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So geht der DSC das Abenteuer Istanbul an

Wie Dresdens Volleyballerinnen unter Corona-Bedingungen in die Millionenmetropole kommen und was sie dort tun.

Emma Cyris, Maja Storck und Sarah Straube (v. l.) hatten beim ersten Training in der Arena Burhan Felek Voleybol Salonu sichtlich Spaß.
Emma Cyris, Maja Storck und Sarah Straube (v. l.) hatten beim ersten Training in der Arena Burhan Felek Voleybol Salonu sichtlich Spaß. © Dresdner SC Volleyball

Istanbul. Das Abenteuer für Dresdens Volleyballerinnen ist eine Nummer kleiner als geplant, abenteuerlich aber bleibt es, zumindest unter den derzeitig geltenden Bedingungen. Wer fliegt in diesen Tagen schon freiwillig mal eben nach Istanbul?

Dabei liegen die stetig fallenden Inzidenzzahlen in der türkischen Millionenmetropole am Bosporus nach offiziellen Angaben bei durchschnittlich 50,1 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner – und damit deutlich unter denen in Deutschland und erst recht in Dresden.

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Mit premolab haben die Dresdner Eislöwen einen zuverlässigen Partner für Corona-PCR-Tests für sich gewinnen können.

Dennoch ist die Reise für den DSC-Tross zum geplanten Vierer-Turnier im europäischen CEV-Cup in Istanbul mit vielen Auflagen und noch mehr Anstrengungen als ohnehin schon verbunden. Dabei ist die Mini-Runde – ursprünglich mit vier Teams, zwei Achtel- und einem Viertelfinale geplant – bereits auf zwei Mannschaften geschrumpft.

Die Sloweninnen aus Maribor, eigentlich Dresdens Achtelfinalgegner, sowie Ligarivale Potsdam sagten ihre Teilnahme aufgrund der Pandemie ab, Potsdam war wegen positiver Corona-Tests in der Mannschaft zuletzt gar in Quarantäne. Also steigt an diesem Mittwoch, 17 Uhr, lediglich das Viertelfinale zwischen Gastgeber Galatasaray und dem DSC.

"Es sind ideale Bedingungen"

Am Montagmorgen, 10.30 Uhr, starteten die Dresdnerinnen vom neuen Berliner Flughafen BER mit der Linienmaschine der Turkish Airlines, Flugnummer TK 1722. Den für die Einreise nötigen PCR-Test absolvierten sie am Samstag vor dem Punktspiel gegen Straubing.

Selfies der Spielerinnen aus dem Flugzeug legen nahe, dass zwar alle Passagiere Maske trugen und die Maschine ordentlich gebucht war. „Die Maschine war ziemlich voll“, bestätigt DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann. „Wir hatten auch genau deshalb unsere eigenen Vorkehrungen getroffen und alle Plätze im Block gebucht.“

Nach der Ankunft in Istanbul wurde der Tabellenzweite der Bundesliga dann per Bus – gestellt vom Gastgeber – knapp zwei Stunden zum Volley Hotel in Istanbul transferiert. Das Hotel liegt neben der Halle „Burhan Felek Voleybol Salonu“, es gibt sogar einen separaten Zugang.

„Es sind ideale Bedingungen. Wir haben einen abgeschlossenen Bereich für Essen und die Teamsitzung. Das gilt auch dafür, dass Mannschaft und Trainer auf je gesonderten Stockwerken gebucht sind“, sagt Zimmermann.

Die Gesamtkosten sind fünfstellig

Das erste leichte Training absolvierte der DSC bereits am Montag, am Dienstag waren dann Videostudium und eine weitere Einheit anberaumt. Ein weiterer PCR-Test, den der Medizin-Partner von Galatasaray „super professionell und sehr gut organisiert“ (O-Ton Zimmermann) durchführte, gehörte ebenfalls zur Tagesaufgabe am Dienstag.

Die Tests benötigen die Dresdnerinnen für eine Ausreise – negative Ergebnisse vorausgesetzt. Die Kosten für die vom europäischen Verband CEV geforderten Proben muss der DSC selbst tragen. Insgesamt kostet der Dreitages-Trip einen niedrigen fünfstelligen Betrag, hat Zimmermann durchgerechnet.

Ob das Geld für das Abenteuer Istanbul gut angelegt ist, wird der DSC aber erst danach wissen. Trainer Alexander Waibl wähnt den Gastgeber in einer leichten Favoritenrolle. „Mit dem Budget von Galatasaray“, sagte er im Scherz zu einem Dresdner Journalisten, „könnte ich die gesamte Morgenpost kaufen.“

Auch DSC-Co-Trainer Konstantin Bitter (l.) und Physio Jacek Bentkowski betätigten sich in der Halle sportlich.
Auch DSC-Co-Trainer Konstantin Bitter (l.) und Physio Jacek Bentkowski betätigten sich in der Halle sportlich. © Dresdner SC Volleyball

Die türkische Liga gilt in der Spitze als die stärkste Liga Europas. „Und Galatasaray zählt mit seiner Besetzung zur Spitze“, so Waibl. Mit der Russin Tatiana Kosheleva und der Ukrainerin Olesia Rykhliuk stehen zwei international sehr erfahrene Profis im Team. „Wenn wir ein gutes Spiel machen, haben wir eine Chance“, betont Waibl.

Das Europapokal-Viertelfinale des DSC wird in einem Livestream übertragen, zu sehen hier.

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