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Warum der DSC-Trainer optimistisch bleibt

Auf die Dresdner Volleyballerinnen warten große Aufgaben. Alexander Waibl sieht sein Team dafür gerüstet, und sagt, was ihm an seiner Arbeit besonders Spaß macht.

Beifall für seine Mannschaft:
Alexander Waibl führt seinen Dresdner SC als Tabellenzweiter in die zweite Hälfte der Saison.
Beifall für seine Mannschaft: Alexander Waibl führt seinen Dresdner SC als Tabellenzweiter in die zweite Hälfte der Saison. © Ronald Bonß

Dresden. Aus der kurzen Winterpause direkt zurück in die Terminhatz. Für die Volleyballerinnen des Dresdner SC geht es in den kommenden Tagen Schlag auf Schlag. Innerhalb von zwölf Tagen stehen fünf Spiele an – drei in der Liga, maximal zwei im Europacup. Trainer Alexander Waibl erklärt vor der ersten Partie in Münster die aktuellen Herausforderungen.

Herr Waibl, wie haben Sie persönlich die eine Woche Trainingspause bis zum 5. Januar genutzt?

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Wir haben die Zeit in unsere Söhne investiert – die Weihnachtsgeschenke auch mal angewandt, viel gespielt. Natürlich habe ich auch einige Volleyballvideos analysiert.

Während der Corona-Saison wurden Spiele flexibler verlegt, man konnte den Eindruck gewinnen, dass die Klubs enger zusammengerückt sind. Sehen Sie das auch so?

Das würde ich so direkt nicht sagen. Natürlich müssen die Vereine jetzt flexibler reagieren und auch enger miteinander kommunizieren. Ich glaube aber nicht, dass ein Klub einen eigenen Nachteil in Kauf genommen hat, um einem anderen Team zu helfen. Die Terminnot plagt uns ja alle.

Sie haben den Samstag-Gegner Münster gebeten, dass für Sonntag geplante Duell um einen Tag vorzuziehen. Wieso eigentlich?

Um uns besser auf die Partie am kommenden Mittwoch daheim gegen Schwerin vorzubereiten. Hätten wir erst am Sonntag in Münster gespielt, sitzt du danach acht Stunden im Bus, bist erst Montag in Dresden. Der Tag ist fürs Training verloren. Deshalb sind wir froh, dass uns Münster entgegengekommen ist. Es ist generell so, dass der Samstag als der zuschauerfreundlichere Tag betrachtet wird, auch wenn die Fans jetzt nicht in die Halle dürfen.

Apropos Schwerin: Der Rekordmeister hat Ihr Team im Supercup und im Pokal-Halbfinale bezwungen. Fiebert Ihre Mannschaft der Revanche entgegen?

Ich glaube nicht. Ich denke eher, dass einige noch gar nichts davon wissen – der Termin für das Nachholspiel ist ja noch nicht so lange bekannt (lacht). Auf der Partie in Münster liegt unser klarer Fokus, die Aufgabe wird schwer genug. Das Team ist deutlich besser, als der zehnte Platz aussagt. Ich weiß nicht genau, wo exakt deren Probleme liegen, für mich ist das ein Team, das ich unter die Top sechs der Liga zähle.

Sie wähnen Ihr Team als Tabellenzweiter auf dem richtigen Weg, als ernsthafter Meisterschafts-Anwärter. Wo sehen Sie noch die größten Potenziale?

Eindeutig im Angriff. Ich glaube, dass wir in Aufschlag und Annahme das beste Team der Liga sind. Im Angriff wiederum sind wir auch vorn mit dabei. Aber da sehe ich noch Reserven. Immer gemessen am Talent, also den Möglichkeiten, die man bei Spielerinnen noch entwickeln kann. Und speziell diese Aufgabe macht mir echt Spaß.

In der Vergangenheit war es Ihnen fast egal, ob Ihr Team als Erster oder Vierter der Hauptrunde in die Play-offs einzieht. Sehen Sie das angesichts der Vorsaison inzwischen anders?

Was war denn da? Ach, die Saison wurde vor den Play-offs abgebrochen. Ich glaube, dass wir diese Saison durchziehen werden, trotz der sich immer wieder ändernden Umstände. Zudem macht es angesichts der jetzigen Situation keinen großen Unterschied, ob man im Halbfinale ein Heimspiel mehr hätte oder nicht.

Also ist der sogenannte Heim-Vorteil im Grunde genommen dahin?

Den gibt es schon noch, man ist an die Rahmenbedingungen, an die Halle mehr gewöhnt als der Gegner. Aber was brutal fehlt, sind die Zuschauer. Die haben uns in schwierigen Phasen teilweise getragen. Das müssen wir jetzt allein bewältigen, geht den anderen Teams aber genauso. Als Gäste-Team hast du nur noch den Reisestress als Nachteil. Den kann man minimieren.

Stichpunkt Reisestress: Vom 26. bis28. Januar soll der DSC im europäischen CEV-Cup die erste Runde in Istanbul in einem Vierer-Turnier bestreiten. Tritt Ihr Team – Stand heute – dort an?

Ja, Stand heute ist das so. Wir sind gerade in der finalen Phase, um die Rahmenbedingungen für uns so sicher wie möglich abzuklären. Das Hotel ist gebucht.

Hat Ihr Team auch in der spielfreien Vorwoche die normalen Corona-Testungen wahrgenommen?

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Die Bundesliga mit dem Dresdner SC stellt bei Etats, TV-Quoten und Fans die Männer in den Schatten. Aber wieso eigentlich?

Ja, auch da möchten wir keine Luft ranlassen. Das Team ist am Montag vor dem Einstieg ins Training getestet worden, um im Notfall eine infizierte Spielerin vom Rest der Mannschaft abzusondern. Wir haben seither schon drei Mal getestet. Alle Tests waren negativ.

Das Interview führte Alexander Hiller.

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