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Verstappen krönt die Oranje-Party von Zandvoort

Heimerfolg im Tollhaus: Max Verstappen hat die Motorsport-Party von Zandvoort mit dem Sieg gekrönt und die WM-Führung in der Formel 1 zurückerobert.

Max Verstappen rast als Führender um die Kurve – ganz zur Freude seiner holländischen Fans.
Max Verstappen rast als Führender um die Kurve – ganz zur Freude seiner holländischen Fans. © dpa/Hasan Bratic

Von Raphaelle Peltier und Marco Heibel

Zandvoort. Als Max Verstappen mit der niederländischen Fahne um die Schultern auf das oberste Treppchen kletterte, legte auch König Willem-Alexander jegliche Zurückhaltung ab. Der Monarch riss die Arme in die Höhe und jubelte aus voller Kehle. PS-König Verstappen hat die Sehnsucht seiner 70.000 Untertanen in Zandvoort gestillt und die dreitägige Formel-1-Party am Nordseestrand mit dem Heimsieg und der Rückeroberung der WM-Führung gekrönt.

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"Es ist unglaublich. Die Erwartungen waren sehr hoch. Es ist einfach ein wundervoller Tag - hier, mit dem ganzen Publikum. Einfach unglaublich", sagte Verstappen, der im Gefühl des sicheren Sieges bereits die letzte Rennrunde in vollen Zügen genießen konnte. Orange Bengalos und ohrenbetäubender Jubel begleiteten ihn - wie am gesamten Wochenende, das eine Mischung aus Verstappen-Show und Strandparty war.

Nur in der zweiten Reihe stand Lewis Hamilton. Der Rekordweltmeister versuchte mit seinem Mercedes-Team viel, wechselte im Rennen die Strategie, doch am Ende blieb dem englischen Sir nur Rang zwei. Drei Punkte beträgt nun sein Rückstand auf Verstappen im WM-Kampf, zudem konnte Hamilton auch die dritte Chance auf seinen 100. Formel-1-Sieg nicht nutzen.

Deutsche spielen nur Nebenrollen

Dennoch gab sich der siebenmalige Champion zufrieden: "Es war ein unglaubliches Wochenende. Ich habe alles gegeben, aber Red Bull war einfach zu schnell für uns. Das hier ist jetzt meine Lieblingsstrecke. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr."

Dritter wurde Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas, der für unnötige Aufregung sorgte: Der Finne, der vor seiner Ablösung steht, holte sich entgegen der Ansage vom Kommandostand kurz vor Rennende die schnellste Runde und nahm Hamilton damit virtuell einen Extrapunkt weg, der Engländer konnte aber auf den letzten Drücker kontern.

Nach Siegen bei seinen "Heimrennen light" - in seiner Wahlheimat Monaco, beim Doppelpack in Österreich, der Heimat seines Red-Bull-Teams, sowie in seinem Geburtsland Belgien - triumphierte Verstappen nun auch routiniert im "echten" Zuhause. Es war bereits sein siebter Saisonsieg und der 17. seiner Formel-1-Karriere. Im ewigen Ranking liegen vor ihm nur noch Weltmeister.

Der Sieger von Zandvoort: Max Verstappen mit dem Siegerpokal.
Der Sieger von Zandvoort: Max Verstappen mit dem Siegerpokal. © dpa/Hasan Bratic

Keine Hauptrolle spielten die Deutschen: Der viermalige Champion Sebastian Vettel kam im Aston Martin nicht über Rang 13 hinaus, Haas-Pilot Mick Schumacher fuhr als 18. und Letzter über den Zielstrich.

Die Rückkehr der Formel 1 in die Niederlande nach 36 Jahren bzw. 13.159 Tagen war ein großer Erfolg auf Ansage. Auch die Fahrer waren hin und weg - einerseits aufgrund der grandiosen Stimmung, andererseits wegen der selektiven Strecke, die keine Ausrutscher erlaubt und mit ihren Steilkurven einmalig ist im Rennkalender.

Erneut Krach beim Schumacher-Rennstall

Vor den Augen der Königsfamilie kam Verstappen beim Start hervorragend weg und bog ungefährdet in die erste Kurve ein. Schnell zog er davon, der Vorsprung auf Hamilton pendelte sich zwischen drei und vier Sekunden ein.

Mercedes entschied sich deswegen, auf die Zwei-Stopp-Strategie zu wechseln und holte Hamilton nach der 20. von 72 Runden in die Box. Red Bull zog mit Verstappen einen Umlauf später nach, Bottas lag nun vor den WM-Anwärtern.

Am Ende der 39. Runde wechselte Hamilton zum zweiten Mal, doch die für ihre schnellen Boxenstopps bekannte Red-Bull-Crew blieb cool und hielt ihren Frontmann an der Spitze des Rennens - sehr zur Freude der Massen. Hamilton merkte mit einem Hauch von Verzweiflung im Boxenfunk an: "Sie sind so verdammt schnell."

Während Vettel von Startplatz 15 aus ein unauffälliges Rennen fuhr, lieferte sich Schumacher mit seinem Teamkollegen Nikita Masepin in den ersten Runden wieder einen harten Kampf. Es kam zur Berührung, der Deutsche musste sich nach Runde vier einen neuen Frontflügel abholen und fiel ans Ende des Feldes zurück.

"Es war ein hartes Manöver", sagte Masepin später bei Sky, "aber so soll es ja auch sein." Am Samstag hatte es zwischen den Stallrivalen bereits verbal gekracht, Masepin hatte sich von Schumacher unfair behandelt gefühlt. Die Luft bei Haas wird immer dicker. (sid)

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