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Das große Finale: Monarchs greifen nach nächstem Pokal

Für Dresdens Footballer war der German Bowl noch nie so nahe, sogar der Oberbürgermeister ist diesmal live dabei. Die wichtigsten Infos vor dem Titelfinale.

Den Pott für die Nordmeisterschaft haben die Dresdner erstmals geholt.
Den Pott für die Nordmeisterschaft haben die Dresdner erstmals geholt. © kairospress

Dresden. Sie greifen bereits zum zweiten Mal nach dieser besonderen Chance – dem German Bowl, der wichtigsten Trophäe in Europas stärkster American-Football-Liga. Die Dresden Monarchs begegnen Gegner Schwäbisch Hall Unicorns an diesem Samstag, 18 Uhr, in der Frankfurter Deutsche-Bank-Arena auf Augenhöhe. Sächsische.de sagt, was diesmal den Ausschlag für die Monarchs geben könnte.

Warum ist Schwäbisch Hall der Angstgegner der Dresdner?

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Das Verwahren und Transparent machen von Forschungsergebnissen auf nationaler Ebene ist ein Mammutprojekt – bei dem die TU Dresden ganz vorn mit dabei ist.

Das liegt an der jüngeren Statistik. Seit ihrem bislang einzigen Finaleinzug 2013 wurden die Monarchs fünf Mal im Halbfinale vom jetzigen Final-Gegner gestoppt. Jeweils in Schwäbisch Hall. Einige Monarchs-Akteure – zum Beispiel Nationalspieler Aaron Wahl – haben das alles mitgemacht, durchlebt und durchlitten. Haben sie es auch abgehakt?

„Wir sind ein neues Team, mit neuen Spielern, wir machen die alten Fehler nicht, wir gehen unseren eigenen Weg“, betont Team-Kapitän Florian zur Nieden. Der Psychologiestudent unterstreicht deshalb: „Wir haben keine Angst vor Schwäbisch Hall.“

Der letzte Sieg gegen den vierfachen deutschen Meister liegt allerdings schon lange zurück. 2010 setzten sich die Dresdner in einem Play-off-Viertelfinale mit 56:45 durch. Die Bilanz im direkten Vergleich bei Pflichtspielen in der German Football League (GFL) bleibt ernüchternd: zwei Siege, sechs Niederlagen.

Wer verfügt über die sportlich stärkere Mannschaft?

Das ist generell schwer einzuschätzen. Schwäbisch Hall wurde in der Südstaffel der zweigeteilten Bundesliga verlustpunktfrei Meister, die Dresdner in der Nordstaffel mit lediglich zwei Minuszählern. Traditionell gilt die Gruppe der Dresdner als etwas stärker, ausgeglichener besetzt.

Und in dieser Saison hat Cheftrainer Ulrich Däuber die stärkste Mannschaft seiner nun vierjährigen Amtszeit beisammen. Mit Quarterback KJ Samuel-Carter sowie den beiden Offensiv-Leuten Darrell Stewart und Devwah Whalay stehen exzellente US-Profis in den Dresdner Reihen. Zudem ist der deutsche Kader so stark und tief besetzt wie lange nicht. Der Finalgegner plagt sich mit Personalsorgen. Stamm-Runningback John Santiago zog sich im Halbfinale einen Kreuzbandriss zu, der Einsatz des am Knie verletzten deutschen Auswahl-Quarterbacks Alexander Haupert ist gefährdet. Däuber sagt deutlich: „Wir fahren nach Frankfurt und holen den German Bowl. Einen Favoriten gibt es nicht.“

Die Überkreuzvergleiche sprechen für die Monarchs – obgleich über deren Aussagekraft diskutiert werden kann. Schwäbisch Hall setzte sich im Halbfinale gegen Potsdam nur mühevoll mit 28:18 durch. Dresden gewann die Ligaduelle gegen Potsdam 31:15 (auswärts) und 63:7 – da hatten sich die Royals in ihr Schicksal gefügt. Das Däuber-Team seinerseits fügte beim 37:0 im Halbfinale über die Saarland Hurricanes dem Konkurrenten eine höhere Niederlage zu als die Unicorns (28:0/45:20).

Wie viele Dresdner Fans kommen mit nach Frankfurt?

Das ist noch offen. Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler hofft auf bis zu 1.000 Anhänger, in die Ticketvergabe war der Verein aber nicht involviert. Über die Plattform ticketmaster.de sind noch Karten erhältlich. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert soll sich angesagt haben. Der veranstaltende American Football Verband Deutschland (AFVD) konnte am Donnerstag mit Verweis auf den laufenden Verkauf keine aktuellen Zahlen nennen. Pressesprecher Tom Aust geht jedoch davon aus, dass die maximal mögliche 50-prozentige Auslastung des Stadions, in dem sonst Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt spielt, beinahe ausgereizt wird. Das wären also knapp 25.000 Zuschauer.

Wird das Endspiel im Free-TV übertragen?

Ja, Spartensender Sport1 berichtet am Samstag ab 17.45 Uhr live aus Frankfurt und bietet zudem einen Live-Stream im Netz an.

Wo werden die Dresdner im Erfolgsfall ausgelassen feiern?

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Krachen lassen werden es die Monarchs nicht. Der Verein hat sich am Samstag ab 22 Uhr in einer Filiale einer bekannten Restaurant-Kette eingemietet. Dort wird es mindestens Pizza, Pasta und das eine oder andere Bier geben. Danach steigt die Mannschaft in den Team-Bus und wird kurz nach der Morgendämmerung in Dresden sein.

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