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Sport

Corona-Feldstudie in der Formel 1

Die Fans kommen, insgesamt rund 140.000. Ausgerechnet in England gibt es erstmals wieder restlos volle Ränge. Ist das nur verrückt oder doch vertretbar?

Vor dem Großen Preis von England präsentierten der Fiinne Valtteri Bottas (vorne, r) und sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton ihr Formel-1-Autos für das nächste Jahr.
Vor dem Großen Preis von England präsentierten der Fiinne Valtteri Bottas (vorne, r) und sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton ihr Formel-1-Autos für das nächste Jahr. © Bradley Collyer/PA Wire/dpa

Von Martin Moravec

Birmingham. Silverstone wird zum Formel-1-Versuchslabor. Erstmals inmitten der Corona-Pandemie werden an einem Grand-Prix-Wochenende die Zuschauerränge wieder restlos voll sein. Komplett ausverkauft, verkündeten die Veranstalter. Das heißt konkret: Rund 140.000 Besucher werden alleine am Rennsonntag ins „Home of British Motor Racing“ strömen.

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Die Formel 1, die an diesem Wochenende mit einem Sprintrennen zur Ermittlung der Startaufstellung auch noch ein neues sportliches Format testet, feiert die Rückkehr der Massen als fantastische Nachricht. Das Unbehagen angesichts steigender Corona-Infektionen rast aber mit – auch bei Mercedes-Mann Lewis Hamilton.

„Ich bin hin- und hergerissen“, räumte der Rekordweltmeister Ende Juni beim Großen Preis der Steiermark ein. „Einerseits kann ich gar nicht sagen, wie aufgeregt ich bin, die Leute und das britische Publikum zu sehen.“ Dann gebe es aber eben auch noch diese Skepsis. „Andererseits schaue ich die Nachrichten und höre, dass die Fallzahlen in Großbritannien massiv ansteigen. Daher mache ich mir natürlich Sorgen um die Leute.“

Hamilton wollte die Fan-Zulassung aber nicht negativ bewerten. „Ich hoffe, wir lernen daraus, und ich hoffe, dass alle sicher sind“, sagte der Rekordgewinner von Silverstone, der in der WM-Wertung 32 Punkte hinter Spitzenreiter Max Verstappen im Red Bull liegt. Ein volles Haus fühle sich jedoch „ein bisschen verfrüht an“.

Teil eines Forschungsprogramms

Landesweit ist zuletzt wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante die Zahl der Corona-Neuinfektionen deutlich gestiegen. Zugleich werden vor dem Hintergrund der Impfkampagne von Montag an fast alle Corona-Regeln in England aufgehoben.

Der Große Preis von Großbritannien, im vergangenen Jahr noch als Doppel-Event ohne Zuschauer ausgetragen, gehört dabei wie auch die Finalrunde der Fußball-EM in London oder das Tennis-Turnier von Wimbledon zu einem Forschungsprogramm der britischen Regierung. Dieses untersucht das Risiko einer Übertragung von Covid-19 beim Besuch von Veranstaltungen.

So könnte es theoretisch auch in diesem Jahr wieder aussehen: Nach dem Rennen am 14. Juli 2019 feiern Fans den Sieg von Lewis Hamilton.
So könnte es theoretisch auch in diesem Jahr wieder aussehen: Nach dem Rennen am 14. Juli 2019 feiern Fans den Sieg von Lewis Hamilton. © Archiv: David Davies/PA Wire/dpa

Ticketbesitzer müssen bei ihrer Pilgerfahrt zur Rennstrecke entweder einen negativen Schnelltest, der selbst abgenommen und eingetragen wird, oder den Nachweis über eine vollständige Impfung vorlegen. Zum Vergleich: Als Verstappen vor zwei Wochen in Spielberg sein drittes Rennen nacheinander gewann, hatte die österreichische Landesregierung die Beschränkungen aufgehoben. In der Steiermark waren über das ganze Wochenende verteilt 132.000 Zuschauer dabei.

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Dem zwischen Birmingham und London gelegenen Silverstone Circuit kommt nun wohl seine Weitläufigkeit zugute. „Was oft unsere Achillesferse ist, das Fehlen von Eisenbahn, U-Bahn oder Bus, ist in diesem Fall sogar ein Vorteil“, sagte Silverstone-Geschäftsführer Stuart Pringle. Die Zuschauer müssen sich also in keine Bahnen zwängen, sondern reisen privat in Pkws an. „Es ist einfach nicht das gleiche wie bei einem Sportereignis im engen Stadtzentrum“, bemerkte Pringle. (dpa)

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