause nach der Saison. Ich freue mich, jetzt ein bisschen die Seele baumeln zu lassen und den Körper zu entspannen“, sagt DSC-Kapitän Lena Stigrot. Die 26-jährige Außenangreiferin steht tatsächlich noch bis zum 30. Juni beim deutschen Meister unter Vertrag. Nun verkündete die Außenangreiferin am Samstag ihren neuen Verein. Wie einige Medien bereits spekulierten, erhält Stigrot beim italienischen Erstliga-Aufsteiger Rom Volley Club einen Einjahresvertrag. Mit dem Motto "Bereit für ein neues Abenteuer" betitelte sie auf ihrem Facebook-Profil die Neuigkeit. Ihr neuer Verein hatte die Vertragsunterzeichnung parallel mit Stigrot veröffentlicht.

Am 14. Juli starten die Ex-Dresdnerin und ihre Auswahlkolleginnen dann mit der EM-Vorbereitung. Dabei werden auch die jüngsten Erfahrungen der Nations League einfließen. „Man darf nicht unterschätzen, dass sich unser Team total verändert hat und Louisa Lippmann nicht dabei war“, sagt Stigrot über den geschonten Superstar der Deutschen. „Wir mussten uns erst finden. Es war unter den Umständen ein großes Auf und Ab. Viele gute Sachen, aber auch Spiele, aus denen wir viel mitnehmen mussten“, erklärt die Bayerin und meint damit vor allem die Partie gegen Olympiasieger China.

"Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht"

Deutschland verlor trotz eines 2:0-Satzvorsprungs und einer 24:20-Führung im dritten Satz noch mit 2:3. „So ein Spiel muss man einfach durchbringen. Aber aus so einer Situation muss man lernen“, fordert sie. Die fünf Wochen in der Blase von Rimini haben aber zusammengeschweißt. „Wir haben da einen Schritt nach vorn gemacht, zum Beispiel festgestellt, wie wir als Team sein, welche Werte wir vertreten wollen“, meint Stigrot.

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Das gilt auch für die EM, die unter den genannten Voraussetzungen eine besondere wird. „Ich finde es okay, die vergangene EM wurde auch schon aufgeteilt“, sagt Stigrot rückblickend auf 2019 mit Spielen in Polen, der Slowakei, der Türkei und Ungarn. „Das lief total gut. Ich denke, das wird wieder gut organisiert sein. Für mich spricht nichts dagegen“, sagt sie.

Deutschland spielt zunächst in Gruppe B in Plovdiv. „Wir sind bei der EM drei Mal am Stück im Viertelfinale gescheitert. Ich traue uns zu, einen Schritt weiter zu gehen. Vom Potenzial traue ich uns eine Medaille zu.“

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