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Wie der DSC den Rekordmeister in die Krise stürzt

Nach dem Kraftakt der Volleyballerinnen beim hart erkämpften Sieg in Schwerin lobt der Trainer einen geilen Saisonstart.

Auf Vize-Kapitän Maja Storck (l.) und Spielführerin Jennifer Janiska liegt jetzt noch mehr Verantwortung. Foto: Lutz Hentschel
Auf Vize-Kapitän Maja Storck (l.) und Spielführerin Jennifer Janiska liegt jetzt noch mehr Verantwortung. Foto: Lutz Hentschel © Lutz Hentschel

Der Volleyball-Rekordmeister strauchelt in eine Ergebniskrise, und daran hat der Dresdner SC einen gewichtigen Anteil. Zwei seiner nun vier aufeinanderfolgenden Niederlagen zum Start der neuen Saison kassierte der Schweriner SC gegen den ewigen Ostrivalen, die Mannschaft von Trainer Alexander Waibl.

Nach dem 3:2-Gewinn des Supercups vor zwei Wochen setzte sich der DSC am Freitagabend auch im Punktspiel in Schwerin s durch – dieses Mal sogar deutlich mit 3:0. Doch die Satzstände von 32:30, 26:24, 26:24 ließen sich auch so interpretieren: Hier hatte eine Mannschaft richtig Dusel, das andere Team besonders viel Pech.

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Darauf will Dresdens Angreiferin Maja Storck den unerwartet klaren Sieg nicht reduziert wissen. „Es war im ersten Satz so, dass wir nie die Nerven verloren haben, bei keinem Ballwechsel“, sagt die Schweizer Nationalspielerin. Der DSC wehrte immerhin sechs Satzbälle der Gastgeberinnen ab. „Wir haben nicht immer gleich versucht, mit dem ersten Ball direkt den Punkt zu machen, sondern haben auf unsere Chance gewartet oder den Gegner zu Fehlern gezwungen“, erklärt Storck, mit 16 Zählern wieder mal die Punktbeste beim DSC.

„Ich bin stolz auf meine Mannschaft“

Dem deutschen Meister kam auch entgegen, dass Pokalsieger Schwerin derzeit vor Selbstvertrauen nicht gerade strotzt. An vier Niederlagen in Folge am Saisonbeginn von Schwerin, immerhin zwölfmaliger deutscher Meister, kann sich niemand erinnern. „Es ist schwierig, wenn du drei Spiele hintereinander verloren hast und ein Heimspiel ansteht, in dem du Revanche für den Supercup haben willst. Da ist ein bisschen mehr Druck da“, sagt Storck und hat Verständnis für das dünne Nervenkostüm des Rivalen. Für den DSC war es saisonübergreifend der vierte Sieg gegen Schwerin nacheinander. Unter Trainer Waibl gab es das auch noch nie.

Er sparte deshalb nicht mit Lob:„Ich bin stolz auf meine Mannschaft, was sie trotz der Begleitumstände hier geleistet hat. Jetzt können wir sagen, wir haben vom Ausrutscher in Wiesbaden abgesehen, einen geilen Saisonstart mit unserer jungen Mannschaft hingelegt“, sagt der 53-Jährige. Dabei haben auch die Dresdnerinnen genügend eigene personelle Probleme. Der Kreuzbandriss von Angreiferin Jacqueline Quade im Testspiel vorm Saisonstart war da nur der Anfang.

Mittlerweile verfügt der DSC nur noch über neun einsatzfähige Profis. Zumindest war das in Schwerin so, nachdem Mittelblockerin Layne Van Buskirk (Rückenprobleme) und Außenangreiferin Sina Stöckmann (Verdacht auf Bänderriss) kurzfristig ausfielen. Mit Julia Wesser (18) und Lena Linke (17) vervollständigte zwei Talente vom Zweitligisten VC Olympia Dresden den ausgedünnten Kader. Auf mehreren Positionen – Libero, Außenangriff, Mittelblock – fehlen nun allerdings Wechseloptionen für etablierte Stammkräfte.

„Einfach ist das nicht. Direkt auf das Spiel hatte das vielleicht nicht den großen Einfluss, weil die jüngsten Ausfälle auch zwei Akteurinnen betraf, die noch keine Stammspielerinnen sind“, sagt Storck. Das aber mehrt den Druck und die Verantwortung auf Leistungsträgerinnen wie Kapitän Jennifer Janiska oder eben sie. „Wir haben auf dem Feld gewusst: Wir spielen nicht nur für uns, sondern auch für all die, die nicht dabei sein können“, sagt Storck und erzählt, dass Janiska im dritten Satz trotz Krämpfen weitergespielt habe. Auch bei ihr machten sich Rückenprobleme bemerkbar. „Körperlich pfeifen wir so ein bisschen auf dem letzten Loch. Wäre das Spiel noch in den vierten Satz gegangen, wüsste ich nicht, ob wir das geschafft hätten“, gestand Storck. Waibl gewährte den Spielerinnen daher am Wochenende zwei Tage Trainingspause.

Zudem zeigen die jungen Spielerinnen, warum sie jetzt zu den Profis gehören – allen voran Monique Strubbe. Die 20-jährige Mittelblockerin spielt momentan in einer überragenden Verfassung. In Schwerin erzielte sie herausragende 14 Punkte und wurde danach als wertvollste Spielerin geehrt. „Das war ein brutal gutes Spiel von Moni. Es war extrem wichtig, dass unser Mittelblock so punkten kann. Die Auszeichnung hat uns alle sehr gefreut, weil das sehr verdient war“, lobt Storck.

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