merken
PLUS Sport

Dresdner Motorsport-Team will weiter in der DTM starten

Die Premieren-Saison ist vorbei, der Teamchef von T3 zufrieden - mit den Ergebnissen und auch der TV-Präsenz. Er plant schon das nächste Jahr in der DTM.

Teamchef Jens Feucht (l.) ist mit der Premierensaison seines Fahrers Esteban Muth "sehr zufrieden".
Teamchef Jens Feucht (l.) ist mit der Premierensaison seines Fahrers Esteban Muth "sehr zufrieden". © Thomas Kretschel

Dresden. Das Finale hätte schlechter nicht laufen können. Beide Lamborghini des Dresdner Teams T3 kamen am Norisring nicht ins Ziel. Ein ernüchternder Abschluss. Typisch für die anderen 15 Saisonrennen in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) war er jedoch nicht. "Wir sind regelmäßig in die Punkte gefahren, belegen in der Juniorenwertung den dritten Platz - deshalb können wir trotz des Finals sehr zufrieden sein", findet Teamchef Jens Feucht.

Die Dresdner waren die Neulinge in der DTM, die noch dazu mit einem Handicap zu kämpfen hatten. "Wir sind als letztes Team dazugekommen, und hatten wenig Zeit zum Testen", erklärt Feucht. Die Auslieferung der Lamborghini Huracan Evo GT3 hatte sich verzögert, erst kurz vor dem ersten Rennen kamen sie in Dresden an. In der Gesamtwertung landeten die beiden T3-Fahrer unter den 23 Startern auf den Plätzen 13 und 20. Ein besseres Abschneiden verhinderte auch der Saisonabschluss, bei der Britin Esmee Hawkey kam hinzu, dass sie mehrmals ihr Auto vorzeitig in der Box abstellen musste oder angeschleppt wurde. "Sie war wiederholt in Unfälle verwickelt, die sie meist nicht selbst verschuldet hatte", erklärt Feucht. Und: In einem GT3-Auto hatte sie vorher noch nie gesessen. "Das ganze Thema Aerodynamik war für sie deshalb Neuland", so der Teamchef.

Anzeige
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!
Ihr Geschäft soll bekannter werden? Los gehts!

Führen Sie Ihr Geschäft mit Werbung auf sächsische.de zu einer Erfolgsgeschichte. Wir helfen Ihnen dabei!

Beim erst 20-jährigen Belgier Esteban Muth lief es deutlich besser, was auch der dritte Platz in der Juniorenwertung zeigt. "Mit beiden Fahrern laufen derzeit Gespräche", erklärt Feucht. Ob sie auch in der nächsten Saison für T3 Gas geben, steht noch nicht fest. Das dürfte auch am Geld hängen. Den Etat stemmen neben den vier Gesellschaftern, einer von ihnen ist Feucht, Sponsoren sowie die Fahrer, die den Platz hinterm Steuer also selbst mitfinanzieren - ein im Motorsport übliches Modell.

Ob das Dresdner Team T3 auch in der kommenden DTM-Saison im Lamborghini Huracan Evo GT3 fahren wird, steht noch nicht fest. "Die Gespräche laufen", sagt Teamchef Feucht.
Ob das Dresdner Team T3 auch in der kommenden DTM-Saison im Lamborghini Huracan Evo GT3 fahren wird, steht noch nicht fest. "Die Gespräche laufen", sagt Teamchef Feucht. © Thomas Kretschel

Ums Finanzielle geht es auch bei den Verhandlungen mit Lamborghini. Reine Werkteams gibt es in der DTM zwar nicht mehr, die Hersteller unterstützen die Mannschaften trotzdem. Und dieses Engagement fällt unterschiedlich groß aus. "Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und hoffen auf eine Einigung in den nächsten Wochen", erklärt Feucht. Der Einstieg hat sich aus seiner Sicht gelohnt. "Mit dem Schritt in die DTM haben wir einen großen Schritt in Richtung Reichweite und Bekanntheitsgrad gemacht. Das nehmen wir auch bei den Sponsorengesprächen wahr, die wir gerade führen."

Und das liegt vor allem an den Live-Übertragungen. DTM-Chef Gerhard Berger ist mit den Einschaltquoten und Streamingabrufen beim TV-Partner Sat.1 zufrieden. "Wenn man sich das große Ganze ansieht, liegt unser Marktanteil über dem Durchschnitt des vergangenen Jahres", erklärt der ehemalige Formel-1-Pilot. Dennoch gibt es nun einen Wechsel innerhalb der Senderfamilie: Die DTM wandert von Sat.1 zu Pro7, bleibt damit im frei empfangbaren Fernsehen. International ist die Serie in mehr als 60 Ländern zu sehen. "Die DTM ist eine Marke, die Formel 1 des Tourenwagensports", meint Feucht. "Die kennen auch Leute, die von Motorsport nicht viel Ahnung haben."

Die zweite Fahrerin im Team, die Britin Esmee Hawkey, kam häufig nicht im Ziel an. "Sie war wiederholt in Unfälle verwickelt, die sie meist nicht selbst verschuldet hat", findet Teamchef Feucht.
Die zweite Fahrerin im Team, die Britin Esmee Hawkey, kam häufig nicht im Ziel an. "Sie war wiederholt in Unfälle verwickelt, die sie meist nicht selbst verschuldet hat", findet Teamchef Feucht. © Thomas Kretschel

In dieser Serie wollen die Dresdner nicht nur weiter mitmischen, sondern sich im nächsten Jahr "als Team weiterentwickeln", wie es Feucht formuliert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Boxenstopps, die bisher noch bessere Platzierungen verhinderten. Das lag aber nicht nur an den Mechanikern, wie der Teamchef betont, sondern vor allem an den unterschiedlichen Systemen der einzelnen Hersteller. Bei Lamborghini und Audi sind die Radmuttern lose, bei der Konkurrenz fest der mit der Felge verbunden, was die Schraubzeiten deutlich verkürzt.

Weiterführende Artikel

Dresdner mit starkem Debüt in der DTM

Dresdner mit starkem Debüt in der DTM

Auf dem Red-Bull-Ring in Österreich landet Maximilian Paul vor seinen Kollegen vom Rennstall T3. Schon vorher macht der 21-Jährige von sich reden.

Ein Besuch in der Box beim DTM-Heimspiel der Dresdner

Ein Besuch in der Box beim DTM-Heimspiel der Dresdner

Erstmals fährt ein sächsisches Rennteam in der DTM mit, erlebt auf dem Lausitzring einen schweren Unfall, kann aber auch für sich werben. Eine Reportage.

Ein Dresdner Rennstall steigt in die DTM ein

Ein Dresdner Rennstall steigt in die DTM ein

Das T3-Motorsport-Team startet mit Lamborghini und einem jungen Belgier in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft. Was hinter dem Aufstieg steht.

Um den aus diesem Nachteil resultierenden Rückstand zumindest ein bisschen zu minieren, will das Team im Winter fleißig üben. Im Dezember geht es wahrscheinlich nach Portugal. Das alles kostet natürlich. In die DTM-Premieren-Saison investierte T3 laut Feucht "eine höhere sechsstellige Summe. Und mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln sind wir über die Runden gekommen."

Mehr zum Thema Sport