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Sport

Ein Punkt für Leipzig beim Spektakel in Köln

Sechs Tore fallen, die Partie endet jedoch 1:1. Vier Treffer werden nach Videobeweis aberkannt, dazu gibt es zwei Pfostenschüsse - und die Bayern siegen 7:0.

Sie haben buchstäblich um den Sieg gerungen, am Ende trennen sich der 1. FC Köln und RB Leipzig unentschieden. Im Zweikampf: Kölns Luca Kilian (r) und Leipzigs Yussuf Poulsen.
Sie haben buchstäblich um den Sieg gerungen, am Ende trennen sich der 1. FC Köln und RB Leipzig unentschieden. Im Zweikampf: Kölns Luca Kilian (r) und Leipzigs Yussuf Poulsen. © dpa/Marius Becker

Von Holger Schmidt

Köln. Am Ende eines verrückten Spektakels atmeten beide Trainer erst einmal durch: Während die Fans lautstark keinen Sieger, aber doch das Spiel feierten, fielen sich Steffen Baumgart und Jesse Marsch in die Arme und wussten nicht so recht, was sie von der wilden Partie und dem Ergebnis halten sollten. Vize-Meister RB Leipzig vermied mit dem 1:1 beim 1. FC Köln zumindest die nächste Niederlage. "Es war einfach ein geiles Fußball-Spiel", schwärmte der Kölner Coach Baumgart, der mit dem Punkt zufrieden war: "Es hätte auch anders ausgehen können, aber ich bin glücklich."

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Amadou Haidara (71. Minute) rettete den Leipzigern nach Rückstand immerhin einen Punkt. Auf Meister FC Bayern mit Ex-Trainer Julian Nagelsmann, den Leipzig eigentlich jagen wollte, hat RB dennoch nach fünf Spieltagen schon unglaubliche neun Zähler Rückstand. "Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen, aber es kommt", sagte Marsch. "Wir sind in einer schwierigen Phase, aber ich glaube an die Mannschaft."

Der FC, im Vorjahr erst in der Relegation gerettet, hat sich mit acht Zählern dagegen erst einmal in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt und unter Baumgart endgültig eine Euphorie in der Domstadt entfacht. Die Kölner Führung hatte wieder einmal Anthony Modeste mit seinem bereits vierten Saisontreffer erzielt (54.). "Die Jungs haben einen Riesen-Fight geliefert und sich diesen Punkt verdient", sagte der starke Keeper Timo Horn. Insgesamt sahen die 25.000 Zuschauer, unter ihnen Bundestrainer Hansi Flick, ein offensiv begeisterndes Spiel mit zwei Pfostenschüssen und gleich vier aberkannten Treffen. "Es tut weh, wenn es knapp ist", sagte Forsberg. "Aber das ist Fußball."

Leipzig trifft schnell, aber das Tor zählt nicht

Besonders die Leipziger begannen stark, allen voran Christopher Nkunku, schon beim 3:6 bei Manchester City mit drei Treffern der große Lichtblick. Nach einem 80-Meter-Lauf des Franzosen gab André Silva den Ball an Dominik Szoboszlai weiter, der zwar traf, aber mit einem Fuß im Abseits stand (5.). Drei Minuten später traf Nkunku nach einem weiteren starken Solo aus 20 Metern den Pfosten.


Die Kölner, unter Baumgart eigentlich darum bemüht, dem Gegner selbst schnell den Schneid abzukaufen, zeigten sich nur kurz beeindruckt und starteten bald eigene Offensiv-Aktionen. Schon nach zehn Minuten verhinderte ebenfalls nur der Pfosten ihre Führung nach einem sehenswerten Volleyschuss von Ondrej Duda.

Doch die meiste Zeit drückte RB. Nicht zuletzt durch Szoboszlai, der erst mit einem Freistoß an Timo Horn scheiterte (18.). Dann fälschte Rafael Czichos seinen Schuss aus 20 Metern zur Ecke ab (25.). Czichos musste gelb-rot-gefährdet aber nach einer halben Stunde vom Platz. Und dann erzielte auch der FC sein erstes Abseitstor, Modeste hatte vor seinem Pass auf Mark Uth in der verbotenen Zone gestanden (37.).

Das 0:0 zur Pause war eigentlich ein Witz angesichts der Offensiv-Power beider Teams. Und direkt nach dem Wechsel ging es noch rasanter weiter. Leipzigs Lukas Klostermann verzog knapp (48.), Duda scheiterte an RB-Keeper Peter Gulacsi (49.), Modeste köpfte nach der anschließende Ecke knapp daneben. Dann traf der Franzose zweimal, doch zunächst galt der Treffer nicht wegen einer Abseitsstellung (50.), dann wegen eines angeblichen Foulspiels (54.). Doch nach über zwei Minuten Video-Studium erkannte Schiedsrichter Felix Brych: Kein Foul, stattdessen endlich das erste Tor. "Das ist Foul", sagte Marsch nach der Partie. "Für mich ist die Entscheidung klar falsch."

RB erhöhte den Druck und jubelte schnell, als Forsberg sechs Minuten nach seiner Einwechslung traf. Doch der Schwede stand im Abseits. Weitere vier Minuten später gab es keine Einwände, als Haidara eine Szoboszlai-Ecke ungedeckt einköpfte. In der Schlussphase rettete dann Keeper Horn mit mehreren Paraden das Remis für Köln. (dpa)

Was sonst bisher passierte am fünften Spieltag:

  • Die nächste Machtdemonstration des FC Bayern: "Die Gier ist unglaublich", sagte Trainer Julian Nagelsmann nach dem 7:0 (4:0) der Münchner gegen Aufsteiger VfL Bochum. "Das überrascht mich nicht, sondern ich bin froh, dass es so ist." Die starke Leistung des vor einem Monat noch ausgepfiffenen Leroy Sané mit einem Tor und einer Vorlage machte den Bayern-Tag perfekt.
Ein gewohntes Bild, allerdings gab es das am Samstag gleich sieben Mal: Die Spieler des FC Bayern jubeln nach einem Treffer - hier nach dem 6:0 durch Joshua Kimmich (2. v. l.) gegen den VfL Bochum.
Ein gewohntes Bild, allerdings gab es das am Samstag gleich sieben Mal: Die Spieler des FC Bayern jubeln nach einem Treffer - hier nach dem 6:0 durch Joshua Kimmich (2. v. l.) gegen den VfL Bochum. © dpa/Sven Hoppe
  • Von den eigenen Ansprüchen eines Europapokal-Platzes ist Borussia Mönchengladbach unter dem neuen Coach Adi Hütter nach vier Punkten aus fünf Spielen auf Rang 15 meilenweit entfernt. "Es ist natürlich enttäuschend für uns, das sind nicht unsere Ansprüche. Daher dürfen wir uns ärgern", sagte Hütter nach dem späten 0:1 gegen den FC Augsburg.
  • Keine Tore, viermal je einen Punkt: Der FSV Mainz 05 und der SC Freiburg sowie Arminia Bielefeld und die TSG Hoffenheim lieferten die unspektakuläreren Partien des Spieltags. Mainz und Freiburg festigten mit dem Punktgewinn immerhin ihre Plätze in der Spitzengruppe.

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