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Dynamo

Erdmann: Habe mich in den Osten verliebt

Vor dem Spiel am Montag spricht der Ex-Dynamo über seine Stationen im Fußball-Osten, sein Image als Bad Boy und die Aufstiegschancen von 1860 München.

Beim Hinspiel im November führte Dennis Erdmann (l.) auch einige Zweikämpfe mit Dynamo-Stürmer Christoph Daferner. Die Münchner verloren 1:2, Erdmann sah Gelb und wurde ausgewechselt.
Beim Hinspiel im November führte Dennis Erdmann (l.) auch einige Zweikämpfe mit Dynamo-Stürmer Christoph Daferner. Die Münchner verloren 1:2, Erdmann sah Gelb und wurde ausgewechselt. © Lutz Hentschel

Dresden. Beide trennt vom Alter nur ein halbes Jahr, beide haben für 1860 München gespielt und beide stehen am Montagabend auf dem Rasen des Stadions an der Grünwalder Straße - wenn sie die Trainer nominieren. Bei Dennis Erdmann, der seit knapp zwei Jahren für die Löwen kickt und dessen Vertrag im Juni ausläuft, ist das gar nicht so sicher. Nach abgebrummter Rotsperre gehörte der Innenverteidiger zuletzt gegen Lübeck nicht zum Kader.

Seine Motivation ist trotzdem groß. "Wir sind heiß drauf und wissen, dass es für uns wahrscheinlich die letzte Möglichkeit ist, nochmal oben ranzustoßen. Wir wollen hier zu Hause gegen Dynamo gewinnen", erklärte der 30-Jährige in einem Doppelinterview bei Magenta Sport. Die Münchner trennen als Tabellenvierter bereits 13 Punkte vom Spitzenreiter aus Dresden.

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Bei Philipp Hosiner, der eine Krebserkrankung überstanden hat, liegt die 1860-Station schon etwas länger zurück. 2006 wechselte der Dynamo-Stürmer zur U19 der Löwen und spielte dann drei Jahre für die Junioren und die zweite Mannschaft. Für den 31-Jährigen ist der Aufstiegskampf derzeit vor allem ein Dreikampf. "Es sieht aktuell so aus, als ob sich drei Mannschaften so ein bisschen absetzen konnten", erklärte er und meint neben Dynamo noch Hansa Rostock und den FC Ingolstadt. "Aber wir dürfen einfach nicht nachlassen, mit 1860 und Rostock haben wir jetzt zwei Spiele, die richtungsweisend sein werden."

Sollte Dynamo auf der Zielgerade noch scheitern, was zwar rechnerisch möglich, aber dennoch unwahrscheinlich ist, wäre es auch für Hosiner eine herbe Enttäuschung. Er sei schließlich nach Dresden gekommen, um aufzusteigen, erklärte er: "Ich habe einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben mit dem Ziel, noch mal in der 2. Liga zu spielen."

Erdmann blieb 2014/15 nur eine Drittliga-Saison in Dresden, danach aber zunächst im Fußball-Osten, wechselte zu Hansa und nach Magdeburg. "Ich bin rüber und habe mich sofort in den Osten verliebt damals, als ich in Dresden war", erzählte er. "Ich will diese Zeit nicht missen und habe immer gesagt, dass es besser ist, für solche Traditionsvereine zu spielen, als für irgendwelche kleine Dorfvereine in der 2. oder 3. Liga." Klare Worte waren schon immer sein Markenzeichen, genauso wie seine rustikale Spielweise. Bei Dynamos Pokalduell gegen Borussia Dortmund wurde er nach einem Foul gegen Marco Reus scharf kritisiert und festigte sein Image als Bad Boy.

Ein Problem hat er damit nicht. "Ich gehe immer gerade durchs Leben und sage, was ich denke. Das hat mir meine Mutter so beigebracht. Auch wenn es von rechts und links dann heutzutage immer einen mehr auf die Ohren gibt. Aber am Ende des Tages, kann ich immer gut einschlafen", sagte er.

Hosiner vermisst Typen wie Erdmann. "Eine Zeit lang waren sie ausgestorben. Aber ich denke, dass sie wieder gefragt sein werden", meinte er. "Innerhalb einer Mannschaft braucht man einfach auch Männer, die Eier in der Hose haben und Klartext sprechen." Geredet haben beide genug, nun wollen sie am Montagabend auch spielen. Stehen sie gemeinsam auf dem Platz, werden sich ihre Wege ganz sicher kreuzen.

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