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Sport

Neuer Ärger im Eisschnelllauf-Verband

Vier Athleten kritisieren die mangelnde Kommunikation im Verband und beklagen das Aus des Sprint-Bundestrainer. Präsident Große kündigt eine Reaktion an.

Gehört zu den vier Unterzeichnern eines Offenen Briefes an die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft: Joel Dufter.
Gehört zu den vier Unterzeichnern eines Offenen Briefes an die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft: Joel Dufter. © Sergei Grits/AP/dpa

Berlin. Angeführt vom WM-Achten Joel Dufter haben sich vier Eisschnellläufer gegen die Ausbootung von Sprint-Bundestrainer Danny Leger gewehrt. In einem Offenen Brief kritisieren Dufter, Stefan Emele (Erfurt), Jeremias Marx (Erfurt) und Hendrik Dombek (München) vor allem die mangelnde Kommunikation in der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft.

"Viele Athleten der DESG sind momentan sehr unzufrieden mit der Situation. Kommuniziert wird mit den Sportlern so gut wie gar nicht", heißt es in dem Schreiben. Ähnlich hatten sich zuvor schon Athletensprecher Moritz Geisreiter und der frühere Dresdner Shorttracker Leon Kaufmann-Ludwig, der kurzzeitig selbst als Assistenz-Bundestrainer in der DESG tätig war, geäußert.

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Auslöser für den jüngsten Brief war, dass die DESG den am Jahresende ausgelaufenen Vertrag mit dem Inzeller Trainer Leger nicht verlängerte. Dass nach über sechs Monaten der Präsidentschaft von Matthias Große, "viele Trainer und Mitarbeiter meist ohne Begründung entlassen, ihre Stellen aber nicht adäquat oder gar nicht neu besetzt wurden, zeigt, mit wie wenig Fingerspitzengefühl und Sachverstand die DESG arbeitet", kritisieren die Sportler. "Von den offensichtlich menschlichen Verfehlungen und persönlichen Racheplänen mal ganz abgesehen."

Dufter hatte schon zuvor seinem Ärger Luft gemacht. "Ich bin richtig angepisst. Ich habe jetzt mehr als zehn Jahre mit Danny zusammengearbeitet, und nun wird einem reichlich ein Jahr vor Olympia der Trainer weggenommen", sagte der 25-Jährige. Es habe vor der Ausbootung von Leger kein einziges Gespräch gegeben. "Das stellt die Sportler vor ein Loch, das nur schwer zu füllen ist", heißt es in dem Offenen Brief.

Präsident Große zeigt sich pikiert

"Ich kann mich nicht erinnern, dass sich Fußball-Profis in der Bundesliga in derartiger Form schon mal öffentlich darüber beschwert hätten, als ihnen ein Trainer weggenommen wurde", sagte DESG-Präsident Große am Dienstag.

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Im Detail wollte er sich nicht zu den Vorwürfen äußern: "Wir werden am 22. Januar öffentlich und transparent auf die gesamte Trainersituation im Verband eingehen und die Neubesetzung der offenen Stellen bekannt geben. Es wird eine klare und eindeutige Reaktion des Präsidiums dazu geben."

Nach seinem Amtsantritt hatte Große bereits auch Bundestrainer Erik Bouwman und Sportdirektor Matthias Kulik von ihren Ämtern entbunden. (dpa)

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