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DSC verliert die nächste Nationalspielerin

Der Volleyballmeister aus Dresden muss nach Camilla Weitzel auch Lena Stigrot ersetzen. Die Angreiferin wechselt wohl nach Rom, bestätigt das aber nicht.

Die Meisterschale bleibt in Dresden, Kapitänin Lena Stigrot leider nicht. Die 26-Jährige zieht es wohl nach Italien.
Die Meisterschale bleibt in Dresden, Kapitänin Lena Stigrot leider nicht. Die 26-Jährige zieht es wohl nach Italien. © Lutz Hentschel

Dresden. Der personelle Umbruch beim deutschen Volleyballmeister Dresdner SC wird offenbar größer als vom Klub gewünscht. Der nunmehr sechsfache nationale Champion muss nach Top-Talent Camilla Weitzel nun mit Außenangreiferin und Kapitän Lena Stigrot ein zweites prägendes Gesicht der Meistermannschaft nach Italien ziehen lassen. Das bestätigte der DSC am Dienstag in einer Pressemitteilung. "Wir haben alles versucht, das zu verhindern", erklärte Geschäftsführerin Sandra Zimmermann und bestätigte damit indirekt ein verbessertes eigenes Angebot für Stigrot.

Die 26-Jährige hat sich allerdings anders entschieden - nach einer Top-Saison in der Bundesliga und insgesamt drei Spielzeiten beim DSC. Doch die Bayerin befindet sich nun im besten Volleyball-Alter und die Karriere ist endlich. Die Nationalspielerin wird als Neuzugang beim italienischen Erstliga-Aufsteiger Roma Volley Club in Verbindung gebracht, allerdings hat der Verein aus der italienischen Hauptstadt den Transfer noch nicht bestätigt. Auch Stigrot hält sich auf Nachfrage von saechsische.de noch bedeckt. "Ich werde mich zur Gerüchteküche nicht äußern. Ich weiß seit wenigen Tagen, wo es für mich hingeht. Das wird erst von mir bestätigt, wenn mein neuer Klub das offiziell macht", sagte sie.

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Mit Stigrot steht damit der sechste Abgang beim DSC fest, nachdem der Verein auch Weitzel nicht halten konnte. Die beiden Amerikanerinnen Naya Crittenden und Morgan Hentz sowie das Eigengewächs Lina-Marie Lieb hatten keine neuen Vertragsangebote erhalten. Crittenden spielt künftig für Sariyer Belediyesi in der höchsten türkischen Liga. Zudem verkündete Weltklasse-Libero Lenka Dürr ihr Karriereende. Beim Dresdner SC für die nächste Saison unter Vertrag stehen derzeit Jennifer Janiska, Maja Storck, Monique Strubbe, Sarah Straube, Emma Cyris sowie der bislang einzige bekanntgegebene Neuzugang Linda Bock.

Lena Stigrot beim alljährlichen Shooting für den DSC-Kalender.
Lena Stigrot beim alljährlichen Shooting für den DSC-Kalender. © ronaldbonss.com

„Leni kam zu uns als veranlagte Spielerin und geht nach drei, bestimmt nicht immer einfachen Jahren als Champion. Sie ist eine charakterstarke Teamplayerin, eine großartige Persönlichkeit", sagte DSC-Cheftrainer Alexander Waibl. "Sie hatte riesigen Anteil am Pokalsieg 2020 und hat eine großartige Saison 20/21 draufgepackt. Mir war klar, dass es jetzt nach so vielen Jahren in der Bundesliga an der Zeit war eine ausländische Herausforderung anzugehen. Ich werde Leni vermissen, das ist klar. Aber ich weiß auch, dass es richtig ist, deshalb überwiegt meine Freude für sie und natürlich wünsche ich ihr, dass sie auch weiterhin ihre Träume leben darf", betonte Waibl.

Unter Führung des Trainerstabs um Waibl entwickelte sich Stigrot zu einer der athletisch besten Spielerinnen der Bundesliga. Denn eigentlich ist sie mit ihren 1,84 Meter Körpergröße ein paar Zentimeter zu klein für die anspruchsvolle Position im Außenangriff. Mit ihrer Dynamik und Sprunggewalt machte sie dieses Defizit häufig vergessen. "Ich bin jetzt 26. Wenn nicht jetzt, wann dann. Ich fühle mich seit letzter Saison auf dem Stand, dass ich sage: Ich bin als Spielerin reif, ich fühle mich in allen Elementen sehr sicher, ich weiß, was ich kann. Und ich bringe meine Leistungen konstant. Ich war bereit dafür, noch einen Schritt weiterzugehen", sagte die gebürtige Bad Tölzerin. Seit elf Jahren spielte Stigrot in der Bundesliga. "Man muss auch mal mutig sein im Leben und den Weg ins Ungewisse wagen. In Dresden weiß ich, was ich habe", erklärte die Athletin, deren Interessen seit wenigen Monaten von der Management-Agentur Volley Pro Agency vertreten werden.

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In der Pressemitteilung verabschiedet sich die Spielführerin mit warmen Worten von ihrem Ex-Verein und dessen Anhängern: „Lieber DSC, vielen Dank, dass ich über drei Spielzeiten hinweg mit großartigen Spielerinnen das Feld teilen durfte, von unglaublich engagierten Trainern und Athletiktrainern trainiert worden bin und mich zu der Persönlichkeit und Spielerin weiterentwickeln konnte, die ich heute bin", sagte Stigrot in der DSC-Pressemitteilung. „Nach vielen Jahren in der Bundesliga war die Zeit reif, eine neue Herausforderung zu suchen. Somit sage ich „Tschüssi“ und werde die Menschen, die mich diese drei Jahre begleitet haben und die Erinnerungen, die hier entstanden sind, im Herzen mit mir tragen", erklärte Stigrot. Auf Nachfrage vertieft sie die Spuren, die der Dresdner SC bei ihr hinterlassen hat: "Ich bin hier zu einer kompletten Spielerin herangereift. Egal, wo ich jetzt hinkomme, ich bin immer ein Mehrwert für das Team - egal, in welcher Rolle. Ich bin hier auch als Persönlichkeit gereift, bin charakterstark geworden. Ich habe am letzten Tag in der Margon-Arena mit einem Lächeln dagestanden, der Abschluss hat sich gut und richtig angefühlt", erzählt sie.

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