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Wieso Dresdens Footballer in diesem Jahr titeltauglich sind

Monarchs-Trainer Ulrich Däuber sagt: „An uns muss man vorbei". Zudem erklärt der 51-Jährige im Interview, wie sein Team vom neuen Nachwuchszentrum profitiert.

Den ersten Pokal haben die Monarchs um Cheftrainer Ullrich Däuber als Nordmeister schon mal sicher. Die Trophäe gab’s für den Staffelsieg in der German Football League.
Den ersten Pokal haben die Monarchs um Cheftrainer Ullrich Däuber als Nordmeister schon mal sicher. Die Trophäe gab’s für den Staffelsieg in der German Football League. © Matthias Rietschel

Dresden. Es soll nur der nächste Schritt auf dem Weg zum ersten German-Bowl-Titel werden: Am Samstag treten die Footballer der Dresden Monarchs ab 15 Uhr im Heinz-Steyer-Stadion im Play-off-Viertelfinale gegen die Allgäu Comets an. Trainer Ulrich Däuber hält das für eine Pflichtaufgabe. Denn das Ziel des einzigen sächsischen Football-Erstligisten ist ein noch größeres.

Herr Däuber, am Mittwoch wurde das 1,3 Millionen teure Nachwuchszentrum der Dresden Monarchs eingeweiht. Was bedeutet das für den Verein?

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Für den Verein ist mehr Platz gegeben, damit sich die Jugendlichen selbstständig umziehen können, dass sie ihre eigenen Kabinen haben und nicht ständig ihre Sachen hin- und hertragen müssen. Dass sie eigentlich ein Zuhause finden. Ich finde die Verbindung toll, dass in der oberen Etage ein Bereich ist, wo die Kids auch mal rumhängen oder ihre Hausaufgaben machen können. Man kann sie dabei auch anleiten, dafür müsste man im Verein oder von außerhalb Leute finden, die helfen, den Jugendlichen ihren Tag zu gestalten. Das ist ein wichtiger Beitrag, damit unser Nachwuchs gern hier ist. Denn dann bringen sie auch gern andere Leute mit, das heißt Wachstum. Das wollen wir auch.

Partizipiert auch Ihr GFL-Team von der Einrichtung?

Ja, der Kraftraum ist unheimlich wichtig. Bisher waren wir beim DSC zu Gast, hier können wir unsere eigenen Zeiten fahren. Wir haben jetzt richtige Meetingräume. Das kenne ich auch von meiner früheren Arbeit an Colleges: Hier ist alles wie so ein Campus, alles zusammen an einem Fleck. Das ist sehr zeitsparend.

Sind die Monarchs damit in Deutschland eine Art Leuchtturmprojekt?

Nicht nur für Deutschland, auch für Europa. Wien und Innsbruck sind in dieser Hinsicht noch gut aufgestellt. In der GFL gibt es da aber nichts Vergleichbares.

Ihre Mannschaft trifft im Play-off-Viertelfinale als Meister der Nordstaffel auf das viertplatzierte Team der Südstaffel. Ist das eine sportliche Herausforderung oder eine Pflichtaufgabe?

Beides. Es ist insofern eine sportliche Herausforderung, weil wir jetzt in den Play-offs sind. Da machst du ein schlechtes Spiel mit zwei, drei schlechten Entscheidungen und rennst hinterher. Von der Papierform her müssen wir dominieren. Die Comets sind solide aufgestellt, aber nicht sehr gut. Sie haben ein paar gute Spieler, aber es ist nicht das Top-Team in Deutschland. Allgäu ist sehr gut organisiert und gehört dahin, wo sie jetzt sind: in die Play-offs.

Ihr Team hat mit der Nordmeisterschaft, also dem Sieg in der Nord-Staffel der German Football League, bereits einen sportlich nicht relevanten Titel erstritten. Kann das ein Nachteil sein?

Da will ich widersprechen. Einen unwichtigen Titel gibt es nicht. Jede Meisterschaft ist ein wichtiger Schritt. Deshalb wird sie auch gefeiert, das haben wir auch gemacht. Mich hat es total gefreut, wie das Team, die Leute, der Verein gejubelt haben. Hinderlich ist das sicher nicht. Das ist nur ein Schritt auf der Leiter, die wir noch weiter raufklettern wollen. Das sagt keiner unserer Spieler: Wir sind schon oben auf dem Plateau angekommen. Da ruht sich niemand darauf aus.

Die Monarchs galten in den letzten Jahren stets als gut genug für das Halbfinale. Was spricht in dieser Saison dafür, dass mehr daraus wird? Sie reden ja offen vom Titel.

Was wir wirklich geschafft haben, ist, dass das Team ein sehr homogenes ist. Mit starken Spielern von außen, aber auch der lokale Kader zieht gut mit, wir haben viele Leistungsträger. In der Offense haben wir alles, um erfolgreich zu sein. Der Anspruch muss sein, dass dies das Beste ist, was es in Deutschland gibt. In der Abwehr sind wir ähnlich stark aufgestellt, das macht den Unterschied aus. Wir haben es geschafft, dass dieses Team zusammenkommt, zusammenfindet und zusammen spielt.

Hat Ihr Verein in der wegen Corona abgesagten Vorsaison mehr Hausaufgaben erledigt als andere Klubs?

Das weiß ich nicht, da habe ich zu wenig Einblick in andere Vereine. Ich glaube aber, wir haben die richtigen Hausaufgaben gemacht. Und auch ein bisschen Glück gehabt, mit Spielern, die unbedingt nach Dresden kommen wollten.

Was macht Sie denn bei der selbstbewussten Ansage so sicher, dass Ihr Team den German Bowl gewinnt?

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Dresdens Footballer schicken gegen die Allgäu Comets in der zweiten Halbzeit die zweite Reihe auf das Feld - und stehen unter den besten Vier.

Einfach die Mannschaft. Ich bin mir einfach sicher, dass wir auf den Punkt sehr gut spielen und weniger Fehler machen als die anderen.

Lässt sich das auf den Punkt bringen: Wer deutscher Meister werden will, muss an Ihrem Team vorbei?

Ja, genau – an uns muss man vorbei.

Das Interview führte Alexander Hiller

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