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Die DSC-Frauen sind entthront

Im hochklassigen Pokal-Halbfinale verlieren die Dresdner Volleyballerinnen nach großem Kampf gegen Schwerin. Erneut bleibt keine Zeit zum Regenerieren.

Maja Storck war mit 25 Punkten beste DSC-Angreiferin. Aber auch das reichte nicht.
Maja Storck war mit 25 Punkten beste DSC-Angreiferin. Aber auch das reichte nicht. © Lutz Hentschel

Dresden. Der Traum von der Titelverteidigung ist geplatzt. Die Volleyballerinnen des Dresdner SC scheiterten am Donnerstag im Pokal-Halbfinale am gastgebenden Schweriner SC. Der deutsche Rekordmeister setzte sich gegen die Mannschaft von Trainer Alexander Waibl mit 3:1 (25:22, 25:22, 22:25, 25:16) durch und steht dadurch im Pokalfinale, das – Stand heute – am 28. Februar in Mannheim ausgetragen wird. Bereits im Ost-Duell um den sportlich unbedeutenden Supercup hatte Schwerin Ende September mit 3:0 triumphiert – in Dresden.

Über die deutsche Pokalrunde mit je vier Klubs an zwei Standorten und zwei Spieltagen hintereinander gab es im Vorfeld jede Menge Zoff. Der SC Potsdam beklagte sich darüber, dass die Volleyball-Bundesliga sich für die Austragung in Stuttgart und Schwerin entschieden und das mit den anderen Vereinen nicht abgesprochen hatte. Sogar ein Boykott oder rechtliche Schritte der Brandenburgerinnen standen zwischenzeitlich im Raum. Sie gewannen das Turnier in Stuttgart und stehen im Finale.

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Auch der DSC war nicht so glücklich mit dieser coronabedingten Notlösung, allerdings aus anderen Gründen. Schwerin hatte sein Viertelfinale gegen Aachen (3:0) am Mittwoch dreieinhalb Stunden eher als der DSC seine Begegnung mit Suhl (3:1) bestritten und somit wesentlich mehr Zeit zur Regeneration. Als Grundlage für diese Reihenfolge diente die ursprüngliche Pokalauslosung. Der DSC hätte sich aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen und besonderen Umstände einen neuen Losentscheid gewünscht.

Möglich, dass der kleine Kräfte-Nachteil in dem sportlich hochklassigen Halbfinale eine minimale Rolle spielte. Daran konnte auch Hauptangreiferin Maja Storck mit ihren überragenden 25 Punkten nichts ändern. „Natürlich sind wir alle enttäuscht und ein wenig traurig, dass es nicht gereicht hat“, sagte Waibl, und der 52-Jährige ergänzte: „Doch zugleich bin ich unheimlich stolz auf meine Mannschaft, wie sie sich nach kurzer Regeneration in diesem Spiel präsentiert hat, wie wir bis zum Schluss gekämpft haben. Am Ende hat ein bisschen Qualität gefehlt, war Schwerin ein wenig ausgeglichener, im Angriff etwas geschickter und besser in der Abwehr.“

Im Europapokal geht es nach Istanbul

Die entthronten Dresdnerinnen bräuchten jetzt ein bisschen Zeit, um zu regenerieren und die Köpfe freizubekommen. Aber genau diese Zeit haben sie nicht. Bereits am Samstag steht in Aachen das nächste Bundesliga-Punktspiel an. Deshalb reiste der DSC nach dem schmerzlichen Pokal-Aus erst gar nicht zurück nach Dresden, sondern macht sich am Freitag per Bus von Schwerin gleich direkt auf den Weg ins 600 Kilometer entfernte Aachen.

Und die nächste Reisestrapaze wartet bereits auf den DSC – im Europapokal. Der kontinentale Verband CEV hat sich wegen der Corona-Pandemie ebenfalls für einen Turniermodus im CEV-Cup entschlossen. Der fünffache deutsche Meister muss für sein Achtelfinale gegen das slowenische Team aus Maribor ins türkische Istanbul. Auf Galatasaray fiel das Gastgeberlos für die Austragung der Viererrunde vom 8. bis zum 10. Dezember, für die sich auch der DSC beworben hatte.

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Der Beschluss der CEV sieht vier Turniere mit jeweils vier Mannschaften vor, die ihre Achtel- und Viertelfinals in jeweils nur einer Partie an einem Spielort austragen. Ein mögliches Viertelfinale wäre für den DSC also auch in der Stadt am Bosporus.

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