merken
PLUS Sport

Die DSC-Frauen verhindern die Meisterfeier

Mit dem ersten Sieg über Stuttgart verlängern die Dresdner Volleyballerinnen den Titelkampf. Konfetti regnet es dennoch.

Helle Freude: Die Frauen des Dresdner SC bejubeln am Samstag den ersten Saisonsieg über Titelfavorit Stuttgart.
Helle Freude: Die Frauen des Dresdner SC bejubeln am Samstag den ersten Saisonsieg über Titelfavorit Stuttgart. © Arvid Müller

Dresden. Die Situation ist bizarr: Der Dresdner SC musste als Ausrichter des dritten Finalduells die Meisterfeier für den Kontrahenten MTV Allianz Stuttgart bis ins kleinste Detail ausarbeiten. Blumen, Konfettiregen, Medaillen, Siegerbühne – das volle Programm. Auch die Meisterschale stand natürlich bereits griffbereit. Die Gäste reisten mit einer 2:0-Führung in der „Best-of-Five-Serie“ in Sachsen an. Doch die Party fiel vorerst aus. Der Titelkampf geht in die Verlängerung. Der DSC, der die ersten beiden Finalpartien mit 0:3 und 2:3 verloren hatte, setzte sich diesmal vor der Geisterkulisse in der eigenen Halle durch.

Die Mannschaft von Trainer Alexander Waibl zeigte ihre bisher beste Vorstellung in der Serie und gewann das dritte Duell mit 3:2. Allein die Satzergebnisse zeigen das Auf und Ab in einem spannenden Duell – 30:28, 22:25, 25:20, 19:25, 15:12. Der DSC liegt nun nach Siegen nur noch mit 1:2 zurück. Damit fällt die Entscheidung um die Meisterschaft frühestens am Mittwoch in Stuttgart. Am nächsten Samstag wäre im Fall eines Ausgleichs sogar ein entscheidendes fünftes Spiel in Dresden möglich.

August Holder GmbH
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

Und daran glaubt nun auch Jennifer Janiska mehr denn je. „Ich habe es bereut, dass wir im zweiten Spiel so vorsichtig waren. Heute war alles oder nichts. Wir wollten einfach keine Party in unserem Haus haben“, sagte die DSC-Angreiferin, die sich im Tiebreak zur entscheidenden Spielerin aufschwang und insgesamt 20 Punkte beisteuerte. „So langsam haben wir den Dreh raus, sollten wir nach fünf Spielen auch haben“, sagte die 27-jährige Nationalspielerin lachend.

Der Erfolg vom Samstag ist für den DSC tatsächlich der Erste in dieser Saison gegen den schier übermächtigen Kontrahenten. Der könnte nun nach der ersten Niederlage in der Finalserie ins Grübeln kommen – hofft man zumindest beim DSC. „Wir geben auch am Mittwoch alles. Aber die“, sagt Janiska und dreht sich zu den enttäuschten Stuttgarterinnen um, „haben die Hosen voll.“ Der Erfolg fühle sich befreiend an. „Wir haben die ganze Zeit gespürt, dass da etwas geht, auch nach dem Auftakt mit unserer 0:3-Niederlage. Danach haben wir uns gesagt: Die haben wir, das kriegen wir hin“, sagte Janiska.

Talent feiert Bundesligadebüt – im Finale wohlgemerkt

Diagonalangreiferin Maja Storck, mit 39 Zählern die beste Punktesammlerin auf dem Feld, gab zu: „Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen. Wir haben von Anfang an daran geglaubt. Wir haben noch eine Rechnung offen – und zwar eine ganz große.“

Jetzt wolle ihr Team natürlich am Mittwoch in Stuttgart nachlegen. „Wir müssen genauso weitermachen. Wir haben nichts zu verlieren, sondern können genießen, dass wir das Finale noch länger spielen können. Wir wollen noch mal hier spielen – und auch den Titel holen“, erklärte Storck. Ob Trainer Waibl dann nochmals improvisieren muss? Diesmal fehlte die US-Amerikanerin Morgan Hentz. Sie hatte im Training bereits am Montag einen Ball an den Kopf bekommen, am Mittwoch in Stuttgart noch gespielt und anschließend über Kopfschmerzen geklagt. „Das war wohl eine kleine Gehirnerschütterung“, erläuterte Waibl.

Hentz musste er schonen – dafür traute sich der 53-Jährige, in der entscheidenden Phase des ersten Satzes der erst 17-jährigen Lena Linke aus dem Nachwuchs zu ihrem Bundesligadebüt zu verhelfen. Im Finale wohlgemerkt. Beim Stand von 22:21 wechselte er die Mittelblockerin ein. „Ihr müsst ja denken, ich spinne“, sagte er dem Journalistenpulk, „aber sie schlägt auf wie Hölle. Sie ist ein Typ, die stört diese Atmosphäre nicht. Das muss auch unsere Denke sein: mutig und aggressiv“, sagte Waibl.

Weiterführende Artikel

Vorhang auf: Die Beste bleibt in Dresden

Vorhang auf: Die Beste bleibt in Dresden

Seit Februar schon ist die Vertragsverlängerung der DSC-Volleyballer mit Maja Storck perfekt. Nun verrät sie, wieso das so lang geheim blieb.

Was im Finale für Dresdens Volleyballerinnen spricht

Was im Finale für Dresdens Volleyballerinnen spricht

Ein kleines Wunder hat der DSC gegen den großen Favoriten Stuttgart schon geschafft. Gelingt jetzt die Sensation?

Warum die DSC-Frauen keine "Tigerbabys" mehr sind

Warum die DSC-Frauen keine "Tigerbabys" mehr sind

Weltklasse-Volleyballerin Jennifer Janiska schwärmt vom Dresdner SC, erzählt von der Einsamkeit im Profi-Leben und sagt, was die Finalserie so spannend macht.

„Zuschauer in den Play-offs sind nicht mein Thema“

„Zuschauer in den Play-offs sind nicht mein Thema“

Alexander Waibl will mit den DSC-Volleyballerinnen ins Finale, sieht im Interview eine mögliche Fan-Rückkehr in Dresden aber kritisch.

Aus Versehen oder als Generalprobe ging während Waibls Spielanalyse dann doch eine Konfetti-Kanone los. Die roten Schnipsel regneten tausendfach zu Boden. Der DSC-Trainer drehte sich um. Seine Ansage kam lachend, war aber kaum falsch zu verstehen: „Da müsst ihr noch eine Woche warten.“ Dazwischen liegt aber der zweite Partyversuch – diesmal in Stuttgart. „Aber im Ernst, es ist eine geile Finalserie. Ich glaube, dass sich zwei Teams auf Augenhöhe gegenüberstehen“, sagte er.

Mehr zum Thema Sport