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Dynamos Aufstiegsspiel soll verlegt werden

Die Polizei hat die Verschiebung des Heimspiels am Samstag gegen Türkgücü München angeregt. Die Stadt appelliert an die Fans, nicht vorm Stadion zu feiern.

Im Heimspiel gegen Türkgücü München kann Dynamo am Samstag den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen. Die Polizei rät zur Verlegung der Partie.
Im Heimspiel gegen Türkgücü München kann Dynamo am Samstag den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen. Die Polizei rät zur Verlegung der Partie. © Robert Michael

Dresden. Die Aufstiegsfeierlichkeiten von Dynamo Dresden könnten sich verschieben. Die Dresdner Polizei hat am Dienstag "die Verlegung des Drittligaspiels gegen Türkgücü München angeregt", heißt es in einer Pressemitteilung. Die Partie soll nun nicht am Samstag, sondern Sonntag angepfiffen werden. Die sei "die einzige geeignete, erforderliche und verhältnismäßige Maßnahme, um eine die Infektionsgefahr katalysierende Verbindung zwischen der Fanszene der SG Dynamo Dresden und den Anhängern der Querdenken-Bewegung zu unterbinden", heißt es weiter. "Ein milderes Mittel zur Erreichung des Zieles steht der Polizei nicht zur Verfügung."

Für Samstag hat die Initiative „Querdenken351“ mehrere Versammlungen mit einigen tausend Teilnehmern angemeldet. Die wurden von der Stadt zwar verboten, doch die Polizei geht davon aus, dass trotzdem etliche Querdenker anreisen und sich unter die Dynamo-Anhänger mischen könnten. Entsprechende Aufrufe sollen in den sozialen Netzwerken kursieren. "Die vergangenen Einsätze haben gezeigt, dass sich trotz des Verbotes zahlreiche ,Querdenker` im Stadtgebiet aufhalten werden", heißt es in der Mitteilung weiter.

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Die Dynamo-Ultras rufen die Anhänger auf, die Mannschaft vor dem Stadion zu unterstützen - mit Abstand und Maske. Die Polizei rechnet "mit mehreren tausend Fans". Stadtsprecher Kai Schulz appelliert, "den Sekt lieber auf dem Balkon oder im eigenen Garten zu trinken. Selbst ein solch freudiger Anlass rechtfertigt es nicht, die Corona-Schutzverordnung und die Bundesnotbremse auszuhebeln", erklärte er auf Nachfrage von Sächsische.de. "Die Politik muss seit Monaten Grundrechte einschränken, und die große Mehrheit hält sich auch diszipliniert daran. Da würde es auf wenig Verständnis stoßen, wenn wir nun eine Ausnahme machen." Zur Möglichkeit einer Meisterfeier eine Woche später erklärte Schulz, dass die Stadt darüber in Gesprächen mit Dynamo und der Polizei stehe. Dynamo erklärte auf Anfrage von Sächsische.de lediglich, dass man "grundsätzlich und stetig im Austausch mit dem DFB und den Sicherheitsbehörden" stehe.

Bereits beim letzten Heimspiel der vergangenen Saison, als Dynamo nach einen 2:2 gegen den VfL Osnabrück in die 3. Liga absteigen musste, hatten sich nach Polizeiangaben mindestens 2.000 Fans getroffen, "die sich nicht an die Abstands- und Hygienevorschriften hielten. Polizeiliche Maßnahmen zur Einhaltung des Infektionsschutzes wurden damals zum Großteil ignoriert und abgelehnt." Damals wurden 36 Verfahren eingeleitet, darunter vier Strafverfahren wegen Beleidigung, 29 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des Verwendens von Pyrotechnik sowie drei Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung.

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