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Bischofswerdas merkwürdiger Saisonstart

Mit einer jungen Mannschaft geht es in das dritte Jahr in Liga vier. Nach zwei Siegen setzte es zuletzt vier Niederlagen. Aber der Verein bewahrt die Ruhe.

Bleibt die Ruhe selbst: Bischofswerdas Trainer Erik Schmidt, für den die derzeitige Saisonphase noch eine Art Vorbereitung ist.
Bleibt die Ruhe selbst: Bischofswerdas Trainer Erik Schmidt, für den die derzeitige Saisonphase noch eine Art Vorbereitung ist. © Jan Huebner

Nach zwei Auftaktsiegen gegen Auerbach und Halberstadt kassierten die Bischofswerdaer in der Fußball-Regionalliga Nordost vier Niederlagen in Folge. Am Mittwochabend steht nun das nächste „Heimspiel“ in Bautzen an – zu Gast ist die Reserve von Bundesligist Hertha BSC.

Nach der 2:6-Pleite beim ehemaligen DDR-Serienmeister BFC Dynamo bescheinigte Trainer Erik Schmidt seinen Schützlingen zeitweise „ein Defensivverhalten auf C-Jugend-Level“. Der 41-Jährige muss es wissen, schließlich arbeitete er bis 2013 als Nachwuchscoach bei Dynamo Dresden.

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Seitdem sitzt er, mit einer kurzen Unterbrechung in der Vorsaison (Beurlaubung), bei den Schiebockern auf der Bank, führte die Mannschaft aus der 6. bis in die 4. Liga. Und er ist wohl weiterhin der einzige nicht hauptamtlich arbeitende Regionalliga-Trainer, geht weiterhin seinem Job als Fuhrparkleiter einer Dresdner Firma nach. Die Gründe liegen auch im Etat des Vereins begründet, der zu den kleinsten der Liga zählt.

„Wenn man lernt, stellt man Fehler ab“

Die sportliche Talfahrt beunruhigt Erik Schmidt nicht. „In den letzten beiden Spielen gegen Lok Leipzig und den BFC hat man gesehen, dass diese Teams nicht unsere Kragenweite sind, aber das wussten wir schon vor der Saison. Die haben Spieler wie Benjamin Förster oder Ronny Garbuschewski in ihren Reihen, die mehr Regionalligapartien auf dem Buckel haben als unsere Mannschaft zusammen. Auch finanziell steht da ein anderes Hinterland.“

Wenn dann noch, wie zuletzt in Berlin, die wenigen erfahrenen Spieler ausfallen (Genausch, Moravec, Mack), fehlt es an Substanz. „Aber wir können das alles realistisch einschätzen. In Berlin standen Jungs auf dem Rasen, die erst 18, 19 oder 20 Jahre alt sind. Wichtig ist in erster Linie, dass sie lernbereit sind. Und wenn man lernt, stellt man Fehler ab und wird besser. Genau das ist das Ziel, das wir mit dieser sehr jungen Truppe verfolgen.“

Im Moment, das weiß Schmidt, läuft noch eine Art Lernprozess. „Wir verteidigen noch nicht konstant gut, sondern nur phasenweise ordentlich. Und in den Phasen, in denen es schlechter läuft, kassieren wir die Gegentore.“ Genau genommen bereiten sich die Bischofswerdaer, die in der Vorsaison nicht absteigen mussten, weil die Serie 2019/20 aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, „auf die später kommenden Gegner vor, die auf unserer Wellenlänge liegen“.

Sportlich am Maximum angekommen

Schmidt denkt an Mannschaften wie Tennis Borussia Berlin, Rathenow, Luckenwalde oder Lichtenberg. „Wir werden uns nicht an das Verlieren gewöhnen“, ist sich Schmidt sicher. Das dann auch ein Quäntchen Glück dazugehört, macht den Fußball ein Stück weniger ausrechenbar.

Beispiel Hertha BSC II. „Keine Ahnung, wen die Berliner am Mittwochabend mit nach Bautzen bringen. Das ist immer eine kleine Wundertüte“, weiß Schmidt. „Es kann passieren, die kommen mit drei, vier Bundesligaprofis oder einer richtigen U23-Elf. Da braucht man halt auch ein wenig Spielglück.“

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Ziel ist der Klassenerhalt. „Darum kämpfen wir Woche für Woche. Trotzdem müssen wir mit unseren begrenzten Möglichkeiten hier in der Region auch einkalkulieren, abzusteigen“, sagt Schmidt. „Wir haben nun einmal Standortnachteile, beispielsweise gegenüber Berlin. Inzwischen können das die meisten Leute im Verein auch besser einschätzen. Es ging sportlich immer nach oben, aber jetzt sind wir angekommen. Der Ligaverbleib ist schwieriger zu bewerkstelligen als der Aufstieg 2018. Das muss allen bewusst sein.“

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