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Dresdner DTM-Neuling schlägt Ex-Formel-1-Fahrer

Mit dem Debüt in der höchsten Tourenwagenklasse ist der Teamchef von T3 „sehr zufrieden“. Dabei lief noch nicht alles rund.

Esmee Hawkey vom Dresdner Team T3 konnte in ihrem Lamborghini Huracan noch nicht im Spitzenfeld angreifen - ihr Kollege immerhin in den Top10.
Esmee Hawkey vom Dresdner Team T3 konnte in ihrem Lamborghini Huracan noch nicht im Spitzenfeld angreifen - ihr Kollege immerhin in den Top10. © DTM

Monza/Dresden. Die Vorzeichen waren nicht gerade die besten für schnelle Runden und gute Platzierungen. Vor 14 Tagen erst hatte der Dresdner Rennstall T3 die Britin Esmee Hawkey als zweite Fahrerin verpflichtet. Und drei Tage vor dem ersten Start lieferte Lamborghini endlich den Huracan Evo GT3 aus. Es war also alles ziemlich eng und stressig vor dem ersten Start eines ostdeutschen Rennstalls in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

„Wir sind mit unserem Debüt sehr zufrieden. Wenn man diese Rahmenbedingungen dazunimmt, war es geradezu perfekt“, erklärt Teamchef Jens Feucht. Der erst 19-jährige Belgier Esteban Muth fuhr in den beiden Rennen am vergangenen Wochenende im italienischen Monza auf die Ränge elf und neun. „Im Qualifying war er sogar zweimal Fünfter. Und in der Rookie-Wertung liegt er auf dem zweiten Platz“, so Feucht. Rookies sind die Neulinge einer Serie.

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Um das besser einordnen zu können: Muth war damit deutlich schneller als zum Beispiel Timo Glock, der insgesamt sechs Jahre in der Formel 1 unterwegs war und bisher fünf Siege in der DTM feiern konnte. „Man darf auch nicht vergessen, dass wir mit zwei Talenten unterwegs sind, während alle anderen Teams auf Profifahrer setzen“, erklärt der Chef des erst 2018 gegründeten Rennstalls.

Für die 23-jährige Hawkey lief es dagegen nicht ganz so rund. Sie kam auf den Plätzen 15 und 17 ein und lieferte sich dabei harte Zweikämpfe mit Sophia Flörsch, der einzigen Konkurrentin im Feld. Die Münchnerin kam jeweils als 16. ins Ziel. Es sind die ersten beiden Frauen in der DTM seit 2012. „Esmee hatte das Problem, dass die sehr weichen Reifen bei ihr zum Ende hin stark abgebaut haben. Dadurch verlor sie einige Positionen“, erklärt Feucht. Woran das lag, soll nun die Auswertung der umfangreichen Daten zeigen.

Nachbau der Boxengasse im Dresdner Industriegelände

Für ein anderes Detail braucht der Rennstall, der an den acht DTM-Wochenenden mit jeweils 19 Mechanikern und Helfern unterwegs ist, keine Zahlenkolonnen aus dem Computer. „Wir müssen an unseren Boxenstopps üben. Da haben die Konkurrenten ein besseres Equipment, und auch die Abläufe passen bei ihnen besser“, räumt Feucht ein. Geübt wird das in den nächsten Wochen in einem Dresdner Industriegelände, wo T3 zwei Hallen gemietet hat. Dazu wird alles so aufgebaut wie in der Boxengasse – nur mit dem Unterschied, dass die Lamborghini nicht angefahren kommen, sondern auf die Position geschoben werden.

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Zeit bleibt dafür genügend, das nächste Rennen ist erst in einem Monat auf dem Lausitzring – also quasi ein Heimspiel. „Dort würden wir gerne mit drei Autos antreten“, so Feucht. Maximilian Paul, der sonst in der ADAC GT Masters Gas gibt, käme als Gaststarter dazu. Der Umstieg wäre kein großes Problem, da sich die Autos in den beiden Serien ähneln. Nachdem zuletzt immer mehr Marken aus der sehr kostenintensiven DTM ausgestiegen waren, hatte Serienchef Gerhard Berger ein neues Format entwickelt. Die nun eingesetzten GT3-Autos sind deutlich näher an den Serienfahrzeugen als die spektakulären Rennwagen der Vergangenheit, allerdings muss sich die DTM nun unter mehreren GT3-Rennserien behaupten.

Das wollen sich auch die Neulinge aus Dresden. „Nach diesem guten Start ist es unser Ziel, kontinuierlich in die Top10 zu fahren“, erklärt Feucht. Die Vorzeichen sind nun ja andere – und bessere.

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