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Formel 1 verschiebt den Saisonstart

Trotz Corona sollen so viele Rennen wie nie zuvor absolviert werden. Deshalb muss der Rennkalender nun massiv umgebaut werden.

Der ursprünglich an Position zwei geplante Grand Prix von Bahrain soll nun den
Auftakt der
Formel-1-Saison beherbergen.
Der ursprünglich an Position zwei geplante Grand Prix von Bahrain soll nun den Auftakt der Formel-1-Saison beherbergen. © Hamad Mohammed/Pool Reuters/AP/dpa

Von Thomas Weitekamp

Paris. Der Auftakt in Australien fällt aus, auch in China ist nicht an Formel 1 zu denken, insgesamt vier Rennen müssen jetzt schon verschoben werden. Und doch hält die Königsklasse stur an ihrem Plan fest: Die Coronasaison 2021 soll eine Rekordsaison werden. „Es war ein anstrengender Start ins Jahr“, sagte der neue Geschäftsführer Stefano Domenicali am Dienstag, als der erste Umbau des Kalenders abgeschlossen war.

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Seine Kernbotschaft ließ aber durchaus aufhorchen: „Wir sind froh, bestätigen zu können, dass sich an der geplanten Zahl der Rennen nichts ändern wird.“23 Grand Prix sollen es also weiterhin sein, ein historisch hoher Wert. Und das, obwohl die anhaltende Pandemie schon jetzt für ein Durcheinander sorgt.

Mick Schumacher wird sein Debüt als Stammpilot nicht wie erhofft am 21. März in Australien geben, stattdessen soll der Startschuss nun eine Woche später in Bahrain fallen. Das Rennen in Melbourne ist damit nicht vom Tisch, es soll in der ohnehin sehr vollen zweiten Jahreshälfte am21. November steigen.

Um Platz zu schaffen, müssen dann aber die Rennen in Brasilien (neuer Termin am 7. November), Saudi-Arabien (5. Dezember) und Abu Dhabi (12. Dezember) verschoben werden. Und irgendwann im Herbst soll auch noch der WM-Lauf in China steigen, der am 11. April definitiv nicht möglich ist. Stattdessen nun: Ein Rennen in Imola am 18. April und vermutlich eines am 2. Mai in Portimao.

Zuschauer sollen wieder dabei sein

Das alles kommt wenig überraschend, schon 2020 musste coronabedingt ja Rennen um Rennen abgesagt oder verschoben werden. Doch kürzertreten wollte die Formel 1 nun keinesfalls. Und die Geister, die sie mit der Planung ihres Rekordkalenders rief, wird sie nun nicht mehr los.

„Die Pandemie hat eine Rückkehr zum Alltag noch nicht erlaubt“, sagt Domenicali zwar, „aber wir haben 2020 schon gezeigt, dass wir sichere Rennen austragen können.“ Auch Zuschauer werde es in diesem Jahr auf den Tribünen wieder geben.

Sicher waren die Rennen in der Tat, die Corona-Blase der Formel 1 funktionierte. Das Problem ist ein anderes: Der enge Zeitrahmen macht eine sinnvolle Verteilung der Rennen kaum noch möglich. Das Ungleichgewicht zwischen Jahresauftakt und -ende ist bemerkenswert. Vor der Sommerpause im August sind nun 11 Rennen in 18 Wochen geplant, nach der Sommerpause sollen 12 Rennen in 15 Wochen stattfinden – China ist da noch nicht eingerechnet.

Gewollter Stresstest

Immer wieder hatten die Teams deutlich gemacht, was sie von Triple-Headern halten, von drei Rennen an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden: sehr wenig. Die Reisebelastung, das hektische Auf- und Abbauen, die Nachtschichten treiben die Rennställe an ihre Grenzen.

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In der Notsaison 2020 war das zu akzeptieren, zumal die Triple-Header räumlich nah beieinander lagen und dabei teilweise sogar zweimal auf einer Strecke gefahren wurde. Die „Dreier“ für 2021 heißen nun allerdings unter anderem: Russland, Singapur, Japan. Und USA, Mexiko, Brasilien.

Schon jetzt ist klar, dass das Jahr 2021 ein Stresstest für die Formel 1 wird. Und zwar nicht allein wegen Corona. Sondern weil sie es so will. (sid)

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