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Es muellert in Weißwasser

Die Füchse können wieder gewinnen. Und ein 39-jähriger Rückkehrer hat daran einen entscheidenden Anteil.

Von Marcel Pochanke
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Ein Einstand nach Maß für Richard Mueller bei den Lausitzer Füchsen.
Ein Einstand nach Maß für Richard Mueller bei den Lausitzer Füchsen. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben nach vier Niederlagen in Folge endlich wieder gejubelt. Am Freitagabend bezwangen sie die Bayreuth Tigers in der DEL 2 mit. Dabei wurde das Spiel erst im Schlussdrittel entschieden. Eine wichtige Rolle spielte dabei einer, der erst in der Nacht zuvor in Weißwasser eingetroffen war.
Die erste Überraschung des Spiels. Füchse-Trainer Chris Straube hatte die jungen Döring, Detig und Reuß als erste Reihe aufgeboten, vor allem um der Top-Reihe der Gäste den Zahn zu ziehen und Weißwassers Paradereihe mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu lassen.

In der Nacht noch eingetroffen

Die zweite interessante Personalie fand sich in der zweiten Angriffsreihe, wo neben den Finnen Rämö und Mäkitalo erstmals Richard Mueller auflief. Der 39-jährige DEL-erfahrene Stürmer, der schon 2012/13 für die Füchse auflief, war nach seiner Verpflichtung erst in der Nacht eingetroffen. „Er wird unserem Spiel guttun“, sagte Chris Straube vor der Partie, und er sollte recht behalten. Mueller gab der zuletzt kritisierten Formation sofort mehr Stabilität, nahm auch selbst viele Abschlüsse – und konnte sich prompt für seinen wichtigen ersten Treffer feiern lassen.

Das erste Tor des Abends hätte beinahe Lubor Pokovic geschossen, nach dem dritten Fehlpass der Füchse gleich zu Beginn hatte der Bayreuther Verteidiger freie Bahn, scheiterte aber an Leon Hungerecker, der einen phänomenalen Abend erwischen sollte. Fast im Gegenzug hatte Steve Breitkreuz die Riesengelegenheit für Weißwasser, offenbar waren beide Abwehrreihen mit den Gedanken noch in der Kabine. Dann hatte Mueller seine erste gute Gelegenheit, auch er bekam erstaunlich viel Freiraum für seinen Schuss, kam aber nicht an Timo Herden vorbei.

Zunehmend wurden aber die Gäste stärker und bauten Druck auf. Vor allem das Duo Cason Homan und Ville Järveläinen sorgte immer wieder für gefährliche Momente.
Erst gegen Ende des Drittels bekam Weißwasser wieder mehr Spielanteile. Eingeleitet wurde diese Phase, die letztlich mit dem Führungstor belohnt wurde, durch zwei sehr gute Gelegenheiten durch Breitkreiz und Mueller. Bei Breitkreuz‘ Gelegenheit klärte Matic Podlipnik für die Tigers so knapp vor der Linie, dass der Videobeweis bemüht wurde: kein Tor. Das fiel dann aber doch kurz vor der Pause in einer Überzahlsituation der Füchse. Wieder war es Breitkreuz, der den Schuss wohl noch abfälschte, auch wenn Steve Hanusch als offizieller Torschütze geführt wurde.

Warten auf den zweiten Treffer

Im zweiten Abschnitt war Weißwasser plötzlich die spielbestimmende Mannschaft. In den ersten sechs Minuten bekamen die Gäste keinen Abschluss zustande. Die Füchse konnten aber mit der eigenen Torausbeute nicht zufrieden sein. Hier war die Gelegenheit, den Vorsprung zu vergrößern, aber es blieb bei der knappen Führung, die Ende des Drittels in große Gefahr geriet. Vor allem, als Homan prima auf Järveläinen passte und nur Hungerecker zwischen ihm und dem Ausgleich stand, aber super parierte und mit Sprechchören gefeiert wurde.

Der ersehnte zweite Treffer wurde kurz nach der zweiten Pause Wirklichkeit. Und tatsächlich war es Mueller, dessen Schuss unhaltbar von der blauen Linie einschlug. Zuvor war Mäkitalo noch mit einer Großchance gescheitert. Bayreuth tauchte immer wieder gefährlich im Füchsedrittel auf, und Weißwasser setzte auf Konter, vor allem die schnellen Läufe von Hunter Garlent fielen auf.

Es war aber der 39-jährige Mueller, der bei einem Gegenstoß den richtigen Pass auf Rämö fand. Der lange torlose Finne traf mit voller Kraft über den Kopf von Herden zum gefeierten 3:0. Wenn das nicht die Entscheidung war, dann war es das 4:0 durch Breitkreuz wenig später. Auch das ein herrlicher Treffer, dem ein tolles Zusammenspiel zwischen dem Torschützen und Quenneville vorausging. Und wenn es läuft, dann läuft es, das merkte auch Paul Reiner. Der junge Verteidiger zog direkt von der blauen Linie ab, der Puck flog als Bogenlampe oben ins kurze Eck. Es war das erste Profitor für Reiner.

Mit Jens Baxmann konnte sich ein weiterer Verteidiger in die Torschützenliste eintragen und mit dem 6:0 den Schlusspunkt an einem Abend setzen, der neues Selbstvertrauen geben sollte. Das sollte am Sonntag gegen den EV Landshut helfen, der gegen die Füchse die neu gebaute Arena einweihen wird.

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