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Kampf ums Viertelfinale wird zur Kopfsache

Nach dem 1:2 gegen Finnland steht Deutschland bei der Eishockey-WM wieder unter Druck. Ein Sieg muss aus den letzten beiden Vorrundenspielen noch her.

Bundestrainer Toni Söderholm gibt Anweisungen.
Bundestrainer Toni Söderholm gibt Anweisungen. © dpa

Von Thomas Lipinski

Riga. Die Frage nach einer WM-Medaille wollte Tobias Rieder nicht mehr hören. „Erst mal müssen wir aus der Gruppenphase raus ins Viertelfinale kommen“, sagte der Angreifer nach dem frustrierenden 1:2 gegen Weltmeister Finnland. „Es ist sehr eng.“ Für die mit hohen Zielen so grandios gestarteten Eishockey-Nationalspieler werden die nächsten Tage zur Nervenprobe.

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Denn nach zwei Niederlagen hintereinander ist bei der WM voller Überraschungen die gute Ausgangslage verspielt. Ein Sieg muss aus den letzten beiden Vorrundenspielen am Montag (15.15 Uhr) gegen die USA und am Dienstag (19.15 Uhr/jeweils Sport1) gegen Gastgeber Lettland noch her, um weiter von der ersten WM-Medaille seit 1953 träumen zu können.

„Wir dürfen nicht zu viel drüber nachdenken“, meinte Rieder. „Wir müssen unsere Leistung auf dem Eis abrufen. Am Ende schauen wir auf die Tabelle. Dann sehen wir, wo wir stehen.“

„Auch müde die richtigen Entscheidungen treffen“

Gegen den taktisch disziplinierten, kompakt verteidigenden Titelverteidiger hatte seine Mannschaft nicht viele klare Torchancen. Nur Verteidiger Korbinian Holzer traf aus dem Nichts zum zwischenzeitlichen 1:1 in der 28. Minute. Dennoch lieferte das deutsche Team – dank seines finnischen Bundestrainers Toni Söderholm mit ähnlichen Waffen ausgestattet – ein Duell auf Augenhöhe, bei dem „mehr drin gewesen wäre“, sagte Holzer. Noch vor ein paar Jahren hätten die Nationalspieler sich für eine derart knappe Niederlage gegen den amtierenden Champion feiern lassen. Doch jetzt sind sie „frustriert. Wir haben mittlerweile einen höheren Anspruch“, betonte Holzer. Und der orientiert sich an der ersten WM-Medaille seit Silber 1953.

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Der entscheidende Doppelpack binnen 30 Stunden zum Ende der Vorrunde fordert die Spieler in jeglicher Hinsicht. „Alle werden im Kopf und körperlich ähnlich müde sein“, meinte Söderholm auch mit Blick auf die Gegner. „Es ist eine Kopfsache. Man muss jetzt auch müde die richtigen Entscheidungen treffen können.“ (sid)

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