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Gehaltsverzicht bei Dynamo? Das sagt der Sportchef

In der vergangenen Saison spendeten Mannschaft und Angestellte 300.000 Euro. Seit Sommer wird der volle Lohn ausgezahlt. Der Verein spart trotzdem.

Sportdirektor Ralf Becker hat bei den Vertragsgesprächen im Sommer die Gehälter der Corona-Lage angepasst, sagt er.
Sportdirektor Ralf Becker hat bei den Vertragsgesprächen im Sommer die Gehälter der Corona-Lage angepasst, sagt er. © Foto: dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Dynamo war vor einem Jahr zwar Tabellenletzter, gehörte aber dennoch zu den Ersten – in Sachen Gehaltsverzicht. Die Mannschaft war ein Vorreiter im deutschen Profifußball, aufgrund der Corona-Pandemie und deren Folgen ließ sie sich einen Teil des Lohnes nicht auszahlen. Auch die damaligen Geschäftsführer Michael Born und Ralf Minge sowie der Trainerstab um Markus Kauczinski beteiligten sich, bis zum Saisonende kam eine Summe von mehr als 300.000 Euro zusammen.

50.000 Euro wurden für soziale Zwecke gespendet, mit dem Rest die Dynamo-Mitarbeiter unterstützt, die durch Kurzarbeit finanzielle Einbußen hinnehmen mussten. Die Solidaritätsaktion des damaligen Zweitligisten sorgte für Schlagzeilen, viele Vereine machten es ähnlich. Doch nach dem Abstieg im Sommer ist es bei den Schwarz-Gelben rund um dieses Thema ruhig geworden.

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In der Bundesliga dagegen ist es weiter präsent, zumindest bei einigen Vereinen. So verzichten die Teams von Schalke 04 und Eintracht Frankfurt bis zum Saisonende auf zehn Prozent, Werder Bremen sogar auf 20 Prozent, bis das Weser-Stadion wieder voll ist. Bei RB Leipzig waren es ebenfalls zehn Prozent, die Vereinbarung lief jedoch zum Jahresende aus und wurde laut Geschäftsführer Oliver Mintzlaff „nach guten und konstruktiven Gesprächen mit der Mannschaft“ nicht verlängert. Er meint jedoch: „Wir schauen natürlich, wie sich die Situation entwickelt.“

Und wie hat sich die Situation bei Dynamo entwickelt? „Derzeit bekommen alle Spieler ihr volles, vertraglich vereinbartes Gehalt“, erklärt Sportgeschäftsführer Ralf Becker, der seit dem 1. Juli im Amt ist, als die Aktion gerade beendet war. Nach dem Abstieg hatte er zusammen mit Kauczinski einen kompletten Umbruch eingeleitet, 22 Spieler verließen den Verein, 19 wurden neu verpflichtet. „Im Sommer war die Situation eine völlig andere und mit der im Frühjahr nicht zu vergleichen“, sagt er.

Gehälter wurden im Sommer wegen Corona angepasst

Mitte März 2020 war der Spielbetrieb in allen Ligen durch den Lockdown unterbrochen worden, erst zwei Monate später ging es in den Bundesligen wieder los. „Da musste man schnelle Lösungen finden“, so Becker. Im Sommer war das dann nicht mehr nötig. „Corona war da schon lange präsent, wir mussten damit rechnen, dass weiterhin keine oder nur wenige Zuschauer ins Stadion dürfen. Wir konnten uns also darauf einstellen und das in den Gesprächen berücksichtigen.“ Gemeint ist eine Anpassung der Gehälter bei den Neuverpflichtungen. Die Spieler bekommen also weniger Geld, als Dynamo ohne Corona wohl gezahlt hätte. „Wir konnten uns in den neuen Planungen bewegen“ – so formuliert es Becker. Der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Wehlend geht in dieser Saison von einem Pandemie-Minus von vier bis fünf Millionen Euro aus.

Dynamo verzichtete darauf, in den neuen Arbeitsverträgen spezielle Corona-Paragrafen aufzunehmen. Die hätten zum Beispiel Gehaltskürzungen in der Phase der Geisterspiele vorsehen können. „Rechtlich wäre das wahrscheinlich möglich, und ich könnte mir auch vorstellen, dass dies künftig so gemacht wird“, glaubt Becker. Acht Spieler waren schon vor Ausbruch der Pandemie bei Dynamo, nachverhandelt wurde mit ihnen jedoch nicht. „Bei bestehenden Verträgen kann man nichts anpassen, und da haben wir auch nichts gemacht“, erklärt der Sportchef. Künftig rechnet er „durchgehend in allen Ligen“ mit Kürzungen bei den Gehältern. „Durch Corona ist ganz einfach weniger Geld da. Deshalb wird das einen Großteil der Vereine treffen.“

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