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Der neue DSC-Star bleibt in Wartestellung

Sarah Straube war „Aufsteigerin des Jahres“ in der Meistersaison der Dresdner Volleyballerinnen. Auf ihrer Position bleibt sie Nummer zwei – und findet das gut so.

Die beiden haben einen Plan: Alexander Waibl will Sarah Straube zur besten deutschen Zuspielerin entwickeln.
Die beiden haben einen Plan: Alexander Waibl will Sarah Straube zur besten deutschen Zuspielerin entwickeln. © photoarena

Dresden. Ihre Spielanteile in der Meistersaison waren noch ausbaufähig. Doch derzeit ist Sarah Straube die meistbeanspruchte Spielerin beim Dresdner SC. Am Freitag musste sie zum Beispiel noch 800 Meter auf Zeit laufen – für ein abschließendes Ergebnis im Leichtathletik-Kompaktkurs des Schulsports.

Die 19-jährige Volleyballerin ist noch schulpflichtig, besucht am Sportgymnasium Dresden die 12. Klasse, im kommenden Schuljahr baut die gebürtige Suhlerin dann aufgrund eines Streckungsjahres ihr Abitur.

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In den letzten fünf Wochen hat Straube in einer kleinen Gruppe intensiv trainiert, und außerdem musste sie ja in die Schule, während die Profi-Spielerinnen in der Mannschaft ein paar Tage Urlaub genießen konnten. Straube weilt nun seit Sonntag bei der U 23-Nationalmannschaft, die einen gemeinsamen Lehrgang in Schwerin mit der Frauen-Auswahl bestreitet.

Straubes Vertrag läuft noch zwei Jahre

„Mir fiel es nicht schwer, mich fit zu halten, während andere vielleicht ein paar Tage frei haben“, sagt Straube, die in der erste Ferienwoche Urlaub macht, „damit ich mal trainings- und schulfrei habe“. Der DSC-Trainingsauftakt am 26. Juli findet ohne sie statt.

Ihr Klubtrainer Alexander Waibl hält Straube für die kommende Regisseurin im Nationalteam. Sie selbst ist von diesem Kompliment für einen Moment überrascht und muss ihre Gedanken. Dann sagt sie mit einem Lächeln: „Klar ist das mein Ziel irgendwann und auch mein eigener Anspruch. Ich denke, ich sollte vielleicht erst einmal ein bisschen kleiner anfangen.“

Die Amerikanerin Jenna Gray gilt intern als unumstritten, der Kontrakt der 23-Jährigen wurde verlängert. Aber immer dann, wenn sich Waibl neue Impulse im Zuspiel von seiner Mannschaft wünschte, brachte er Straube ins Spiel. Für ihr Alter unheimlich abgeklärt setzte sie auch im Fünf-Spiele-Meisterkrimi gegen Stuttgart entscheidende Akzente.

Eine Expertenjury aus Trainern, Fachjournalisten und Mannschaftskapitänen kürte Straube schließlich zur „Aufsteigerin des Jahres“ der abgelaufenen Bundesligasaison. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Es gibt viele junge Spielerinnen, die viel geleistet haben. Es ist für mich eine Riesenehre“, sagt Straube, deren Vertrag beim DSC bis 2023 läuft.

Straube hat nicht nur sportliche Ziele

Das führt unweigerlich zur Frage, wo sich Straube in der kommenden Spielzeit selbst verortet. Erklärt sie ihrer Zuspielkollegin Jenna Gray den offenen Konkurrenzkampf? „Nö, ich denke, dass Alex und ich einen Plan für mich haben, wenn ich mich so entwickle, wie das sein sollte. Ich vertraue Alex und meinem eigenen Wachstumsprozess. Ich hoffe natürlich, dass ich in der kommenden Saison mehr Einsatzzeiten bekomme. An meinem Status ändert sich nichts“, erklärt Straube, und sie betont: „Das ist für mich okay so. Ich muss ja auch mein Abitur ordentlich machen.“

Schon in der abgelaufenen Saison kam es nicht selten vor, dass Straube bei Auswärtsfahrten ihre Hausaufgaben erledigte. Die Trainingseinheiten früh konnte sie aufgrund der Doppelbelastung Schule und Leistungssport auch nicht immer komplett bestreiten. „Dafür fange ich nachmittags manchmal eine halbe Stunde eher an“, sagt sie.

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Auch in der neuen Saison wird ihre Aufgabe deshalb weiter darin bestehen, der Mannschaft neue Impulse zu geben, wenn Gray damit an Grenzen stößt. „Ich kann von Jenna jede Menge lernen. Sie nimmt sich viele Dinge nicht so zu Herzen. Ich hingegen denke viel nach. Wir sind sehr verschieden, was den Stil betrifft. Wir versuchen, voneinander abzugucken.“ Vielleicht bald in umgekehrten Rollen.

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