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So plant der Dresdner SC seinen Kader

Nach der Meisterschaft müssen wichtige Fragen geklärt werden: Wer bleibt, wer kommt, wer geht? Die Volleyballerinnen bauen ihr Erfolgsteam um.

Bleibt Camilla Weitzel? Von Libero Lenka Dürr (l.) muss sie sich in jedem Fall verabschieden.
Bleibt Camilla Weitzel? Von Libero Lenka Dürr (l.) muss sie sich in jedem Fall verabschieden. © Foto: Lutz Hentschel

Dresden. Die Phase direkt nach dieser so erfolgreichen Saison, die vor gut einer Woche mit dem Gewinn der Meisterschaft endete, ist für die DSC-Verantwortlichen keine zum Durchatmen. Jetzt wird die Mannschaft für die nächste Spielzeit zusammengebaut, in der Cheftrainer Alexander Waibl „natürlich wieder um Titel mitspielen“ will. Dafür braucht es erneut ein schlagkräftiges Team, das zudem etwas mehr Tiefe gebrauchen könnte. Die SZ beantwortet die Personalfragen beim deutschen Meister.

Wer hat noch einen laufenden Vertrag?

Lediglich vier Spielerinnen. Die 19-jährigen Eigengewächse Sarah Straube und Monique Strubbe unterzeichneten vor der Meistersaison Dreijahresverträge, bleiben also bis mindestens 2023. Der Dreijahresvertrag von Emma Cyris (20) läuft nach der kommenden Saison aus, Führungsspielerin Jennifer Janiska steht ebenfalls noch in der nächsten Saison beim DSC unter Vertrag. Dazu kommt jetzt Maja Storck, die ihren auslaufenden Vertrag bereits im Februar verlängerte. Der Verein gab den Coup aber erst nach dem Titelgewinn bekannt.

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Wer verlässt den DSC auf jeden Fall?

Libero Lenka Dürr, eine der Führungsspielerinnen in der Mannschaft, hat nach zwei Jahren in Dresden vor einiger Zeit bereits erklärt, kein neues Angebot anzunehmen. Die 30-jährige Lebensgefährtin von Co-Trainer Konstantin Bitter beendet ihre Karriere aus „persönlichen Gründen“. Bitter wechselt indes den Verein, er wird Cheftrainer beim Erstligisten Erfurt. Keine neuen Verträge erhalten die beiden US-Amerikanerinnen Naya Crittenden und Morgan Hentz sowie Eigengewächs Lina-Marie Lieb. Auch Scout und Co-Trainer Mateusz Zarczynski verlässt den DSC.

Wen will der DSC unbedingt halten?

Am liebsten alle Stammspielerinnen, also die beiden Nationalspielerinnen Lena Stigrot und Camilla Weitzel sowie die US-Amerikanerinnen Jenna Gray und Madeleine Gates. Für Stigrot und Weitzel liegen aber offenbar konkrete Offerten aus dem Ausland vor. Die Spielerinnen möchten sich derzeit nicht dazu äußern, sondern verweisen an den Verein. Der erklärt in Person von Geschäftsführerin Sandra Zimmermann, dass man dazu derzeit nichts sagt. Bei Weitzel deuten sich Parallelen zu ihrem Vorbild Christiane Fürst an. Sie verließ den Dresdner SC nach dem Meistertitel von 2007 als 22-Jährige – und startete eine Weltkarriere. Weitzel feiert in reichlich einem Monat ihren 21. Geburtstag und gilt auf der Position im Mittelblock als eines der größten Talente Europas. Beide Nationalspielerinnen werden vom holländischen Berater Theo Hofland vertreten, der auch Storck betreut. „Wir haben allen Spielerinnen, die wir halten wollen, ein neues Vertragsangebot gemacht“, betont Zimmermann.

Welche Neuzugänge kommen?

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Linda Bock hat vergangene Woche einen Zweijahresvertrag beim DSC unterschrieben und dafür eine Ausstiegsklausel in ihrem bis 2022 laufenden Kontrakt beim USC Münster genutzt. Nach Informationen der Westfälischen Nachrichten hat der DSC für sie eine niedrige fünfstellige Ablöse bezahlt, was Zimmermann auf SZ-Nachfrage bestätigt. Die 20-jährige Bock, die Libero spielt, ist damit der erste Neuzugang. Für diese Position könnte zudem noch Sophie Dreblow (22/Straubing) als gleichwertige Konkurrentin in Betracht kommen. Wenn der DSC seine Strategie beibehalten will, dürfte in jedem Fall noch eine erfahrene Spielerin verpflichtet werden – was auch davon abhängig ist, wie sich Stigrot und Weitzel entscheiden. Als sicher gilt, dass eine zweite starke Diagonalangreiferin hinter Storck kommt. Die Schweizerin ist trotz enormer Belastung sehr gut durch die Saison gekommen, das muss nicht immer so sein. Dafür sollte der Verein, der auch in der Champions League antritt, gewappnet sein. Zudem soll der Dresdner Weg, also die Entwicklung eigener Talente, fortgeführt werden. Drei Spielerinnen vom VC Olympia Dresden kommen dabei für den Profikader in Betracht: Lydia Stemmler (19), Sina Stöckmann (19) und Lena Linke (17).

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